Mit der AIDAaura auf dem Weg nach Asien
- Reisebericht vom 11. - 25. Oktober 2010 -


24. Oktober 2010: Cochin (Indien)


Wir haben das Ende unserer Reise erreicht - zumindest was die Fahrtroute betrifft. Es ist jetzt 8.00 Uhr und wir legen in unserem Zielhafen Cochin in Indien an - und das ist auch der richtige Zeitpunkt, um mal etwas über den Seegang auf dieser Reise zu schreiben. Unabhängig davon, wie man Seegang definiert (manche bezeichnen leichte Schiffsbewegungen schon als solchen, andere - und zu diesen zähle ich mich wie die meisten Vielfahrer - reden erst dann von Seegang, wenn die weißen Tütchen im Treppenhaus aufgehängt werden) muss man allerdings feststellen, dass dieser während unserer zweiwöchigen Fahrt ausgefallen ist - es gab einfach keinen. Teilweise war die See so spiegelglatt wie eine gefüllte Badewanne, manchmal war ein leichtes Kräuseln feststellbar - aber nichts, was auf dem Schiff zu bemerken gewesen wäre ...

Inzwischen hat auch die Sonne wieder die Oberhand gewonnen - der Himmel ist praktisch wolkenfrei und die Sonne überrascht uns bereits zum Frühstück mit 31°C ... ein heißer Tag liegt vor uns.

CochinCochinIch treffe mich heute mit rund 200 anderen Mitreisenden im Theater zu "COC03 - Cochins Inseln", einem etwa fünfstündigen Ausflug. Mal schauen, welche Abenteuer uns heute erwarten... Zunächst werden wir überrascht - moderne Reisebusse erwarten uns am Hafenausgang. Und auch das Umfeld des Hafens sieht deutlich einladender aus als in den letzten drei Tagen. Sollte Cochin tatsächlich einen anderen Eindruck von Indien hinterlassen?

Wir fahren zunächst nach Mattancherry, besichtigen den Holländischen Palast, das jüdische Viertel (in dem aktuell noch zehn Juden wohnen) und die Pardesi-Synagoge - und werden angenehm überrascht. Auch hier können wir nicht von mitteleuropäischem Standard sprechen - aber hier wird mit Sicherheit ab und zu mal gefegt und auch die Häuser sehen etwas gepflegter aus. Das macht Hoffnung ...

Chinesische FischernetzeFischmarktEtwa eine Stunde später startet der zweite Teil der Besichtigungstour im historischen Stadtviertel Fort Cochin: Fischmarkt und St. Francis Kirche stehen ebenso an wie die Besichtigung der heute noch gebräuchlichen chinesischen Fischernetze. Diese werden vom Ufer aus nur knapp unter Wasseroberfläche abgelassen und dann nach etwa fünf Minuten wieder eingeholt: Fische haben sich dann ins Netz verirrt und werden auf dem angrenzenden Fischmarkt sogleich zum Verkauf angeboten - frischer geht es nicht (wobei man aber auch hier keine hohen Ansprüche an die hygienischen Bedingungen stellen sollte).

Letzter Teil unserer Fahrt ist dann die Insel Bolghatty, zu der wir etwa eine Stunde mit einem Boot entlang der Inseln von Cochin fahren. Hier erwarten uns kleine Snacks des dortigen Hotels (die ich am letzten Tag meiner Reise aus Sicherheitsgründen ignoriere) und Erfrischungsgetränke. Bei inzwischen knapp 35°C ein willkommenes Angebot (und da aus der "industriell verschlossenen Plastikflasche" wohl auch vertretbar).

FischerbooteZurück geht es dann ebenfalls per Boot und die letzten Meter per Bus zum Schiff ... wieder mit neuen Eindrücken. Hätte ich nur Cochin besucht, würde ich das mit dem Schwellenland durchaus bestätigen - es wäre zwar noch viel zu tun, aber es könnte zu schaffen sein. Denke ich aber an die Häfen der letzten drei Tage, dann fällt mir das sehr schwer - insbesondere wenn man weiß, dass die Situation im Norden des Landes in Richtung Pakistan ja eher noch schlimmer ist.

FischmarktWie auch immer - Indien hat meine Reiseziele bereichert. Vieles was ich gesehen habe, hätte ich mir nicht wirklich vorstellen können - und ich bin froh, das mit eigenen Augen gesehen zu haben ... frei nach den Worten von Samuel Johnson (1692-1776):

"Der Sinn des Reisens besteht darin, unsere Fantasien durch die Wirklichkeit zu korrigieren. Statt uns die Welt vorzustellen wie sie sein könnte, sehen wir sie, wie sie wirklich ist."

Zurück auf dem Schiff springe ich für ein paar Kleinigkeiten schnell ins Marktrestaurant bevor ich die letzten Sonnenstrahlen bei einem Cocktail auf Deck genieße. Anschließend geht's ein letztes Mal zum Aufguss in die Sauna bevor ich beim heutigen "Jackpot-Bingo" (es gibt heute immerhin knapp 500 Euro zu gewinnen) mein Glück versuche - aber wieder einmal eher vom Pech verfolgt bin. Wie immer verschiebe ich den Gewinn also auf die nächste Reise und hoffe, dass es da besser wird.

Die letzten Programmpunkte des Abends sind nun noch das Farewell-Dinner und das Packen des Koffers, der bis 1.00 Uhr vor der Kabinentür stehen muss, damit er morgen früh auf der Pier auf mich wartet. Dennoch reicht die Zeit noch für einen Abschiedsdrink bei der nun wirklich letzten Poolparty der Reise bevor eine tolle, erlebnisreiche und sehr eindrucksvolle Fahrt zu Ende geht ...


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