Mit der AIDAdiva durch das östliche Mittelmeer
- Reisebericht vom 9. - 16. Oktober 2009 -


15. Oktober 2009: Santorini - Der schönste Hafen der Reise


Steilküste von SantoriniJeder kennt die Bilder, die wir mit Griechenland assoziieren: weiße Häuser mit blauen Türen vor leuchtend blauem Himmel und Meer - fast alle davon werden auf Santorini gemacht. Und genau auf solche Fotomotive hoffe ich beim Ausflug STR02 („Oia & Thira"). Aber beginnen wir von vorn. Viel zu früh ist die Nacht vorbei (was aber ggf. daran liegt, dass sie auch erst spät angefangen hat) und trotzdem gehen die Augen irgendwie auf und richten sich - wie automatisch gesteuert - auf den Balkon aus. Glücklicherweise hat mein Balkon eine Glaswand, so dass ich vom Bett aus einen hervorragenden Blick auf die schneebedeckten Berge habe. Moment mal, schneebedeckte Berge? War da gestern vielleicht doch eines der Hefeweizen schlecht? Ich mache die Augen noch einmal zu und fange noch mal von vorn an - es ändert sich aber nichts: auf den Bergen liegt Schnee.

Ich springe aus dem Bett, nehme die Kamera mit Teleobjektiv und stürze auf den Balkon - und der Blick durch den Sucher offenbart es: das Weißbier ist unschuldig, der „Schnee" sind Häuser, die am oberen Rand der Steilküsten gebaut wurden und aus der Ferne in der Tat wie schneebedeckte Berggipfel aussehen (und ich weiß, dass das auch anderen Mitreisenden so ging; ich mir also nicht wirklich Gedanken um meinen Gesundheits- und Geisteszustand machen muss!).

Tenderfahrt nach SantoriniDas weckt Interesse für den Ausflug, also Morgenprogramm (Nasszelle, Frühstück, Treffen für den Ausflug) abspulen und runter vom Schiff. Heute geht es dabei aber nur auf ein anderes Boot, da Kreuzfahrtschiffe aufgrund der geringen Wassertiefe nicht im Hafen anlegen können; wir liegen also auf Reede und tendern an Land. Unser Weg führt uns dabei nicht direkt nach Thira sondern an einen etwa 15 Minuten entfernt liegenden Hafen, an dem die Ausflugsbusse auf uns warten. Wenigstens hier hat man mal gemerkt, dass wir auf dem Wasser unterwegs sind - die Fahrt auf der AIDA ist bislang absolut ruhig abgelaufen … ein Unterschied zwischen den Fahrzeiten und den Liegezeiten im Hafen ist - aufgrund der spiegelglatten See - nicht feststellbar gewesen.

Von daher ist ein bisschen Schaukeln mal eine nette Abwechslung - die wird aber noch getoppt durch die anschließende Busfahrt nach Oia. Hier führt eine schmale Straße in Serpentinen vom Hafen die Steilküste hinauf - und so wie sich das anhört, fährt sich das auch ;-)

Unsere Reiseführerin (eine Deutsche, die vor Jahren nach Santorini ausgewandert ist) hat aber auch gleich eine Gegenmaßnahme bereit: „Machen Sie einfach die Augen zu, wenn's eng wird - unser Busfahrer macht das auch." Na, dann … Und sie hat auch noch einen ergänzenden lokalen Witz dazu: „Ein Pfarrer und ein Busfahrer aus Santorini stehen nach ihrem Ableben vor der Himmelspforte und begehren Einlass. Petrus hat jedoch nur noch einen Platz im Paradies frei, so dass der andere in die Hölle muss. Der Pfarrer ist sich sicher, dass er wohl für den Himmel vorgesehen sei, da er ja sein Leben nur Gutes getan habe. Dem hat auch der Busfahrer nicht viel entgegen zu setzen, so dass er sich mit Platz in der Hölle abgibt. Petrus jedoch schickt den Pfarrer in die Hölle und den Busfahrer in den Himmel. Der Pfarrer ist empört und fragt Petrus, wieso er in die Hölle müsse und der Busfahrer in den Himmel käme. ‚Nun', spricht Petrus, ‚wenn Du sonntags in der Kirche predigst, schlafen alle ein - wenn aber der Busfahrer die Serpentinen hochfährt, beten alle'."

SantoriniGanz so schlimm wird's aber nicht … wenige Minuten später sind wir schon oben angekommen und fahren rund 40 Minuten bis nach Oia. Hier haben wir rund 1,5 Stunden Zeit, das malerische Örtchen zu erkunden - und ich finde ein Fotomotiv nach dem anderen … das lohnt sich wirklich. Hinter jeder Ecke finden sich neue Eindrücke und Impressionen. Ein Ort wie gemalt.

SantoriniGenau wie Thira - 30 Minuten dauert die Fahrt von Oia und auch hier erleben wir einen Bilderbuchort mit einem atemberaubenden Ausblick. Auf Satorini könnte ich mir durchaus auch mal eine Woche Urlaub vorstellen. Verwinkelte Gassen, viele Cafés und Restaurants, weiß getünchte Häuser, blaue Türen und Fenster und rund herum leuchtend blaues Meer - da verstehe ich, wieso man hierher auswandert …

Der anschließende Weg nach unten zum Schiff kann nun in drei verschiedenen Variationen bewältigt werden. Entweder zu Fuß (dieses Mal sind es rund 500 Stufen), mit dem Esel oder mit der Seilbahn.

Da sich Fußgänger und Esel den Weg teilen, ist dieser sehr glatt (die Esel nutzen den Weg ja nicht nur zum Gehen); außerdem nehmen die Esel keine Rücksicht auf Fußgänger - da wird also schon mal ein Fußgänger zwischen einer Mauer und einem Esel zusammengedrückt. Von daher ist die Nutzung des Fußweges ohne Esel eigentlich keine Alternative.

Reitet man den Weg auf einem Esel hinab, hat man in jedem Fall eine gute Aussicht - allerdings auch nach unten, wenn der Esel mal ein bisschen dicht am Abgrund läuft (was durchaus vorkommt). Wenn man dann auch noch einen Esel ohne Sattel, an dem man sich festhalten könnte, erwischt hat, kommt wieder die Stelle mit dem Beten zum Tragen …

ThieraIch habe mich daher für die Seilbahnfahrt entschieden, die zwar in keinster Weise spektakulär war, mich dafür aber in wenigen Minuten an den Hafen gebracht hat. Dort besteige ich jetzt das nächste Tenderboot und dann geht's zurück auf die AIDAdiva.

Auf dem Weg zum Schiff darf (muss) ich gerade wieder mal ein Gespräch meiner Sitznachbarn mithören - Thema dieses Mal: „Ägypten". „Wie kann man uns nur in eine so dreckige Stadt fahren lassen? Und von Ordnung haben die hier auch noch nichts gehört. Und dann diese aufdringlichen Händler und bettelnden Kinder. Da fühlt man sich ja gar nicht wohl". Und wieder einmal frage ich mich, warum solche Leute viel Geld bezahlen, um in ferne Länder zu kommen und sie dann am liebsten gar nicht sehen wollen - und wenn doch, dann soll doch vorher mal einer durchfegen. Meine Empfehlung: zu Hause bleiben … da hat alles seine Ordnung, da wird der Müll in vier verschieden farbige Tonnen sortiert, da gibt's die Kehrwoche und alles wird gut.

Zurück an Bord reicht die Zeit noch für zwei Stündchen auf dem Sonnendeck bevor es dann zum Abendessen geht. Ich entscheide mich heute für das Buffalo Steakrestaurant und ergänze die - heute kostenfreie - Vorspeise (1/2 Hummerschwanz mit Dip) um ein 240-g-Bisonfilet mit Ofenkartoffel und Salat. Seeehr lecker!

Aber wir sind ja nicht zum Spaß hier - ich muss jetzt in die AIDA-Bar, meine Urlaubskasse aufbessern. Wie immer treffen wir uns zum Aktiv-Bingo, wie immer sind wir ganz nah dran und wie immer nicht nah genug… vertagen wir uns also auf die Südostasienreise mit der AIDAcara im Dezember und gewinnen da den Jackpot.

Auf dem Pooldeck läuft zwischenzeitlich die Farewell-Party; wir treffen uns noch zu einem letzten Bier bzw. Mexican Bull in der Beachbar und dann geht's auch schon ans Kofferpacken. Bis spätestens 2.00 Uhr muss der Koffer vor der Tür stehen, wenn er morgens vor dem Schiff stehen soll - ansonsten heißt es selber tragen … und das muss ja nicht sein.

Und wieder ist eine Woche vorbei, das Geräusch plätschernder Wellen dringt durch die geöffnete Balkontür in die Kabine und wiegt mich in den Schlaf.


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