Mit der AIDAcara in Südostasien unterwegs
- Reisebericht vom 21. Dezember 2009 - 4. Januar 2010 -


26. Dezember 2009: Muara (Brunei)


Heute steht das nächste Ziel unserer Reise, das Sultanat Brunei, auf dem Programm. Wir legen morgens wie geplant um 9.00 Uhr in Muara an - und jeder, der diesem Manöver auf dem Deck zusieht, ist erstaunt, dass es außerhalb von Dampfsaunen so heiß und schwül werden kann. Bereits jetzt ist die 30°C-Marke gerissen (im Laufe des Tages steigt das Thermometer dann auf mehr als 35°C an) und die tropische Luftfeuchtigkeit toppt das Ganze dann noch. Wie wir den Tag, aufgrund geplanter Moscheebesichtigungen in langes Beinkleid gewandet, überleben wollen, ist uns eher noch unklar.

Trotz allem geht es frohen Mutes zum Frühstück ins Calypso (erstaunlicherweise sind die meisten freie Tische im Freibereich zu finden - das ist in anderen Zielgebieten so nicht zu sehen), um pünktlich um 9.45 Uhr am Ausflugstreffpunkt in der AIDA-Bar zu sein.

Ich habe mich heute für „BRU02: Wasserdorf & Mangroven" entschieden und harre der Dinge, die da kommen. Zunächst hören wir die bekannten Sachen, die es bei allen AIDA-Ausflügen zu beachten gibt (ja, keiner überholt den Reiseleiter; nein, niemand hat Sonnenschutz vergessen; ja, wir haben für den Moscheebesuch eine knöchelbedeckende Kleidung an - die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Und unnötig ist sicherlich auch die Erwähnung, dass es trotzdem sowohl Sonnenbrände als auch kurze Hosen gab).

Nach der Aufteilung auf die Busse die erste Überraschung. Zur Schonung der Polster sind alle Sitze mit einer Art Plastiküberzug versehen (aber so passgenau, dass das nur vom Werk aus sein kann) - spätestens beim Setzen ärgern sich nun die „Kurze-Hosen-Träger" über ein äußerst unangenehmes Gefühl. Und dann die zweite Überraschung (obwohl die gar nicht so überraschend ist): die Busse werden durch eine äußerst leistungsfähige Klimaanlage auf deutlich unter 18°C gekühlt - wer jetzt keinen Pullover oder eine Strickjacke dabei hat, hat den Ausflug inklusive Erkältung gebucht. Nach meinen Kairo-Erfahrungen habe ich allerdings vorgesorgt und überlebe die Fahrt daher bei bester Gesundheit.

Und los geht's: unser Ziel ist die Hauptstadt Bruneis, Bandar Seri Begawan, etwa 45 Minuten vom Schiff entfernt. Hier angekommen, fahren wir direkt zum Bootsanleger, um in die Boote umzusteigen, mit denen wir durch die Mangroven fahren - immer in der Hoffnung Nasenaffen und Krokodile live zu beobachten.

SpeedboatNach Erhalt einer Art Rettungsweste (die trotz tropischer Temperaturen auch noch zu tragen ist) geht es auf die Boote. Bereits das Einsteigen ist eine Kunst - die Boote sind recht schmal geschnitten, so dass jede auch nur so geringe Gewichtsverlagerung im Boot sofort mit massiver Schräglage bestraft wird - und Gewichtsverlagerung ist beim Einsteigen inbegriffen … das Boot hat also durchaus mit massiver Schlagseite zu kämpfen bis die rund 30 Personen je Boot eingestiegen sind.

SpeedboatDie Fahrt beginnt. Und wir ahnen schnell, dass das Wort „Boot" zu oberflächlich ist für die Vehikel, in denen wir uns befinden. „Schnellboote" würden wir sie nennen „Speed Boats" heißen sie hier - und schnell sind sie. Manchmal hat man das Gefühl, dass nur noch der Außenbordmotor Wasserkontakt hat und das Boot selbst die Wasseroberfläche nur minimal berührt … Hier ist also eindeutig das Weg das Ziel - die rund 45-minütige, halsbrecherische Fahrt durch die wilde und teils unberührte Landschaft hinterlässt einen bleibenden Eindruck … hat aber trotzdem (oder dennoch?) viel Spaß gemacht ;-)

Unterwegs sollen wir evtl. Nasenaffen sehen können. Krokodile ebenfalls … vielleicht. Und - wir sehen beides. Ein Nasenaffe ist nach längerer Suche tatsächlich zu finden (allerdings wendet er uns konsequent seinen Rücken zu - das ist zwar nicht so wirklich höflich, nach Angaben unseres Reiseleiters aber in der Natur manchmal nicht zu vermeiden ;-))

KrokodilDieses Manko wird allerdings durch ein Krokodil ausgeglichen - seelenruhig liegt es am Ufer und wartet … auf was auch immer. Das ist dann doch ein merkwürdiges Gefühl, in einem Boot über einen Fluss zu fahren und wenige Meter neben sich ein Krokodil in freier Wildbahn, weder durch einen Zaun abgetrennt noch dressiert, zu sehen. Da kann man nur hoffen, dass das Tier weiß, dass Touristen nicht so richtig schmackhaft sind …

Wir fahren (naja, rasen) den gleichen Weg zurück zu unserem Reisebus und setzen die Fahrt fort zur Jame'Asr-Hassanal-Bolkiah-Moschee. Diese wurde vom aktuell regierenden Sultan für rund $100 Mio. errichtet - prunkvoller und größer als die von seinem Vater errichtete Moschee. Leider können wir sie nur von außen besichtigen, da zurzeit eine Gebetsstunde stattfindet. Unverständlich, dass es dennoch einen Mitreisenden gibt, der sich nicht nur gerühmt hat, die Moschee trotzdem betreten zu haben sondern auch noch das Kameraverbot im Gebäude missachtet zu haben und das Gebet zu fotografieren. Das ist bestimmt gut angekommen - wir würden uns ja auch freuen, wenn sonntags ein Deutschlandtourist mit einer Kamera in den Gottesdienst gestürmt kommt und dann auch noch herum fotografiert …

WasserdorfUnd weiter geht's - letztes Ziel des Ausflugs ist das weltgrößte Wasserdorf Kampung Ayer; hier leben rund 32.000 Menschen verteilt auf etwa 30 einzelne Dörfer, die alle in auf Holz- oder Betonsäulen errichteten Holzhäusern wohnen. Die Gebäude sind mit Stegen verbunden, die komplette Infrastruktur einer Kleinstadt ist vorhanden. Und auch wenn die Gebäude von außen den Eindruck einer gewissen Baufälligkeit hinterlassen, stehen sie in ihrem Innern modernen Wohnhäusern in nichts nach. Auf adäquate Technik deutet dabei neben den aufgestellten Satellitenschüsseln auch die verschiedenen WLAN-Netze hin, die es hier zu finden gibt. Man sollte sich da also nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen.

Neben der Besichtigung gibt es noch einen kleinen Snack bestehend aus kleinen Kuchen und Desserts, von denen man zwar nicht genau weiß, was es ist, aber sicher sagen kann, dass es hervorragend schmeckt.

WasserdorfNach einer guten halben Stunde setzen wir völlig verschwitzt unseren Weg zurück zum Schiff fort; die Klimaanlage im Bus läuft auf Hochtouren und die Plastikfolien auf den Sitzen machen den Rest … ohne lange Hose und Pulli wird das zur Qual. Aber - man hätte es ja wissen können. Der restliche Nachmittag wird dann eher ruhig in der Sonne an Deck verbracht, bis gegen Abend Shuffleboard, Abendessen (Themen heute: Portugal und Brasilien) und Aktiv-Bingo rufen. Leider muss ich den Bingo-Ruf jedoch ignorieren, da Eric, Jannik und ich um 20.30 Uhr an der „Weihnachts-Saunanacht" teilnehmen: 2 Aufgüsse, Ganzkörperpeeling, Fruchtbowle, Canapees, weihnachtliche Leckereien und eine Traumreise zum Abschluss machen den Abend zum Wellness-Highlight.

So ausgeruht stürzen wir uns gleich danach ins Getümmel: Die „Asian Poolparty" und anschließend die Disco in der Anytime Bar runden den Abend (und wesentliche Teile der Nacht) ab.


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