Mit der AIDAdiva durch das östliche Mittelmeer
- Reisebericht vom 9. - 16. Oktober 2009 -


14. Oktober 2009: Rhodos - ohne Koloss


Hafen von Rhodos mit AIDAdivaDie Fahrt von Marmaris nach Rhodos ist eigentlich nur ein Katzensprung … nur wenige Seemeilen sind zu überwinden, so dass wir bereits frühmorgens den Hafen erreichen. Und hier würde man ihn erwarten - den Koloss von Rhodos. Doch: nichts ist zu sehen. Der Sage nach hat er hier früher gestanden - als eines der sieben antiken Weltwunder (die Pyramiden, das einzige noch existierende Weltwunder der Antike, haben wir ja bereits sehen dürfen). „AIDA heute" schreibt dazu: „Dem Mythos zufolge hat über der Einfahrt zum Mandraki-Hafen einmal der „Koloss von Rhodos" gestanden. Ein fast 40 m hoher Bronze-Riese, solide, wie man das von einem der sieben Weltwunder auch erwarten darf. Bis ein Erdbeben ihn zerstörte." Und weiter: „Ein syrischer Händler bot im 7. Jh. Bares für Bruchstücke, transportierte das kolossale Puzzle ab und ließ die Bronze einschmelzen… soweit die Sage."

LindosVon daher müssen wir uns in Rhodos etwas anderes anschauen. Ich habe mich hier für das Städtchen Lindos und die dortige Akropolis entschieden, so dass ich nach dem Frühstück zusammen mit vielen anderen Mitreisenden im Theatrium auf den Startschuss zu „RHO01: Lindos & Altstadt von Rhodos" warte. Ich bin mal gespannt, was uns da erwartet - das Ausflugsticket enthält den Hinweis: „viele Stufen, Wasser mitnehmen, gutes Schuhwerk". Und wenn ich mich jetzt hier so umsehe, dann steht das entweder nicht auf allen Tickets oder der Begriff „gutes Schuhwerk" wird von einigen anders interpretiert als ich das tue. Ich habe mal ein paar feste Schuhe mit griffiger Sohle angezogen (und stelle später fest, dass das dem angedachten Ergebnis ziemlich nahe kommt); andere (insbesondere Mitreisende des anderen Geschlechts) interpretieren „gut" aber wohl eher mit „gehoben, anspruchsvoll" - allerdings qualifiziert sich ein Schuh mit mehreren Zentimeter hohem Absatz dadurch noch lange nicht als Wanderschuh. Ach ja, auch Flip-Flops gehören inzwischen zum „guten Schuhwerk" - aber was soll's … ich muss damit ja nicht auf die Akropolis klettern.

Nach dem üblichen Procedere („Keiner überholt den Scout", „Wir gehen langsam das Treppenhaus hinunter", „Es kommt jeder mit.") geht's dann auch schon los. Wir fahren zunächst mit dem Bus etwa 50 Kilometer nach Lindos („Das weiße Juwel am Fuße der Akropolis"), einem Ort mit weiß getünchten Häusern vor blauem Himmel, über dem die Akropolis (akro = hoch, polis = Stadt) auf einem 116 m hohen Hügel thront.

Akropolis von LindosUnd diesen besteigen wir jetzt. 279 Stufen sind es genau bis nach oben, wobei wir hier nicht von normalen Treppenstufen sprechen sondern eher von einer Art Naturstufen, die mit unterschiedlicher Länge und Höhe den Weg nach oben darstellen. Geeignetes Schuhwerk vorausgesetzt, kommt man recht problemlos nach oben; alternativ dazu kann man das Gehen aber auch einem Esel überlassen und sich für 5 EUR nach oben tragen lassen. Da ich das weder dem Esel noch mir zumuten will, entscheide ich mich für die Stufen … und bin oben ziemlich froh über diese Entscheidung. Hier kann man nämlich riechen, wer zu Fuß und wer mit dem Esel kam … ;-)

Viel ist von der ehemaligen Akropolis übrigens nicht zu sehen … am auffälligsten sind hier sicher noch die drei Säulen. Die zu fotografieren ist aber fast ein Ding der Unmöglichkeit, da ständig irgendjemand davor steht, um sich gemeinsam mit den Säulen fotografieren zu lassen - als ob sie dadurch schöner würden …

Dafür hätte man meiner Meinung nach nicht unbedingt hierher laufen müssen - der Ausblick auf Lindos, das Meer und die Küste von hier oben ist die Mühe aber allemal wert. Der ist nämlich genial …

Altstadt von RhodosSpäter geht es dann wieder nach unten … je nach Schuhtyp ist die Herausforderung auf den glatten Stufen jetzt sogar noch höher als der Weg nach oben. Aber es hilft alles nichts; der Bus wartet für den Weg zurück nach Rhodos und einen geführten Spaziergang durch die Altstadt. Ich trenne mich dann jedoch relativ rasch ab und mache meine eigene Führung durch Rhodos - meine Interessen liegen da doch eher bei Neuzeitlichem als bei den ausführlichen Erläuterungen über die mittelalterliche Lebensweise. Das ist aber sicher Geschmackssache …

Glücklicherweise liegt das Schiff sehr stadtnah, so dass der Fußweg von der Stadtmauer bis zum Schiff keine zehn Minuten beträgt - das erlaubt später noch einmal den Weg zurück in die Stadt, um ein paar nette Fotos von der AIDAdiva zu machen.

Der restliche Nachmittag verläuft dann dem Wetter angepasst mit einem Cocktail auf Deck 14.

Zum Abendessen lockt dann erneut die Sushi-Bar - das Sushi hier ist aber auch einfach fantastisch. Ich treffe mich mit Jannik zu einem „Sushi Spezial" (4 Sashimi, 4 Nigiri und eine Maki-Rolle) und einer zusätzlichen California-Rolle, bevor wir gerade noch rechtzeitig die AIDA-Bar zum Aktiv-Bingo erreichen. Wie immer fehlen ein, zwei Zahlen und wie immer geht irgendein anderer mit dem Gewinn nach Hause … aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Inzwischen leuchtet die AIDA-Bar in weiß-blau, der Nagelklotz und Weißbier stehen bereit - AIDA-Fans wissen, was das bedeutet: es ist „Alpenglühn" angesagt - der bayerische Abend an Bord beginnt… und er endet auch nicht, als alles schon wieder abgebaut ist - gegen halb drei nach einem Absacker in der Anytime-Bar lande ich jetzt in der Kabine … aber was soll's - der Ausflug in Santorini beginnt ja glücklicherweise erst um 10.45 Uhr.


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