Mit der AIDAaura auf dem Weg nach Asien
- Reisebericht vom 11. - 25. Oktober 2010 -


18. Oktober 2010: Salalah (Oman)


“Land in Sicht" - dieser Ausruf ist wohl heute Nacht gegen 4.00 Uhr über die Brücke geschallt, denn so gegen halb fünf bin ich das erste Mal aufgewacht als man auf Deck 6 irgendwelche Dinge getan hat, die mit Lärm verbunden waren. Seit dem ist an Schlaf nur noch ansatzweise zu denken - irgendwas gibt es wohl immer zu tun, bis wir dann im Hafen von Salalah im Oman festgemacht haben.

Jebal SamhanDer Wecker ist also unnötig - Aufstehen, Badbesuch und Frühstück klappen pünktlich, so dass ich um 8.00 Uhr in der Nightfly Bar stehe und zusammen mit etwa 70 Mitreisenden auf den Beginn von "SAL03", unserem heutigen Ausflug ("Der 'Grand Canyon' von Dhofar") warte. Der rund 7-stündige Ausflug führt uns mit Allrad-Jeeps durch die grüne Landschaft des Wadi Darbat auf das Plateau des Jebal Samhan und - nach einer Picknickpause - auf der Rückfahrt durch die Bergwelt des Ayn Razat über das Fischerdorf Taqa zurück zum Schiff.

Doch beginnen wir von vorn: Vor dem Schiff warten rund 20 Jeeps, auf die wir uns zunächst aufteilen. Ich werde die Fahrt gemeinsam mit einer "Vielfahrer-Familie" aus der Nähe von Lüdenscheid machen - da gibt es genug Gesprächsstoff für die rund fünf Stunden, die wir auf den Straßen Omans verbringen.

Ayn RazatZu Beginn der Rundfahrt besuchen wir die Quellen von Ayn Razat; hier tritt das Wasser aus dem Berg aus - und zwar nicht nur an einer Stelle sondern an vielen einzelnen kleinen Austrittsstellen. Dies ist auch der Grund für die üppige Vegetation, die man bei Temperaturen jenseits der 30°C eher nicht erwarten würde.

Nächste Station unserer Fahrt ist das Plateau des Jebal Samhan, der sich über 1.700 m als Steilhang über die Ebene erhebt - leider haben wir genau jetzt mit einer massiven Nebelwand zu kämpfen, so dass uns der fantastische Ausblick, der nach Meinung vieler an den Grand Canyon erinnern soll, leider verwehrt bleibt. Wir setzen unseren Weg daher fort, um unterwegs unter einem schattenspendenden Baum, umgeben von Kamelen, ein landestypisches Picknick zu machen. Getreu dem Motto "Cook it, peal it oder leave it" beschränke ich mich allerdings auf die gebratene Hähnchenbrust, eine Dose Cola sowie einen Muffin und eine Banane - der Salat und das Sandwich bleiben vorsichtshalber auf der Strecke. Ich stelle aber fest, dass viele meiner Mitreisenden das genauso machen - warum einer allerdings laut schimpfend die komplette Nahrungsaufnahme verweigert und von einer Beschwerde bei AIDA spricht, ist mir allerdings ein Rätsel ... wir sind halt nun mal in einem fremden Land zu Gast - da ist manches halt einfach mal anders ...

TaqaNach einer guten Stunde setzen wir unsere Fahrt fort; ab und an behindern Kamele die Weiterfahrt, wenn sie mitten auf der Straße stehen und - furchtlos vor den Jeeps - dort auch einfach stehen bleiben. Trotz allem erreichen wir eine Anhöhe über dem Fischerdorf Taqa (die letzten 200 m erklären auch, warum wir Jeeps dabei haben und keinen Reisebus) - der Ausblick ist in der Tat sehenswert ... Die Fischer hier leben im Wesentlichen vom Sardinenfang, die - nach etwa einwöchiger Trocknung in der Sonne - als Tierfutter Verwendung finden. Die eine oder andere Sardine erlebt allerdings den Trockenvorgang schon gar nicht, da Hunderte von Möwen sie direkt aus den Fangnetzen der Fischer stibitzen - hier könnte sich Alfred Hitchcock Anregungen für "Vögel" geholt haben.

Taqa und die MöwenDer Rest des Ausflugs ist dann unspektakulär - wir unterbrechen unsere Fahrt zurück zum Schiff noch kurz am Hilton Salalah, da der eine oder die andere Mitreisende noch Weihrauch benötigt - und den könne man hier käuflich erwerben. Ich hätte dafür - allein schon aus Stilgründen - zwar den Weihrauch-Souk vorgezogen - das ist aber wohl zeitlich nicht zu schaffen. Aber gut - ich brauche sowieso keinen ;-)

Wir legen heute bereits um 16.00 Uhr ab, um weitere zwei Tage auf dem Meer zu verbringen - jetzt geht es durch den Indischen Ozean nach Mumbai in Indien.

Harry SherZunächst gibt es noch zur Entspannung einen Saunagang bevor ich heute mal das Calypso-Restaurant für das Abendessen auswähle - das Thema hier ist heute "Westindische Inselwelt" während es im Marktrestaurant "Asiatische Impressionen" gibt. OK, hätte ich bedacht, dass zu Asien auch Japan gehört und dass demzufolge auch Sushi gereicht wird, hätte ich die Wahl vielleicht noch einmal überdacht - aber so kann ich mich durch die scharfe Küche der Inder arbeiten ... das ist auch nicht schlecht.

Zum anschließenden Bingo sage ich heute eher nichts - unser kleine Bingogruppe (die inzwischen um drei weitere Mitfahrer erweitert ist) hat heute ziemlich versagt: weder ein kleines noch das große Bingo geht an uns ... :-( Vielleicht hätten wir vorher mal Harry Sher fragen sollen.

Der Mentalist hat heute nämlich seinen zweiten Auftritt und begeistert uns im Theater aufs Neue mit seinen Tricks - manche sind so unglaublich, dass man versucht ist zu glauben, das Gedankenlesen vielleicht doch möglich sein könnte ... wie Harry Sher schon sagt: "Passen Sie auf, was Sie denken ..." Leider kann ich an seinem 90-minütigen Workshop morgen nicht teilnehmen, da zur gleichen Zeit die AIDA-Insider-Tour stattfindet ... aber alles kann man wohl auch nicht haben.

Tja, und jetzt sitze ich am iPad und schreibe meine Erlebnisse auf - natürlich nicht, ohne vorher noch einen Cocktail an der Anytime Bar genommen zu haben.


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