Mit AIDAaura von Montréal nach New York
- Reisebericht vom 14. - 27. Oktober 2008 -


15. Oktober 2008: Montréal - Die Fahrt beginnt


Um kurz nach drei Uhr weckt mich eine SMS - irgendjemand hat eine Nachricht hinterlassen ... "Mist, muss dringend sein, wenn jemand mitten in der Nacht auf die Mailbox spricht." Also schnell abhören. Hm, war irgendwie ziemlich belanglos - und dann dämmert's mir: in meinem anderen Leben ist es ja bereits 9.00 Uhr - und da kann man durchaus mit meiner Mailbox Konversation machen. Also: alle Töne und Vibrationen ausgeschaltet und die unterbrochene Nachtruhe fortgesetzt.

Das nächste Mal macht sich das iPhone um kurz vor sieben bemerkbar - Zeit zum Aufstehen. Also ab unter die Dusche und dann zum Frühstück ins Marktrestaurant. Nach ein paar Spiegeleiern mit Speck, etwas Lachs und Obst finde ich mich in der AIDA-Bar ein - hier trifft man sich zu MON01, dem Ausflug "Die Höhepunkte Montréals".

Notre Dame (Montréal)Und so ist es dann auch - nicht spektakulär, aber bequem ;-) Im Rahmen einer dreistündigen Busrundfahrt mit mehreren Stopps sehen wir u.a. Notre Dame (ja, die gibt's auch in Montréal), deren prächtiges Inneres zu den schönsten Kirchen Nordamerikas zählt und den Mont Royal, den höchsten Berg Montréals, mit einem herrlichen Ausblick auf die Stadt und den St.-Lorenz-Strom. Interessant ist übrigens noch die "zweite Ebene" in Montréal: unter den Straßen ist eine Art "Unterstadt" erstanden, vergleichbar mit der B-Ebene in Frankfurt: nur viel größer. Hier sind praktisch die "Kellerräume" alle Gebäude miteinander verbunden, so dass unterirdisch eine zweite Innenstadt entstanden ist. Man kann von Keller zu Keller gehen und auch durch praktisch jedes Haus wieder zurück auf die Straße gehen. Auf den - teilweise mehreren - Ebenen kann man dann einkaufen, essen, parken, flanieren - kurzum alles das machen, was man auch in einer normalen Innenstadt machen kann. Die Gründe für das Entstehen dieser zweiten Ebene sind schnell gefunden: es hat mit dem kanadischen Winter zu tun. Man muss im Winter hier mit Temperaturen bis zu -30°C und Schneehöhen von bis zu fünf Metern rechnen - da flieht man gern einmal von der Straße in den Untergrund. Übrigens, die Schneebeseitigung kostet die Stadt Montréal rund 2 Mio. Can$ - und das täglich!

Skyline von MontréalZurück auf dem Schiff geht es zu einem kurzen Abstecher in das Calypso-Restaurant und - nach einer Latte in der AIDA-Bar - in die Sauna. Dort ist es (noch) herrlich leer, so dass der Entspannung nichts im Wege steht. Finnische Sauna, Biosauna und Dampfbad stehen zur Verfügung - da kann der Winter kommen (und er kommt ...). Interessant sind übrigens die Scheiben der Sauna - zum einen ist es in der Tat ein ganz neues Gefühl, in der Sauna den weiten Blick über das Meer zu haben (meistens ist man da ja in Holzkästen eingeschlossen), zum anderen sind die Scheiben natürlich so gestaltet, dass man von außen nur eine Spiegelfront sieht (so wie bei den Verhören in Fernsehkrimis). Das Interessante sind allerdings die Passagiere, die daran vorbeigehen. Man kann dann genau beobachten, wer weiß, wo er sich befindet und wer es nicht weiß. Die einen schauen mehr oder weniger demonstrativ in Richtung Meer (damit auch ja keiner den Eindruck hätte, man wollte durch den Spiegel durchsehen), die anderen fallen in die Kleinkindphase zurück und nutzen die seltene Chance in einen Spiegel zu schauen zum Grimassenschneiden. Der Unterhaltungswert in der Sauna ist unbeschreiblich ...

Der Abend beginnt dann mit einer Pflichtveranstaltung - ich könnte auch schreiben, mit DER Pflichtveranstaltung. Es gibt nämlich nur eine während der zehn Tage auf dem Schiff - die Seenotrettungsübung Zugegeben, die erste Übung war spannender - inzwischen stellt sich da in der Tat so etwas wie Routine ein (Übung macht halt doch den Meister). Über besondere Vorkommnisse gibt es also nichts zu berichten.

Beim Abendessen habe ich dann die Wahl zwischen "Von der Ostsee bis zur Nordseeküste, aus norddeutschen Pfannen und Töpfen" und "Fiesta Mexikana, zu Gast bei Rancheros", wobei ich scharfem Fleisch dann doch den Vorzug zu Fisch gebe. Hier gibt es übrigens eine interessante Neuerung auf AIDA - man hat so etwas wie Tischzeiten eingeführt. Keine Angst, nach wie vor kann jeder essen gehen wann und wo er will - allerdings muss ein Teil der Tische um 19.45 Uhr (also nach der Hälfte der Tischzeit) geräumt werden, so dass faktisch eine "zweite Sitzung" um 19.45 Uhr beginnen kann. Mal schauen, ob sich das irgendwie bewährt ...

Sailaway-PartyDas passt heute übrigens ganz gut, da um 20.00 Uhr "Sail away" erklingt - das untrügliche Zeichen dafür, dass wir den Hafen hinter uns lassen. Wir verlassen Montréal in Richtung Québec, dem nächsten Ziel unserer Reise, das wir am kommenden Morgen gegen 8.00 Uhr erreichen sollten.

Den Abschluss des Abends bildet dann die offizielle Begrüßung mit einem Gläschen Sekt und anschließender Party auf dem Pooldeck unter Beteiligung des AIDA Show Ensembles. Neu ist übrigens das Getränkeangebot - heute erweitert um Glühwein. Auch wenn wir den Tag über Temperaturen von rund 15°C hatten, ist es inzwischen doch deutlich kühler geworden und der Fahrtwind tut sein übriges (da kommen Erinnerungen an die Norwegen-Tour auf). Von Halifax werden übrigens bereits Minusgrade gemeldet - die Clubcrew hat schon Wetten laufen, ob es auf dieser Fahrt erstmals in der Geschichte der AIDA-Kreuzfahrten zu einem Schneemannbau auf dem Pooldeck kommt ... Naja, schau'n mer mal - ich habe den obligatorischen Caipi zumindest heute Abend mal gegen einen Glühwein getauscht ...


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