Mit der AIDAcara in Südostasien unterwegs
- Reisebericht vom 21. Dezember 2009 - 4. Januar 2010 -


29. Dezember 2009: Penang (Malaysia)


Auch heute werden wir wieder von herrlichem Sommerwetter (OK, ein bisschen schwül ist es schon) überrascht, so dass nicht wirklich der Eindruck aufkommt, dass wir praktisch kurz vor Jahresende stehen. Erste Anzeichen deuten allerdings langsam aber sicher darauf hin: das Sekt- und Champagnerbestellformular wurde inzwischen auf die Kabine geliefert, damit das Anstoßen um Mitternacht auch reibungslos klappt und auch die Sondersilvesterausflüge in Singapur sind inzwischen ausgebucht.

Aber soweit ist es ja noch nicht - also geht's nach dem gemütlichen Frühstück im Calypso in die Lambada-Bar, dem Treffpunkt für unseren heutigen Ausflug. Eric und ich haben uns für „PEN05" (Georgetown mit dem Fahrradtaxi) entschieden. Hierbei entfällt zumindest schon mal das Gedrängel beim Einsteigen in den Bus - dafür stehen direkt am Hafenterminal unsere Fahrradtaxen („Trishaws") zum Einsteigen bereit. Ein Fahrradtaxi darf man sich dabei so vorstellen, dass von einem normalen Fahrrad das Vorderrad entfernt und stattdessen eine Sitzbank montiert wird, die von zwei Rädern auf der Straße gehalten (und gelenkt) wird. Meistens ist der Fahrer noch durch einen montierten Schirm vor Sonne und Regen geschützt und je nach Lust und Laune sind die Teile noch mit Musikanlagen, elektronischen Hupen und Plastikblumen geschmückt.

TrishawIn der Ausflugsbeschreibung steht zwar, dass pro Fahrradtaxi zwei Personen befördert werden - dies muss allerdings auf Menschen im Asia-Format bezogen sein … bei den meisten Reisenden ist die Sitzbank voll, wenn schon einer Platz genommen hat (lediglich in ganz wenigen Fällen, z.B. bei Teambildung mit Kindern, können hier zwei Personen sitzen) - somit können auch wir uns an einem Einzeltaxi erfreuen - und trotzdem hat der Fahrer noch genug zu tun …

Zunächst geht also einmal rund 30 Minuten durch die Stadt zu unserem ersten Stopp. Und auch hier ist der Weg das Ziel - die Stadtrundfahrt aus dieser Perspektive ist eine ganze andere Sache als aus einem Bus heraus. OK, so richtig Rücksicht nimmt auch hier niemand, so dass wir teilweise gefährliche nahe an Autos und Busse kommen (bzw. diese uns regelmäßig den Weg abschneiden) - aber mein Fahrer hat eine Klingel und eine laute Stimme, mit der er zumindest seinem Unmut Ausdruck verleihen kann - genützt hat das natürlich nichts.

Khoo Kongsi ClanhausUnser erstes Ziel, das Khoo Kongsi, ist das Clanhaus der Khoo, einem einflussreichen Clan der Insel. Das Dach und das goldverzierte Innere, randvoll mit Symbolen chinesischer Mythologie wie z.B. Drachenfiguren, bringen wohl selbst den Kaiser von China zum Staunen …

Nach einer ausführlichen Führung (da deutschsprachige Reiseleiter in Asien eher schwierig aufzutreiben sind, setzt AIDA bei den einzelnen Ausflugsgruppen soweit möglich Scouts und andere Mitarbeiter als Übersetzungshilfe ein - so begleitete ein Theatermitarbeiter unseren Ausflug nach Brunei und heute steht die Schiffsärztin im Khoo Kongsi Haus und befasst sich mit der malaiischen Geschichte).

Nächster Stopp ist nach einer weiteren Radtour durch die Innenstadt das Baba-Nyonya-Museum (ehemaliges chinesisches Kapitänshaus) - kann man gesehen haben, muss man aber wohl nicht unbedingt…

Spannender ist da schon der letzte Teil des Ausflugs - zum einen die Fahrt durch die engen Gassen von Georgetown, zum anderen das Cititel Hotel. Dieses 4- oder 5-Sterne-Hotel ist an sich natürlich völlig langweilig - sinnvoll ist aber die hier eingelegte Mittagpause mit einem kalt-warmen Buffet landestypischen Essens. Die typischen Satay-Spieße (Rind oder Hühnchen) fehlen hier genauso wenig wie Frühlingsrollen und zum Dessert Nyonya Kuih (verschiedene Süßspeisen). Für Nachahmer wichtig: das Buffet, Kaffee, Tee und Wasser sind im Ausflugspreis enthalten - die zusätzlich bestellten Getränke (Bier, Softdrinks) allerdings nicht … da der eine oder andere kein Geld (oder nur Euro, was hier in Asien auf das gleiche herauskommt) dabei hat, wird das Bezahlen gleich etwas schwieriger sein ;-) US-Dollar oder Kreditkarte sind allerdings kein Problem (Malaiische Ringit natürlich auch nicht) …

Fahrradtaxi im StraßenverkehrWir absolvieren nun noch das letzte Teilstück zurück zum Schiff und entgegen aller Befürchtungen haben es tatsächlich alles Trishaw-Fahrer geschafft, lebend anzukommen (der eine oder andere hat das in Deutschland übliche Renteneintrittsalter nämlich schon deutlich überschritten) - umso üppiger fällt das Dankeschön derjenigen Fahrer aus, die von ihren Passagieren ein kleines Trinkgeld bekommen (und umso unverständlicher ist die Reaktion eines Mitreisenden, der diese Geste mit „Ich habe für den Ausflug bezahlt, da gebe ich doch nicht noch Trinkgeld" kommentiert)…

Zurück an Bord nutze ich die aktuelle Ausflugssituation aus und gehe direkt zum Pool … normalerweise ist dieser kontinuierlich mit den rund 200 Kids und Teens an Bord belagert - heute sind allerdings fast alle aufgrund ganztägiger Ausflüge bis zum frühen Abend unterwegs … und das nutze ich (und einige meiner Mitreisenden, die wohl die gleiche Idee haben) sofort aus - heute gehört der Pool uns ;-)

Das ändert sich jedoch schlagartig mit der Rückkehr der Ausflügler - die Kids übernehmen wieder den Pool und ich ziehe mich zur Einstimmung auf Shuffleboard an die Poolbar zu einem Schöfferhofer Grapefruit zurück. Hier treffe ich auch auf die zurückkehrenden Schnorchelausflügler, die mit hängenden Köpfen nach und nach einlaufen. So richtig gut scheint der nicht gewesen zu sein … und in der Tat, man berichtet von einer unbequemen zweistündigen Fahrt in einem Boot zu den Riffen, einem eher unschmackhaften Lunchpaket als Mittagessen und uninteressierten Tauchlehrern von AIDA … dahat man schon von besseren Ausflügen gehört.

Von daher richten wir unser Augenmerk wieder auf die schönen Dinge des Lebens (wir haben ja Urlaub) und shufflen was das Zeug hält. Heute gewinnen mal wieder die Mädels - aber das ändert sich morgen wieder ;-)

Und dann beginnt sie - die Leidensgeschichte des Abends… Im Marktrestaurant ist heute „Spanien" das Thema - und leider gibt es nichts in Spanien, was mir nicht schmeckt. Tapas in allen Variationen, Paella, Serano-Schinken (ich hatte Mühe, noch etwas zu ergattern, nachdem Jannik am Buffet war), Pulpo, Queso, Chorizzo …. und alles schmeckt sooo lecker :-( AIDA heißt halt doch „Abnehmen ist danach angesagt" … Im Calypso gibt es alternativ Fiesta del Ranchero - Spezialitäten aus Lateinamerika" - die bleiben da heute auch.

Der Rest des Abends verläuft nun wie immer in geregelten Bahnen … beim Aktiv-Bingo gewinne ich wie immer nicht (ich hoffe aber, dass sich das in den nächsten Tagen noch ändert), so dass wir uns dem restlichen Abendprogramm widmen können. „Crew meets Band" in der AIDA-Bar: gesangsbegabte Crewmitglieder singen ihre Lieblingslieder - und das verdammt gut. Nach einem Absacker in der Anytime Bar geht es dann in die Kabine - schließlich ruft morgen erneut ein Ausflug zu früher Stunde aus den Federn …


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