Mit AIDAaura von Montréal nach New York
- Reisebericht vom 14. - 27. Oktober 2008 -


14. Oktober 2008: Über den großen Teich ...


Flagge KanadaNach über einem Jahr AIDA-Abstinenz (OK, unterbrochen durch die Norwegen-Fahrt mit Hurtigruten) verlasse ich dieses Mal meinen Heimatkontinent und begebe mich "über den großen Teich" nach Nordamerika. Die Fahrt mit der AIDAaura (ein Schwesterschiff der AIDAvita, daher nicht ganz unbekannt) beginnt in Montréal in Kanada und führt entlang der nordamerikanischen Ostküste bis nach New York.

Doch beginnen wir von vorn. Start der Reise ist - wer hätte das gedacht - der Flughafen in Frankfurt. Um 18.40 Uhr soll hier eine Chartermaschine der Condor direkt nach Montréal fliegen - und zwar ausschließlich als AIDA-Zubringer. Die Reiseunterlagen geben auch bereitwillig Auskunft über den zeitlichen Vorlauf - mindestens drei Stunden vor Abflug sollte man schon am Check-In-Schalter vorsprechen. Eigentlich unglaublich - in der Zeit kann man nach Köln und zurück fahren und zwischendrin noch den Dom besichtigen ...

Aber was hilft's - wäre ja schon doof, wenn der Flieger ohne mich abheben würde. Also geht's um 15.00 Uhr zu Hause los, so dass ich um kurz vor halb vier am Flughafen bin. Ich suche den Check-In-Schalter und treffe auf einen gelangweilten Mitarbeiter, der auf Leute wie mich wartet ... keine fünf Minuten später sind die beiden Koffer auf dem Weg in den Flughafen-Untergrund und ich entlassen in Richtung Gate B43. OK, "Comfort Class" geht natürlich schon schneller - aber auch die Schlange bei "Economy" ist überschaubar, so dass auch hier nicht mit mehr als einer Viertelstunde zu rechnen ist.

AIDAauraVermutlich wird die Zeit aber für die Sicherheitskontrollen gebraucht - da habe ich ja durchaus schon Erfahrung mit dem zahlenmäßigen Missverhältnis zwischen Kontrolleuren und zu Kontrollierenden. Also gehe ich gleich los, um den Zeitvorteil nicht grundlos zu verplempern. Und siehe da - auch heute kann ich wieder von einem Missverhältnis sprechen ... allerdings andersrum: es sind mehr Kontrolleure als Reisende da, ich kann mir praktisch aussuchen, von wem ich durchsucht werden will (mache ich natürlich auch) ;-) Langer Rede, kurzer Sinn - auch das hat nur wenige Minuten gedauert, obwohl ich sogar noch vorführen muss, dass mein Laptop nicht nur aussieht wie einer sondern auch tatsächlich funktioniert. Und damit ist es jetzt noch nicht einmal 16.00 Uhr und ich stehe vor meinem Abfluggate - rund zwei Stunden vor Boarding Time. Super. Also ab in die Lufthansa Lounge und die Zeit mit "Trism" (iPhone-Spiel) bei Erfrischungen und Snacks totgeschlagen.

Weiter im Programm: Es ist jetzt 18.10 Uhr und das Boarding beginnt. Der reservierte Platz 1H erweist sich gleich doppelt als gute Wahl - zum einen befindet sich kein störender Sitz vor einem und zum anderen bleibt der zweite Sitz in der Reihe auch noch frei ... das entschädigt für die Wartezeit. Der Flug an sich ist nicht weiter spektakulär - 8 ½ Stunden ziehen sich halt in die Länge, auch wenn das mit zwei Spielfilmen (die allerdings beide ihre Free-TV-Premiere schon hinter sich haben) und zweimaligem Essen aufgelockert wird. Unklar ist mir allerdings nach wie vor, warum ich kein Messer mit an Bord nehmen darf - wenige Minuten nach Abflug bekomme ich gleich zwei davon mit dem Menü gebracht ... So richtig konsequent ist das irgendwie alles nicht. Ich beschließe, nicht weiter darüber nachzudenken, mache noch ein kleines Nickerchen bis etwa eine Stunde vor unserem Ziel ein paar Turbulenzen und verschiedene Snacks kommen und warte auf Montréal.

However, es ist jetzt kurz nach 21.00 Uhr (um Durcheinander zu vermeiden: ab sofort spreche ich hier von der lokalen Zeit, die zu unserer Heimatzeit sechs Stunden hinterherhinkt) und wir sind im Landeanflug auf Montréal. Pünktlich um 21.10 Uhr (auf die Minute genau nach Flugplan!) setzen wir auf kanadischem Boden auf - die erste Hürde ist genommen.

Die Einreisekontrolle ist rasch erledigt: zwei, drei Fragen zum bereits im Flieger ausgefüllten Einreiseformular, ein Stempel im Reisepass und ein nettes "Bon voyage" - das war's. Hier kommt bei mir auch altes Schulwissen zurück - Montréal ist französischsprachig. Genau genommen sogar die zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt - nach Paris. Die Franzosen haben hier also ihre Spuren hinterlassen: alles hat irgendwie ein französisches Aussehen - Landschaft, Straßenschilder, Häuser ... Was das noch bedeutet, ist mir jetzt allerdings noch nicht bewusst - in etwa einer Stunde bin ich schlauer ...

Doch zurück zum Thema. Der nächste Weg führt zum Gepäckband in der Hoffnung, ein Wiedersehen mit meinen Koffern feiern zu können. Kann ich dann auch - allerdings ziemlich spät. Irgendwann kurz vor dem Abstoppen des Bandes kommen sie dann direkt hintereinander - und bilden den Abschluss. Ich bin begeistert. :-( Das war dann wohl das "FILO"-Prinzip ... Einziger Vorteil: ich kann der Schlange hinterherlaufen und muss mich nicht selbst orientieren. Dafür klappt der Rest in gewohnter AIDA-Manier. Für uns stehen sechs Reisebusse bereit, die uns an den Hafen von Montréal bringen. Eigentlich nichts Besonderes - eigentlich ...

Zum einen wird der Einsteigevorgang vom kanadischen Sicherheitspersonal gesteuert - ein Dutzend "Security Officer" kümmert sich rührend um uns, ordnet uns in eine Schlange ein, achtet darauf, dass wir im Flughafen keine Wege zustellen, dass nicht mehr als drei Leute gleichzeitig zum Bus laufen, ... Das geht zwar in der Tat sehr geordnet zu - dauert aber ewig: fast eine Stunde. Sind die Kanadier vielleicht doch die besseren Deutschen? ;-)

Montréal bei NachtIch verwerfe den Gedanken bei der Fahrt zum Hafen. Unterwegs führt uns unser Busfahrer nämlich eindrucksvoll vor, dass die Franzosen ihren Bestandteil in der Geschichte Kanadas haben. Unser Fahrer muss seine Kenntnisse über das Bewegen eines Reisebusses auf mehrspurigen Straßen innerhalb geschlossener Ortschaften in Paris gelernt haben - woanders wird man das in dieser Perfektion nicht erlernen können. Nicht nur, dass er Geschwindigkeitsbegrenzungen als Empfehlung (in Richtung "gut gemeint") ansieht, die man durchaus auch ignorieren kann, er benutzt auch regelmäßig alle Spuren gleichzeitig: während die Vorderräder schon auf der ganz rechten Spur sind, sind die Hinterräder noch auf der ganz linken Spur unterwegs - geistig ist aber schon der Schwenk auf die Mittelspur in Vorbereitung. Unglaublich - das erinnert mich irgendwie an die Zeit, als ich mit einem Feuerwehrauto in Paris auch mal einem verrückten Busfahrer hinterhergefahren bin - und trotz größter Mühe praktisch keine Chance hatte, auch nur ansatzweise dran zu bleiben ... Ob es das Glück des Tüchtigen ist oder einfach Zufall - nach etwa 30 Minuten kommen wir am Hafen an. Und hier übernimmt AIDA wieder die Regie: das Einchecken dauert nur wenige Minuten, so dass ich gegen 23.00 Uhr in meiner Kabine stehe - endlich zu Hause ;-)

Auf das noch angebotene Abendessen verzichte ich, so dass ich den Inhalt der kurz darauf in meiner Kabine eintreffenden Koffer in wenigen Minuten in die Schränke und Schubladen meiner Kabine füllen kann - auf der AIDAaura gibt es dafür sogar richtig viel Platz (im Gegensatz zu den Schiffen der neuen Generation, bei denen ich mir durchaus noch das eine oder andere Fach mehr wünschen würde).

Da am nächsten Morgen gleich um 8.00 Uhr ein Tagesausflug ansteht und das letzte Aufstehen wegen der Zeitverschiebung inzwischen rund 24 Stunden zurückliegt, führt der nächste Weg direkt ins Bett - und da verbringe ich jetzt die nächsten sieben Stunden ...


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