(C) 2009 Eric Fröhlich

Mit der "Mein Schiff" von Kiel nach Kopenhagen und zurück
- Reisebericht vom 20. - 23. Mai 2009 -


Informationen, Gästebetreuung und Fazit


Größtes Manko dieses Kurzttips ist meiner Meinung nach aber die Informationspolitik und die Gästebetreuung. Beim Betreten des Schiffes erhält jeder Gast ein kleines Faltblatt mit einem Lageplan des Schiffes und auf der Kabine befindet sich eine knapp gehaltene Bordzeitung. Weitere Informationen finden sich nur noch auf einer Informationsseite im Bord-TV - hier weicht das Programm aber zeitlich vom ausgedruckten in der Bordzeitung ab ...

Richtig gut wäre z.B. ein Grußwort des Kapitäns in der Bordzeitung (wir kennen bis zum Abend des zweiten Tages noch nicht einmal seinen Namen) oder eine bessere zeitliche Abstimmung zwischen den einzelnen Programmpunkten. So findet die Seenotrettungsübung noch im Kieler Hafen statt - leider zeitlich so getaktet, dass beim Auslaufen mit Sektempfang die meisten Passagiere noch ihre Rettungswesten zurück in die Kabine bringen ... so kann man den Kapitän natürlich nicht kennenlernen.

Dies ändert sich am zweiten Tag - um 21.30 Uhr strömen alle Passagiere in das Theater, um die Kapitäns- und Offiziersvorstellung mitzuerleben. Das Ereignis selbst ist allerdings nicht wirklich spektakulär - die Vorstellung dauert keine fünf Minuten ... und mehr als Name und Funktion der Offiziere ist auch nicht zu erfahren. Schade eigentlich - gerade hier wäre die Chance gewesen, offensiv mit den Beinträchtigungen und Problemen umzugehen ...

Ansonsten sind es die Kleinigkeiten, die auffallen und den Standardurlaub vom gehobenen Urlaub unterscheiden: sei es ein freundlichen "Good morning, Sir" auf dem Weg durch die Gänge durch die Kabinenstewardess, sei es das "Hallo" eines Offiziers auf dem Weg durchs Schiff anstelle eines grimmigen Gesichtsausdrucks, sei es eine saubere Scheibe im Restaurant oder eine Scheibe ohne Aufkleberreste in der Sauna. Schön wäre auch, wenn leere Gläser nicht stunden- oder gar nächtelang in der Ecke oder auf den Wasserspendern stehen würden oder ein bisschen mehr Flexibilität im Interesse des Gastes, wenn etwas nicht funktioniert.

Beispielhaft sei hier unser Aufenthalt im "Surf & Turf" erwähnt. Der für 21.00 Uhr reservierte Tisch konnte erst gegen 21.45 Uhr genutzt werden, das Bezahlen nach dem Essen dauerte - Softwareprobleme mit der Kasse waren wohl die Ursache - mehr als eine Viertelstunde. Was hätte dagegen gesprochen, sich für die Wartezeit zu entschuldigen und einen Espresso auf's Haus zu servieren anstelle uns lang und breit mit ausführlichen Schilderungen der aktuellen Probleme zu belästigen ("Sie können sich gar nicht vorstellen, was hier alles nicht funktioniert ....") Das muss ich mir auch gar nicht vorstellen, meistens bin ich ja Teil des Problems ;-)

An dieser Stelle dürfte der größte Handlungsbedarf für TUI Cruises zu sehen sein ... wenn sich hier nichts ändert, wird das Konzept scheitern. Die Zahl derer, die vierstellige Beträge für einen Traumurlaub ausgeben und sich dann mit Softwareproblemen an Kassen auseinander setzen sollen, wird sicherlich überschaubar sein...

Bis dahin gibt es - zumindest für mich - aber eine Alternative (hat zufällig gerade in Kopenhagen vor Anker gelegen):

AIDAluna


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