(C) 2009 Eric Fröhlich

Mit der "Mein Schiff" von Kiel nach Kopenhagen und zurück
- Reisebericht vom 20. - 23. Mai 2009 -


Der erste Eindruck


"Mein Schiff"Kiel Hauptbahnhof. Ende der Zugfahrt durch Deutschland - und Beginn einer kurzen, aber intensiven Erfahrung mit der "Mein Schiff" (bitte nicht über diese Formulierung wundern - ob es so richtig ist oder nicht wissen die Götter und evtl. der Duden ... TUI spricht jedoch immer von der "Mein Schiff", so dass ich das jetzt auch einfach mal so mache). An unserem Bahnsteig, an dem wir im Regional Express (was immer "Express" bedeutet) aus Hamburg ankommen, steht der erste TUI-Mitarbeiter mit dem "Mein Schiff"-Wegweiser - und so geht es weiter bis Gleis 1. Dort wird unser Gepäck in Empfang genommen und wir werden aus dem Gebäude zum ZOB, dem "Zentralen Omnibus-Bahnhof" geleitet, von dem im 5-Minuten-Takt Shuttle-Busse zur Einschiffung pendeln.

Im Hafenterminal führen lange Wege bis zu den Check-In-Schaltern - diese sind jedoch noch verschlossen, so dass wir uns in die lange Schlange unserer Mitreisenden einreihen (allerdings nicht ganz am Ende) ;-) Der weitere Ablauf findet (fast) in gewohnter (AIDA)-Manier statt: Schiffsvoucher, Personalausweis oder Reisepass abgeben, Kreditkarte einlesen lassen, unscharfes Foto für den Bordcomputer machen lassen - und dann ab aufs Schiff. Eine Trennung nach Decks gibt es hier übrigens nicht, lediglich die Suitenbewohner haben einen sep. Check-In-Counter.

Bier, Kaffee, Cola ...Und dann steht sie da - die untere Hälfte in einem ziemlich dunklen Blauton lackiert mit weißen Texten verziehrt, die obere Hälfte im typischen Kreuzfahrtschiff-Weiß: "Mein Schiff". Der erste Eindruck: sieht unten ein bisschen wie ein Frachtschiff aus ... aber es kommt ja auf die inneren Werte an. Der weitere Weg führt uns dann vorbei am obligatorischen Einschiffungsfoto (kostet auf "Mein Schiff" übrigens 6,00 EUR) und über den Aufzug auf Deck 9 zu unserer Kabine. Dieses Mal ist es eine Innenkabine (man muss ja alles einmal ausprobieren), die uns für die nächsten drei Nächte eine Heimat bietet.

Telefon im TreppenhausDa wir zu den ersten Gästen an Bord gehören, nutzen wir die Chance und machen gleich einen Schiffsrundgang, um das eine oder andere Foto in Ruhe machen zu können - man will ja schließlich berichten. OK, vorher trinken wir noch kurz etwas an der Übersicht-Bar (die Bierzapfanlage ist allerdings kaputt) und genehmigen uns am Cliff 24 Grill einen Hamburger und einen Hotdog.

Netzwerkverkabelung in der BibliothekJa, und dann kommt leider auch schon die erste Ernüchterung: die Inneneinrichtung des Schiffs ist richtig gut gelungen, sehr weitläufig, viel Platz, viele (14) verschiedene Bars, mehrere (Themen)-Restaurants ... aber die Qualität der Ausführung und die (vermutlich nicht erfolgte) Endabnahme machen vieles zunichte. Dreckige Scheiben, Farbspritzer auf der Reling, halbleere Bierflaschen und leere Kaffeetassen in der einen oder anderen Ecke, lieblos gestrichene Lampen ... die Liste ließe sich noch weit fortsetzen - das enttäuscht doch maßlos. Ob die Zeit zum Schluss zu knapp war nochmal durchzuwischen oder ob die Endnahme erst irgendwann in der Zukunft erfolgt, ob die Handwerker zwar schnell, dafür aber eher unordentlich gearbeitet haben oder was auch immer die Gründe hierfür sind - für die erste Fahrt mit "richtigen" Passagieren, die sicherlich zu mehr als 90% AIDA-vorbelastet sind (wie unzählige Lanyards, Mützen und T-Shirts mit eindeutigem Aufdruck beweisen) hätte man wohl keinen schlechteren Eindruck hinterlassen können.

Die Pluspunkte müssen jetzt also woanders herkommen ...


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