Mit AIDAaura von Montréal nach New York
- Reisebericht vom 14. - 27. Oktober 2008 -


18. Oktober 2008: Sydney - nicht nur in Australien


Samstagmorgen, kurz vor acht. Wir legen gerade in Sydney an - die Sonne scheint, es ist kein Wölkchen am Himmel zu sehen. Bei solchen Aussichten fällt die Temperatur mit rund 8°C nicht so sehr ins Gewicht. Da wir nur bis 15.00 Uhr in Sydney sind, geht es nach einem schnellen Frühstück gleich von Bord.

AIDAaura in SydneyMit mir gemeinsam verlassen etwa 50 weitere Passagiere unser Schiff - lediglich einer davon wird vom Zoll kontrolliert: ich! Ob man jetzt irgendwie den Eindruck gewinnen konnte, ich würde eine Bedrohung für den Staat darstellen, weiß ich nicht - mein Rucksack wird dennoch akribisch durchsucht. Und dass der Beamte mit "Do you have any food?" nicht ausdrücken will, dass er Hunger habe sondern nur auf die Einhaltung der kanadischen Gesetze, die "jedwede Einfuhr von Lebensmitteln jedweder Art" aufs Strengste verbieten, achtet, wird hier an Bord jedem Passagier ja zur Genüge eingetrichtert. Von daher habe ich auch nicht mit der Gegenfrage "Why? Are you hungry?" geantwortet sondern richtigerweise "No" gesagt. Da die Durchsuchung auch nichts Überraschendes ergeben hat, darf ich mich dann auch dem Pulk meiner Mitreisenden wieder anschließen.

SydneyMein Weg führt nun durch die "Innenstadt" (nicht täuschen lassen, sooo groß ist das nicht) und anschließend entlang der Uferpromenade wieder zurück zum Schiff - Dauer etwa 60 Minuten. Immerhin bekomme ich unterwegs einen kanadischen Fire Truck zu sehen - hat sich also doch gelohnt ;-)

Die mangelnde Größe der Stadt darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sydney sehr schön gelegen ist, viele Häuser im viktorianischen Stil aufweist (wir sind nicht mehr in der Provinz Québec, d.h. ab sofort wird Englisch gesprochen) und auch sonst landschaftlich viel zu bieten hat.

Fire Truck in SydneyIch steuere jetzt aber bewusst auf einen Wohnblock zu (der passt in der Tat nicht in das übrige Umfeld) in der Hoffnung, dass da zumindest einer einen Internetzugang mit offenem WLAN betreibt - und siehe da, ich hatte den richtigen Riecher. Das iPhone bietet mir fünf verschiedene Netze an (davon nur zwei verschlüsselt). Ich suche mir das stärkste aus (der Nutzer wohnt wahrscheinlich im Erdgeschoss) und kann dann mal schnell meine E-Mails abrufen, die neuesten Nachrichten lesen und einen kurzen Gruß in die Heimat entsenden. Wer braucht da noch die teuren Mobilfunknetze im Ausland? ;-)

Die Fidel - Das Wahrzeichen von SydneyAm Hafen mache ich noch das obligatorische Foto des Wahrzeichens von Sydney, einer rund 15 m hohen Fidel, am Hafengebäude und gelange dann, dieses Mal ohne Kontrolle, an Bord. Vermutlich kennt der Zollbeamte Umfang und Qualität der Bordverpflegung, so dass er gar nicht auf die Idee kommt, jemand könnte Lebensmittel mit an Bord nehmen wollen. Das Mittagessen besteht nur aus einem Wrap und ein bisschen Obst - aber irgendwie muss man ja versuchen, zumindest nicht zuzunehmen. Der Nachmittag verläuft dann ähnlich wie an den Vortagen mit Entspannung und Ruhe.

Vor dem Abendessen führt mich mein Weg aber noch einmal ins Theater zur Ausflugspräsentation für Bar Harbor, da die Ausflugsbroschüre hier mehrere Alternativen offen gelassen hat. Anschließend weiß ich jedoch, was ich will und buche direkt die Fahrt in den Acadia Nationalpark, zum Cadillac Mountain und zum Thunder Hole (BHB01). Die Wahl beim Abendessen fällt dafür umso leichter - das Motto in beiden Restaurants lautet "Bella Italia", so dass ich vor dem obligatorischen Bingo noch ein paar italienische Köstlichkeiten zu mir nehme. Und Ihr könnt mir glauben - italienische Küche besteht nicht nur aus Pizza und Pasta ...

Zum Bingo gibt es leider nicht so erfreuliches zu berichten - heute fehlen sage und schreibe noch fünf Zahlen ... das geht eindeutig in die falsche Richtung und muss morgen deutlich besser werden!

Bevor ich mir heute dann zum ersten Mal auf dieser Fahrt meinen "Gute-Nacht-Caipi" an meiner Hausbar, der Ocean Bar auf Deck 7 (30 m neben meiner Kabine), gönnen kann, ist die Show im Theater noch Pflicht: "Ich glotz' TV" - eine interaktive Rateshow über die Fernsehsendungen der letzten 30 Jahre. Wie sagte der Moderator so schön: "Wer beim Fernsehen noch Erfrischungsstäbchen gegessen und Florida-Boy getrunken hat, der wird sich heute wohl fühlen." - und genauso war es. Es gab in der Tat eine Zeit, in der Twix noch Raider hieß und die (3!) Fernsehprogramme von den Waltons, der Schwarzwaldklinik und Magnum beherrscht wurden ... ;-)


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