Mit AIDAaura von Montréal nach New York
- Reisebericht vom 14. - 27. Oktober 2008 -


20. Oktober 2008: Bar Harbor - unser erster Hafen in den USA


Flagge USADer große Tag ist gekommen - es fällt die Entscheidung über unsere Einreise in die USA. Hierfür hat jeder bereits das bekannte grüne Formular "I-94W" vorausgefüllt auf seiner Kabine vorgefunden - lediglich die Rückseite mit den sieben "No" muss noch ausgefüllt werden. Nach Morgentoilette und Frühstück steht daher um 9.30 Uhr die kollektive Einreisekontrolle im Theater auf Deck 8 statt. Ich treffe pünktlich dort ein und stehe hinter rund 100 Mitreisenden in einer Schlange vor dem Theater - die müssen wohl früher da gewesen sein ... Bar HarborDas ist aber nicht so tragisch, da das Ganze doch recht zügig von statten geht. Wir gehen in Gruppen von etwa 20 Personen zunächst in den Theatervorraum und werden dort von einem der AIDA-Scouts nochmals instruiert, wie die Einreiseformalitäten abgewickelt werden und darauf hingewiesen, dass auf private Gespräche mit den Beamten verzichtet werden und lediglich gestellte Fragen beantwortet werden sollen. Außerdem sollten wir auf "Bild- und Tonaufnahmen verzichten", da wir uns offiziell auf "behördlichem Gebiet" befinden. Im Theater angekommen erhalten wir zunächst unsere Reisepässe von den AIDA-Rezeptionisten zurück, da diese von nun an für den Aufenthalt in den USA notwendig sind und für die Kontrolle benötigt werden. Anschließend erfolgt die erste Kontrolle des grünen Formulars und des Reisepasses - glücklicherweise sorgt der Stempel aus Tunesien nicht für Aufregung (dazu konnte man unter aida-fans.de durchaus auch abweichende Kommentare lesen). Weiter geht es nun zum zweiten Beamten, der erneut das Formular überprüft, mich kurz fragt, ob ich in den USA zu arbeiten gedenke (Hallo, ich habe Urlaub ...!) und dann eine Vielzahl von Stempeln auf das Formular und in meinen Reisepass drückt. Das war's dann auch schon: mit Reisepass und meinem grünen Abschnitt verlasse ich das Theater - und darf mich jetzt offiziell bis zum 19. Januar in den USA aufhalten. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, was der handschriftliche Eintrag "WT" unter "Class" in meinem Einreisestempel bedeutet - hoffentlich nichts unangenehmes ...

Eigentlich hatte ich ja noch mit einem Foto und dem Abnehmen von Fingerabdrücken gerechnet - wollte aber irgendwie keiner haben ... Naja, um so besser. Und warum der Ausweis maschinenlesbar sein muss, wenn ihn dann doch nur ein Mensch durchblättert, weiß man auch nicht so genau. Aber egal, Hauptsache drin ;-)

Ich lasse den Abschnitt an der Rezeption noch schnell in den Reisepass tackern bevor ich die Zeit bis zum Ausflug für ein Sonnenbad auf dem Balkon nutze (in der Sonne ist es mit 13°C ja gar nicht soooo kalt).

Küste von Bar HarborThunder HoleUnd es wird immer wärmer. Als unser Landausflug um 12.00 Uhr beginnt, haben wir in der Sonne eigentlich schon T-Shirt-Wetter - das kann ja nur gut werden. Es wird gut, nein, eigentlich sogar sehr gut. Wir fahren zunächst eine gute halbe Stunde entlang der Park Loup Road durch den Acadia Nationalpark und sind ganz nah dran - am Indian Summer. Auch wenn die Blätter über den Höhepunkt ihrer leuchtenden Farben schon hinaus sind, geben die unendlichen Weiten durchaus noch einen Eindruck der Farbenpracht wieder, die man hier im Herbst erleben kann. Unser erster Stopp ist "Thunder Hole", das Donnerloch. Hier donnert der Atlantik mit einem spektakulären Getöse gegen die Granitfelsen und wird nach seinem unterirdischen Weg mit einem Donnergrollen zurückgeschleudert - beeindruckend. Nicht minder beeindruckend ist aber auch die restliche umtoste Felsküste. Nach weiteren zwanzig Minuten Fahrt erreichen wir den Gipfel des mit 466 Metern höchsten Berges der nordostamerikanischen Atlantikküste, den Cadillac Mountain, der einen fantastischen Ausblick auf eine Vielzahl kleiner Inseln, Wälder und Berge rund um Bar Harbor bietet.

Zurück am Hafen schlendere ich dann noch einmal die Haupteinkaufstraße auf und ab (wobei man das im Verhältnis zur Größe von Bar Harbor mit rund 5.000 Einwohnern sehen muss), finde ein unverschlüsseltes WLAN-Netz (was hier übrigens ungleich schwieriger als in Sydney ist, da ansonsten alle Netze verschlüsselt sind) und kann somit noch schnell ein paar E-Mails lesen und verschicken und mich mal kurz über die Nachrichtenlage in Deutschland schlau machen (das hätte ich aber mal besser gelassen, da jagt ja eine Hiobsbotschaft die andere).

Main StreetIn Bar Harbor liegen wir übrigens auf Reede, d.h. der Hafen bietet einem Schiff unserer Größenklasse keine Möglichkeit, direkt anzulegen, so dass es eine Art "Shuttleservice" mit Tenderbooten (also den normalen Rettungsbooten) zwischen Schiff und Hafen gibt. Der kurze Weg ist allerdings in rund 10 Minuten zurückgelegt, so dass ich rechtzeitig zum Abendessen wieder zurück auf der AIDAaura bin.

Hier steht heute die Entscheidung zwischen "Portugal, Spezialitäten der Eroberer und Entdecker" (Markt Restaurant) und "Inselreich der Philippinen, unsere philippinischen Köche laden ein" (Calypso Restaurant) an - die Portugiesen gewinnen. Lecker übrigens - wundert jetzt aber sicher keinen.

Dass es uns jetzt wieder zum Bingo zieht, wundert sicher auch niemand - genützt hat es leider wieder nichts (von einem Glas Sekt einmal abgesehen). Aber wir bleiben dran ... "Tuesday Night", so der Name der Band des heutigen Abends in der Nightfly Bar, unterhält uns dann den restlichen Abend bis es Zeit wird, sich im Bett auf den morgigen Tag in Boston vorzubereiten.


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