Mit AIDAaura von Montréal nach New York
- Reisebericht vom 14. - 27. Oktober 2008 -


16. Oktober 2008: Québec: Kanada auf französisch


Nach einer ruhigen Fahrt über den St. Lorenz Strom erreichen wir am frühen Morgen die Hauptstadt der kanadischen Provinz Québec. Und hier ist alles noch einmal ein bisschen französischer als in Montréal - auch wenn Englisch offiziell gleichberechtigte Sprache ist, wird hier weder englisch gesprochen noch geschrieben. Die Straßenschilder haben ihre Zweisprachigkeit ebenso verloren wie auch an der Universität nur in französischer Sprache gelehrt wird. Selbst die Nummernschilder an den Autos verweisen auf die Pflege der französischen Wurzeln Québecs: die Aufschrift "Je me souviens" ist dort zu lesen ("Ich erinnere mich").

Kanadische WeitenDer Ablauf gleicht dem Vortag - Morgentoilette, Frühstück im Calypso und dann ab in die AIDA-Bar - nein, nicht was Ihr denkt ... hier trifft sich QUE03, der Ausflug "Naturschönheiten der Region Québec". Im wesentlichen ist hier übrigens der Weg das Ziel: Dank Gretl, einer aus Österreich stammenden Reiseführerin, erfahren wir auf der rund vierstündigen Tour viele Details aus dem Leben der Kanadier im Allgemeinen und der Einwohner Québecs im Besonderen - ein echter Glückstreffer, zumal das Wetter (der kanadische Winter steht praktisch vor der Tür) nicht optimal mitspielt. Es ist recht stark bewölkt, nieselt leicht und ist ziemlich frisch - schönes Herbstwetter sieht anders aus. Wir fahren zunächst zum Lac Beauport in den Laurentinischen Bergen, einem See etwa 30 Minuten außerhalb von Québec, um die rotgelbe Färbung der Bäume im Indian Summer zu bewundern. Mit entsprechender Vorstellungskraft klappt das auch ganz gut - zu sehen ist das leider nicht mehr wirklich ... aber vielleicht haben wir nächste Woche in Bar Harbour oder Boston etwas mehr Glück. Beeindruckender sind dafür die Wasserfälle von Montmorency, die aus 83 m Höhe in die Tiefe stürzen - das sind übrigens rund 30 m mehr als die Niagarafälle (allerdings aufgrund fehlender Breite nicht so beeindruckend). Noch schöner muss das Schauspiel allerdings im Winter sein - da ist der Wasserfall nämlich komplett gefroren!

Wasserfall am Mont MorencyWeiter geht es auf die Île d'Orléans zu einer Zuckerhütte, in der Ahornsirup hergestellt wird. Dass die Grundlage hierfür der Saft des Ahorns ist, erstaunt sicherlich niemand - dass die Bäume aber wie ein Bierfass "angestochen" werden und der Saft dann mit Eimern aufgefangen wird, war zumindest mir so nicht bewusst. Den Abschluss bildet dann ein Stück Apple Pie für jeden - natürlich mit Ahornsirup. Interessant übrigens eine Begebenheit am Rande: noch während des Setzens an den Tisch tauscht die Dame gegenüber ihren Kuchen gegen den ihres Gatten - und hat aufgrund der überraschten Blicke der Mitreisenden auch gleich die Erklärung parat: das Stück Kuchen, das vor ihm stand, war in der Mitte zerbrochen - und das könnte er so nicht essen. Sachen gibt's ...

ZuckerhütteAuf der Rückfahrt lässt uns Gretl dann noch ein bisschen am kanadischen Leben teilhaben: so ist es schon interessant zu erfahren, dass im Norden Kanadas ausschließlich mit Strom geheizt wird! Für uns unvorstellbar, für die Kanadier das Normalste der Welt - schließlich produzieren die hiesigen Wasserkraftwerke soviel Strom, dass trotz des ungeheuren Verbrauchs noch große Mengen in die USA exportiert werden können. Eine Durchschnittsfamilie hat somit auch nur mit Energiekosten von rund 150 Can$ pro Monat zu kämpfen - alles (Strom, Warmwasser, Heizung, Klimaanlage, ...) inklusive - und das bei Temperaturen von -35°C im Winter bis zu 35°C im Sommer!

Zurück auf dem Schiff ist dann "Extreme Relaxing" angesagt - ein bisschen Lesen, ein bisschen Nichtstun und aufs Abendessen warten ... Hier wetteifern heute das Marktrestaurant mit einer "Kulinarischen Kreuzfahrt um die Welt, das beste aus den Küchen der Kontinente" und das Calypso mit einem "Pasta Festival" um die Gunst der Passagiere - das Marktrestaurant hat (zumindest bei mir) gewonnen.

AIDA Welcome ShowNach dem Essen geht es dann Schlag auf Schlag: wie auf den (älteren) AIDA-Schiffen üblich, ruft das Club-Team um 20.00 Uhr zum "Aktiv-Bingo" (also nicht das übliche "Herumsitz-Bingo" wie auf den anderen Kreuzfahrtschiffen und (leider) jetzt auch auf den neueren Schiffen der AIDA-Flotte). Wer genaueres wissen will, schaut am besten mal bei meinem Reisebericht über die Mittelmeer-Kreuzfahrt mit der AIDAvita nach - da stehen die Details. Langer Rede, kurzer Sinn - der Abend war recht erfolgreich (wenn auch bis zum großen Bingo nur noch die "5" gefehlt hat): zwei kleine Bingos und ein "Schnapszahl-Sekt" ... das war schon mal kein schlechter Einstand (und ist hoffentlich noch steigerungsfähig). Direkt im Anschluss führt mich mein Weg dann ins Theater - mit der "Welcome Show" begrüßt uns das Showensemble auf unserer Fahrt in Richtung New York mit so ziemlich jedem Lied, dass irgendetwas mit Seefahrt zu tun hat, wie immer verbunden mit einer grandiosen Performance.

Bei einem Wellengang bis max. einem halben Meter wird dann auch die kommende Nacht eher ruhig werden - allerdings wird sie eine Stunde kürzer sein, da wir für die nächsten drei Tage die Zeitzone wechseln: aus EST (Eastern Standard Time) wird jetzt AST (Atlantic Standard Time) und damit verringert sich der "Heimatabstand" auf fünf Stunden. Ach ja, die Zeitumstellung und der Jetlag: So richtig viel gibt es dazu aus meiner Sicht eigentlich nicht zu sagen. Gemerkt habe ich davon jedenfalls nicht wirklich etwas. Das liegt vielleicht auch an der günstigen Flugzeit - dass der Anreisetag sechs Stunden länger war, hat sich nicht bemerkbar gemacht. Mal schauen, wie es auf dem Rückweg wird ...


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