Mit der AIDAaura auf dem Weg nach Asien
- Reisebericht vom 11. - 25. Oktober 2010 -


11. Oktober 2010: Anreise nach Sharm-El-Sheik


Endlich ist es soweit - es geht wieder aufs Schiff! 14 Tage auf der AIDAaura liegen vor mir - und in gewisser Weise ist das auch eine Premiere. Es ist nämlich meine erste "AIDA-Trans..."-Reise. "Trans..."-Reisen werden dabei die Fahrten genannt, die der Überführung eines Schiffes in ein anderes Zielgebiet dienen. In meinem Fall ist es die "Transasien"-Reise, bei der die AIDAaura ihr Zielgebiet für die Wintersaison aus dem Mittelmeerraum nach Südostasien verlagert. Und so kommt es, dass meine Reise in Sharm-el-Sheik in Ägypten beginnt und nach zwei Wochen in Cochin in Indien endet, von wo die AIDAaura in einer weiteren Reise die restliche Strecke bis nach Bangkok zurücklegt.

Doch eigentlich hat alles schon vor einigen Wochen begonnen. Während normalerweise die Visumabwicklung durch AIDA vorgenommen wird, ist für unsere Besuche in Indien die vorherige Beantragung eines entsprechenden Touristenvisums durch die Reisenden selbst notwendig. Und da liegt die Tücke im Detail: das "normale" Visum gilt nämlich sechs Monate und erlaubt in dieser Zeit beliebig viele Ein- und Ausreisen - allerdings müssen dazwischen immer mindestens zwei Monate liegen. Dummerweise legen wir an vier aufeinanderfolgenden Tagen an verschiedenen Häfen in Indien an - da passt das nicht ganz. Und genau für diese Fälle sollte eine Ausnahmeregelung greifen - die Visa sollten einen Vermerk beinhalten, dass vier Ein-/Ausreisen zulässig sind und die übliche 2-Monats-Regelung keine Anwendung findet. Das haben die indischen Botschaften in Deutschland aber alle wohl ein bisschen anders ausgelegt - ein Austausch über das AIDA-Fans-Forum (http://www.was­ser­­urlaub.info) ergibt nämlich, dass es hier ganz unterschiedliche Visa gibt: diese beinhalten teilweise zweimalige, teilweise dreimalige und teilweise auch viermalige Ein-/Ausreisen und enthalten teilweise den Hinweis auf die 2-Monats-Regelung bzw. deren Nichtgültigkeit ... jeder hat hier also ein etwas anderes Visum - und AIDA sagt dazu, dass es eigentlich vollkommen egal wäre, was auf dem Visum steht - die indischen Behörden wüssten ja, das AIDA käme (und fänden das auch gut), so dass die lokalen Behörden alle Visa akzeptieren würden. Ich sag' dazu nur: "Schau'n mer mal" ... mein Visum beinhaltet nämlich den Verweis auf die "2-Monats-Regelung", was bei strenger Auslegung bedeuten würde, dass ich nach meiner Ausreise aus Mumbai (unserem ersten Hafen) erst nach zwei Monaten wieder einreisen darf. Mein Flieger in die Heimat startet aber drei Tage später in Cochin - mal sehen ob ich dann drin sitze oder - notgedrungen - noch 14 Tage auf dem Schiff bis Bangkok bleiben muss (darf) ...

AIDADoch bevor es soweit ist, muss ich ja erst mal aufs Schiff rauf. Und das bedeutet, dass ich mit Air Berlin von Frankfurt nach Sharm-el-Sheik fliegen muss. Ich habe also den gestrigen Vorabend-Check-In genutzt, um meine Reisetasche in die Tiefen des Flughafens zu schicken - verbunden mit der Hoffnung, dass am nächsten Morgen irgendjemand daran denkt, sie da wieder heraus zu holen und in meinen Flieger zu laden. Gleichzeitig habe ich bei unserer lokalen Taxi-Zentrale über das Internet einen Wagen bestellt, da ich niemanden um 5 Uhr morgens aus dem Bett werfen wollte. Allerdings hat das nicht so geklappt wie gedacht: nachdem bis zum Abend immer noch keine E-Mail-Bestätigung über die Vorbestellung eingegangen war, habe ich dann doch noch einmal herkömmlich das Telefon bemüht. Und siehe da - der Mitarbeiter, der sich um E-Mail-Vorbestellungen kümmert, war gestern irgendwie nicht im Haus ... bis der meine Vorbestellung also gesehen hätte, hätte ich schon längst in Sharm-el-Sheik sein müssen. Super - vorne moderne Technik und hinten keine vernünftige Organisation :-( In Zukunft telefoniere ich also doch wieder ...

Immerhin hat das dann geklappt - pünktlich um 5.15 Uhr steht das Taxi vor der Tür ... der Urlaub geht los. Auf dem Weg zum Flughafen führen wir ein nettes Gespräch - und kurz vor Ankunft am Flughafen hat AIDA einen neuen Kunden ... irgendwie muss ich doch mal in Provisionsverhandlungen mit AIDA einsteigen.

Natürlich ist die Angst wieder mal zu groß und der Sicherheitspuffer bis zum Boarding um 6.20 Uhr zu lang gewesen, so dass ich erst einmal bei McDonald's ein kleines Frühstück erstehe bevor es zum Sicherheitscheck geht - die Bordkarte mit meinem Sitzplatz (Dank meinem Reisebüro mal wieder ein XL-Seat am Notausgang) habe ich ja bereits seit gestern. Wie immer packe ich meine Technik aus dem Rucksack, lege alles Metallische dazu, lege den wiederverschließbaren Plastikbeutel mit 100 ml Insektenspray separat in den Korb und gehe durch die Schleuse - und wie immer piepst das Ding. Die sich anschließende "individuelle Prüfung" ergibt - erwartungsgemäß - nichts Auffälliges ... ich darf weiter. Allerdings nur bis zu meinem Rucksack - ein darin befindliches Buch hat die Aufmerksamkeit der Sicherheitsmitarbeiter erregt ... da müsse man doch noch mal einen Sprengstofftest machen. Hallo, wir reden von einem Buch ... hilft aber nichts. Wir gehen in einen Nebenraum, dann kratzt jemand mit einer Art Skalpell über den Einband des Buchs, wischt mit einem Stückchen Pappe drüber und schiebt das in einen relativ großen Kasten mit viel Elektronik und vielen Warnaufklebern drauf. Irgendwas passiert nun in dieser Blackbox und nach rund 15 Sekunden scheint auch die Maschine überzeugt zu sein, dass in dem Buch nur Buchstaben sind und kein Sprengstoff - ich darf nämlich wieder einpacken und zu unserem Gate E4 gehen.

Dort treffe ich auf Ela, Bernd und Jannik, die bei der Sicherheitskontrolle offensichtlich vertrauenswürdiger ausgesehen haben und daher direkt zum Gate gehen konnten. Wir warten noch einige Minuten, bevor es mit dem Bus zu unserer Maschine geht (Warum bleiben in einem Bus eigentlich alle Leute direkt hinter der Tür stehen und gehen nicht in den Gang durch? Ist das mal tiefenpsychologisch untersucht worden?). Kaum sind wir im Flieger geht's aber schon genauso weiter - vor mir zieht sich jemand im Gang umständlich die Jacke aus, räumt noch mal in seinem Handgepäck herum bevor er das nach oben in die Ablage wuchtet und macht noch eine Art Probelesen in den ausgelegten Zeitschriften. Von einem Mitreisenden darauf angesprochen ("Geht's bald weiter da vorn?") hat er aber auch gleich die passende Erklärung parat: "Keine Angst, der fliegt schon nicht ohne Sie ..." Stimmt - aber vielleicht mit deutlicher Verspätung, wenn jeder für das Hinsetzen eine Minute den Gang blockiert ...

Über den Flug gibt es nichts Besonderes zu berichten. Dass die Verpflegung bei Air Berlin niemanden vom Hocker reißt (es gibt ein eingepacktes Brötchen mit etwas Belag) weiß man ja vorher und kann sich darauf einstellen. Doof ist nur, wenn der Typ vor Dir die angebotene Currywurst übers Internet vorbestellt und der Duft dann bei Dir ankommt - da wirst Du dann selbst auf dieses Teil neidisch. Aber gut, ich hatte ja immerhin ein paar Oreo-Kekse dabei ...

Fahrt zum Hafen von Sharm-El-SheikAber auch dieser Flug geht zu Ende und mehr oder weniger pünktlich landen wir in Ägypten. Unser Kapitän nennt uns zwar eine falsche Ortszeit (das ist ja auch kompliziert mit den Zeitzonen), aber das können wir auf dem Schiff immer noch korrigieren. Jetzt geht's erst einmal raus aus dem Flieger - und obwohl die Tür offen ist, rennt jeder gegen eine "Wand" - 35°C im Schatten sind eine Hausnummer, wenn es zu Hause gerade die erste Nacht mit Bodenfrost hat ...

Der Rest ist schnell erzählt: meine Tasche hat es sowohl in den Flieger als auch aufs Gepäckband geschafft, der Beamte bei der Einreise hat meinen Reisepass um einen Stempel ergänzt (bald wird es da auch eng drin) und die AIDA-Schilder-Träger stehen bereit, um uns den Weg zu den Transferbussen zu weisen. Die Tasche verschwindet im Bus und der 30-minütige Transfer zum Hafen beginnt. Wie immer ist die Klimaanlage im Bus auf "Max" gestellt und wie immer bin ich froh, eine Strickjacke griffbereit zu haben, damit der erste Gang an Bord nicht gleich zur Bordärztin führt.

Am Hafen angekommen empfiehlt man uns, im klimatisierten Bus bis zum Check-In zu warten - das wäre angenehmer als in der drückenden Hitze draußen. OK, kann ich nachvollziehen. Aber was ist, wenn die Leute in den vier Bussen hinter uns das nicht machen - dann findet unser Check-In wohl erst in ein paar Stunden statt. Das Risiko ist mir zu groß - ich stelle mich also gleich in die Schlange und kann in der etwa 15-minütigen Wartezeit zusehen wie die folgenden Busse ankommen und sich die Leute alle beim Check-In anstellen. Die Mitreisenden in meinem Bus können sich das übrigens auch ansehen - vom klimatisierten Bus aus ... ;-)

Der Check-In verläuft wie immer - und die Kontrolle meines Visums führt zumindest hier nicht zu einem Aufschrei - entweder klappt das tatsächlich so oder die Überraschung kommt später. Ich erhalte noch die Einladung zum Vielfahrertreff mit dem Kapitän, lächle noch für das Begrüßungsfoto und bin froh, endlich wieder zu Hause, sprich auf dem Schiff, zu sein.

Kabine 4204Einziges Manko ist noch meine Kabine. Leider habe ich bei der "Vario-Lotterie" (also der zufallsgeneratorgesteuerten Vergabe der noch freien Kabinen an die Variobucher) ziemliches Pech gehabt: meine Kabine ist die 4204 - eine Außenkabine ziemlich in der Nähe des Bugs. Soweit wäre das noch zu verkraften - die Schaukelei bei Seegang macht mir eher nichts aus. Allerdings hat die Kabine aufgrund ihrer Lage in der Schiffsspitze anstelle eines Fensters zwei Bullaugen, die - aufgrund der Dicke der Außenwand an dieser Stelle - mit zwei etwa 1 m langen Röhren verlängert sind - in die Kabine fällt also kaum Licht und der Blick nach draußen hat was von einem Tunnelblick - wirklich sehen kann man da nichts.

Mein Weg führt mich daher sofort zur Rezeption, um die Kabine zu wechseln (glücklicherweise sind noch etwa 15 Kabinen frei). Mein Wunsch wird aufgenommen - spätestens am Abend würde ich eine Information erhalten, welche Kabine zur Verfügung steht und wie hoch der Aufpreis wäre, wenn die Kabinenkategorie höherwertiger ist (und das ist sie mit Sicherheit, niederwertiger geht nämlich nicht) ;-) Bin mal gespannt, ob das so klappt wie ich mir das denke ...

Bis zur Freigabe der Kabinen haben wir noch etwa drei Stunden zu überbrücken - die nutzen wir für die ersten Getränke an der Poolbar und die Ausflugspräsentation zu Jordanien. Klingt alles sehr interessant ... und anstrengend. Zu dem von mir geplanten Ausflug nach Petra erfahre ich, dass hier mindestens drei Stunden Fußweg zu absolvieren sind, der ständig auf- und abwärts führt - und das nach knapp drei Stunden Busfahrt und bei weit über 30°C ... Womit ich diese Idee dann verwerfe - ich hab' hier immerhin Urlaub. Entweder gehe ich morgen dann auf eigene Faust mal raus nach Aqaba oder mache gleich den ersten Tag an Bord zum "Seetag".

Bullaugen der 4204Zunächst führt mich der Weg jetzt aber in meine Kabine. Und es ist genauso schlimm wie vorhergesagt - trotz helllichtem Tag muss ich beim Betreten der Kabine das Licht einschalten - sorry, das ist alles aber keine Kabine, in der man 14 Tage verbringen möchte. Da drin kann man Lebensmittel oder Maschinenteile transportieren - aber keine lebenden Wesen. Ich kann nur hoffen, dass das mit dem Tausch klappt.

Ich lege mich dennoch erst mal zwei Stündchen aufs Ohr - der Tag hat immerhin um kurz nach 4 Uhr begonnen ... Anschließend geht es jetzt ins Marktrestaurant zum ersten Abendessen und anschließend zum Welcome-Sekt ("Stößchen") auf das Pooldeck. Kühler ist es immer noch nicht geworden und müde bin ich immer noch - von daher ist die erste Poolparty für mich relativ schnell vorbei. Hätte ich gewusst, dass aber auch in der Kabine erst mal nicht an Schlaf zu denken ist, hätte ich aber auch noch da bleiben können. "Ein unerwarteter Wüstensturm" (so unser Kapitän Nico Berg hinterher) hat dann doch für etwas Unruhe gesorgt - man hört da vorne jede einzelne Welle an die Schiffswand schlagen ... das hört sich an wie wenn man mit einem Vorschlaghammer auf Metall schlägt - die Kabine wird mir gerade noch mal unsympathischer :-(


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