Mit der AIDAaura auf dem Weg nach Asien
- Reisebericht vom 11. - 25. Oktober 2010 -


25. Oktober 2010: Abreise von Cochin (Indien)


Es ist 5.45 Uhr - draußen ist es noch dunkel. Trotzdem stehe ich auf, springe durch die Nasszelle und gehe zu einem letzten Frühstück in das Marktrestaurant. Dann heißt es wieder einmal Abschied nehmen von einem tollen Schiff nach einer tollen Reise - um 6.40 Uhr geht unser Shuttlebus zum Flughafen Cochin.

AIDAaura im Hafen von CochinMeinen Koffer habe ich dann gestern doch nicht mehr vor die Tür gestellt - da ich ja mehr oder weniger direkt am Ausgang wohne, ist es einfacher, den Koffer jetzt mitzunehmen (und zwar bereits komplett gepackt) als nachher irgendwo auf dem Hafengelände noch die letzten Sachen einräumen zu müssen. Von daher schnappe ich mir jetzt meinen Koffer, meinen Rucksack und meine Ausreiseformulare und mache mich auf den Weg.

Doch so einfach lassen einen die Inder nicht zum Flughafen ... zunächst einmal schwitzen wir alle in der Warteschlange vor dem Hafengebäude bei wiederum knapp 30°C, so dass das Poloshirt schon nassgeschwitzt ist, bevor wir in den Shuttlebus kommen. Dann wird von den indischen Behörden die Landgangskarte überprüft und eingesammelt - jetzt haben wir nur noch den Reisepass, das Ausreise- und ein Zollformular bei uns. Bevor an einem weiteren Tisch dann das Zollformular geprüft und eingesammelt wird, wird aber das komplette Gepäck noch einmal durch ein Röntgengerät gejagt. Anschließend wird es auf einen LKW verladen während wir die Fahrt zum Flughafen in einer Art Reisebus (dieses Mal wieder eher die indische Variante) verbringen können. Erstaunlicherweise dauert die Fahrt mal nicht "eine halbe Stunde" sondern eine ganze - und die ist wirklich abenteuerlich. Der Bus hüpft von Schlagloch zu Schlagloch, der Bus schaukelt sich von Kilometer zu Kilometer - gerade in der letzten Sitzreihe geht das richtig ab. Während bei unserer Jeeptour im Oman noch Schwangeren und Rückenkranken von dem Ausflug abgeraten wurde, hat das heute niemand gemacht - obwohl die Anforderungen an den menschlichen Körper hier deutlich höher sind ...

Irgendwie sind wir daher alle froh, als wir endlich am Flughafen in Cochin stehen; eine Mitreisende hat sich auf der Fahrt noch einmal intensiv Gedanken über ihr Frühstück gemacht und dann auch gleich noch einmal nachgesehen, was sie denn eigentlich gegessen hatte - glücklicherweise erst direkt nach dem Aussteigen am Flughafen.

Dort stehen unsere Koffer inzwischen vor dem Terminal zur Mitnahme an den Check-In-Schalter. Der Weg im Flughafen ist eher kurz (der Flughafen auch eher klein), so dass die Schalter für den Flug nach Frankfurt rasch gefunden sind (andere Schalter waren auch nicht geöffnet). Sechs Schalter für Economy und zwei Schalter für Business - das sollte eigentlich schnell gehen. Wie immer in Indien täuschen wir uns da aber ... hier ist zwar viel Personal eingesetzt, das dafür aber weniger effizient arbeitet - dafür ist hier einfach viel zu viel Papier im Spiel. Obwohl wir uns am Business-Schalter anstellen (die Schlange ist hier anfangs deutlich kürzer gewesen als die Economy-Schlange) dauert der Vorgang dennoch rund 45 Minuten - dann aber ist der Koffer endlich im Flughafen unterwegs und es geht mit den Handgepäck zur nächsten Station.

Was hier genau gemacht wird, ist nicht so direkt herauszufinden - es wird in jedem Fall der Reisepass geprüft, ein Blick auf das Ausreisedokument geworden, die Bordkarte gestempelt und von einer Liste durchgestrichen. Aber egal, ich bin weiter. Wenige Meter weiter der nächste Schalter: hier werden die gleichen Prüfungen gemacht, dafür aber ein anderer Stempel auf die Bordkarte gedrückt. Weiterhin wird das Ausreisedokument einbehalten - offensichtlich hat das mit dem Visum dann doch irgendwie geklappt ...

Ich gehe die nächsten Schritte in Richtung Gate - Ihr ahnt es schon: der Reisepass wird geprüft, die Bordkarte abgestrichen und ... richtig: gestempelt. Nun geht's zum eigentlich Highlight, der Sicherheitskontrolle. Zunächst soll ich alles aus den Taschen in den Rucksack packen: Portemonnaie, Uhr, iPhone. Vorsichtshalber habe ich auch mal den Gürtel dazu, damit nicht schon wieder was piepst. Dann soll ich alles aus dem Rucksack herausnehmen, was nach Elektronik aussieht: Netbook, iPad, iPhone. Das wird dann separat durch das Röntgengerät gefahren. Und an dieser Stelle kommt es das erste und einzige Mal zu einer Situation, in der die Inder uns voraus sind: ich erhalte ein Schild mit einer Nummer, die auch auf der Wanne steht, in der meine Sachen sind - und gegen Rückgabe der Nummer erhalte ich später meine Wanne zurück - hier kann also nicht irgendjemand mein Netbook mitnehmen, nur weil er schon durch die Kontrolle ist und ich noch an der Schleuse aufgehalten werde ... das gefällt mir.

Aber weiter im Programm: Ich komme ohne Piepsen durch die Schleuse ... das kommt bei mir ja selten genug vor. Hat aber nichts genützt: ruckzuck stehe ich auf einem Podest und werde noch einmal händisch durchsucht ... das geht übrigens jedem so - von daher ist es egal, ob da was piepst oder nicht. Der Sicherheitsbeamte scheint mit der Durchsuchung zufrieden zu sein - ich kann weitergehen und stehe in der nächsten Schlange: der Handgepäckkontrolle. Nachdem ich an der Reihe bin, erhalte ich gegen Rückkarte des Schildes meine Technik und meinen Rucksack zurück. Wie alle Reisenden vor mir auch, muss ich diesen öffnen und ausräumen (für was der auch immer geröntgt wurde). Anschließend fährt meine Fotoausrüstung noch einmal durch den Röntgenapparat, danach mein (fast) leerer Rucksack. Ich muss noch kurz erklären, für was die Tabletten sind, die ich dabei habe (Kopfschmerzen), bevor ich alles wieder in den Rucksack einräumen kann. Zuvor gibt's aber noch mal ein paar Stempel auf den Anhänger am Rucksack und auf die Bordkarte. Während meine Mitreisenden inzwischen alle ihre Streichhölzer und Feuerzeuge wegwerfen müssen, kann ich mich dann schon auf den Weg zum Gate machen.

So viele gibt's hier davon übrigens nicht, so dass Gate 2 schnell gefunden ist. Hier springe ich noch einmal auf die Toilette (die übrigens absolut sauber ist), kaufe noch zwei Flaschen Wasser für den Flug und gehe dann zum Wartebereich. Vor dem Eintritt steht natürlich noch einmal die Reisepass- und Bordkartenkontrolle inklusive dem Abstreichen auf der Bordkartenliste. Nur einen Stempel gibt's hier nicht ... hoffentlich fehlt der nicht irgendwann - inzwischen sind nämlich schon sechs (!) Stempel auf der Bordkarte ...

Wir warten noch etwa eine halbe Stunde, dann geht's an Bord. Vor dem Verlassen des Wartebereichs wird beim Abtrennen der Bordkarte natürlich noch einmal die Liste geprüft und die Nummer abgestrichen, lediglich den Reisepass will hier niemand mehr sehen. Dafür aber den Bordkartenabschnitt - und zwar ein weiterer Uniformierter zwanzig Meter weiter beim Einsteigen in den Flieger. Wie sich jemand auf der Strecke durch die Fluggastbrücke dazu mogeln hätte sollen, bleibt aber vermutlich selbst den Indern ein Rätsel.

Auf AIDAsehen ...Aber wie auch immer - wenige Minuten später sitze ich auf 7C in der Premium Economy Klasse. Den Aufpreis von gut 100 Euro habe ich mir gegönnt - dafür gibt's etwa 15 cm mehr Beinfreiheit, größerer Neigungswinkel bei den Rückenlehnen, vernünftige Kissen und Decken sowie zwei Menüs zur Auswahl ... und allein die Beinfreiheit auf dem gut zehnstündigen Flug ist das schon Wert gewesen. Der verläuft im Übrigen ruhig und Dank iPad sowie vieler Gespräche mit alten und neuen AIDA-Bekannten sehr schnell - mit wenigen Minuten Verspätung landen wir in Frankfurt.

Aufgrund der weiten Wege am Flughafen ist meine Reisetasche auf dem Gepäckband schon unterwegs als ich dort ankomme, so dass ich wenige Minuten später die Zollkontrolle hinter mir habe (bei der man im Übrigen nichts kontrolliert hat) und auf Eric treffe, der mich freundlicherweise abholt. Zwanzig Minuten später steht mein Gepäck bereits zu Hause und wir sitzen beim Abendessen beim Tommy, bevor es noch zum Aufwärmen (es ist ja doch schweinekalt in Deutschland) noch in die Sauna geht ...

Und damit findet meine 14. Reise mit AIDA ihr Ende - und es war sicherlich meine abwechslungsreichste und interessanteste Reise: Die Häfen in Ägypten, Jordanien und dem Oman sind ja schon fernab von den "touristischen Hochburgen", noch intensiver sind aber die Erlebnisse in Indien gewesen, wo ich eine ganz andere Welt kennengelernt habe. Ergänzt um zwei Wochen auf einem tollen Schiff mit insgesamt sechs Seetagen hat diese Reise eine Kombination geboten, die sicherlich nicht alltäglich ist - es ist einfach toll gewesen.


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