Mit AIDAaura von Montréal nach New York
- Reisebericht vom 14. - 27. Oktober 2008 -


24. - 26. Oktober 2008: New York - drei Tage Sightseeing


Es ist soweit - der AIDA-Teil meines Urlaubs ist vorbei. Wie immer verlasse ich meine Kabine mit einem weinenden Auge (das andere lacht, da ich - im Gegensatz zu den meisten anderen Passagieren - noch drei Tage in New York bleiben kann), falle noch einmal über das Frühstücksbuffet her, tausche noch Adressen mit Mitreisenden aus und dann ist auch schon die Zeit des Abschieds gekommen. Punkt zehn werden die Individualreisenden gebeten, das Schiff zu verlassen, so dass ich mich auf den Weg zu meinen Koffern mache. Gleichzeitig steht eine zweite Kontrolle durch die amerikanischen Behörden an - mit meinem Zollformular (auf dem nichts angekreuzt ist) mache ich mich auf den Weg. Doch was ist das - nichts passiert. Am Eingang steht eine einsame Beamtin, die die Formulare einsammelt und auf einen großen Stapel legt. Sie würdigt meiner Ausfüllarbeit noch nicht einmal einen Blick. Hm, vielleicht kommt später noch etwas, wenn ich meine Koffer gefunden habe? Also weiter zur Halle mit dem Schild "Deck 7" und die beiden Koffer mit den gelben Bändern geholt und dann in Richtung dem Schild "TAXI". Also entweder habe ich eine Abkürzung gefunden oder es interessiert sich in der Tat niemand für mich und meine Koffer. Auch gut ...

Hilton New YorkGemäß aida-fans.de muss ich mich nun auf eine der folgenden Situationen einstellen: es stehen entweder keine Taxen bereit oder es kommt nur mal vereinzelt eins vorbei, wenn jemand an das Hafenterminal gebracht wird. Aber auch hier werde ich positiv überrascht. Noch vor dem Ausgang werden Nummernkarten verteilt, direkt nach dem Ausgang wird sich angestellt und innerhalb von fünf Minuten sitze ich in meinem Taxi auf dem Weg ins Hilton New York.

In einer Wohnungsanzeige würde man wohl schreiben "günstige Innenstadtlage" - das Hotel liegt direkt an der Sixth Avenue/53. St. und damit neben dem MoMA, drei Straßen neben dem Rockefeller Center und lediglich zehn Straßen entfernt vom Times Square. Auch hier erschlägt mich die Größe: das Hotel hat rund 2.000 Zimmer ... Das Einchecken am "Diamond Counter" geht schnell und problemlos und fünf Minuten später bin ich mit meinem Gepäck bereits in meinem Zimmer im 21. Stock. New York Teil 2 kann beginnen...

Zunächst führt mich mein Weg zum Rockefeller Center (liegt ja praktisch um die Ecke); hier kaufe ich ein Ticket für "Top of the Rocks" und zwar für 17.00 Uhr Eisbahn am Rockefeller Center(damit kann ich mir dann die Schlange ersparen und bin rechtzeitig zum Sonnenuntergang oben). Weiter geht's zum Times Square, wo ich meinen Gutschein für verschiedene Stadtrundfahrten, den ich im Zusammenhang mit dem New York Pass (ermöglicht zahlreiche kostenfreie Eintritte und die Nutzung von "Fast Lanes" bei Sehenswürdigkeiten) erhalten habe, einlösen und in den nächsten drei Tagen die "Downtown-Tour", die "Uptown-Tour" (beide Hop-On-Hop-Off) und die Nachttour machen kann. Und wenn ich schon mal da bin, gehe ich auch schnell etwas essen - direkt gegenüber liegt "Dallas BBQ", ein Tipp eines Arbeitskollegen, bei dem ich gleich mal einen "BBQ Burger" mit Baked Potato esse. Sehr lecker und natürlich XXL - aber hier darf man ja durchaus etwas auf dem Teller liegen lassen (was übrigens jeder macht - einige lassen sich allerdings Material zum Einpacken bringen ... und auch das scheint hier überall üblich zu sein). Und da der Times Square ja auch vom Broadway gekreuzt wird (übrigens die einzige Straße, die sich nicht in das quadratische Straßenmuster einfügt sondern - als alter Indianerweg - quer durch Manhatten verläuft) und hier die meisten Musical-Theater liegen, besorge ich mir gleich noch ein Ticket für "Billy Elliot" für heute Abend. Ich habe Glück und bekomme noch einen Platz in einer Box an der linken Seite - etwa drei Meter über der Bühne und auf Höhe der dritten Reihe. Sehr sauber. Die nächsten beiden Stunden verbringe ich dann im blauen Bus der "Downtown-Tour" und gewinne noch einmal einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt (genau genommen ja nur von Manhattan). Zurück am Times Square lege ich noch einen kleinen Fotostopp bei Tageslicht ein und gehe dann - nicht ohne einen der zahlreichen Starbucks mit einem Besuch zu beehren - langsam in Richtung Rockefeller Center.

Ich bin etwa fünfzehn Minuten zu früh, so dass ich noch einen Blick um das Gebäude herum werfen kann. Den gigantischen Weihnachtsbaum verpasse ich um etwa zwei Wochen (kommt erst am 14. November), die Eisbahn ist aber schon da - und so gibt es jetzt schon ein bisschen Winterfeeling ...

Top of the RockPunkt 17.00 Uhr stehe ich am Eingang zu Top of the Rocks und kann auch sofort in den ersten Stock gehen - doch was ist das? Eine Schlange? So war das nicht geplant .... in etwa einer Stunde geht die Sonne unter - bis dahin muss ich oben sein. Es geht dann aber doch recht schnell weiter, da sich die Schlange erst einmal nur am Security Check gebildet hat. Zu etwas Stau kommt es aber noch einmal vor den Aufzügen, da hier jeder drei obligatorische Filme von jeweils rund fünf Minuten sehen muss, bevor es weiter geht. Zu der angegebenen Zeit muss man also noch mal fast eine halbe Stunde rechnen, bis man wirklich oben ist. Glücklicherweise hatte ich etwas Zeitpuffer eingerechnet, so dass ich nach den rund 40 Sekunden im Aufzug im 68. Stock noch rechtzeitig aussteige.

Top of the RockUnd hier geht's jetzt rund: parallel zum Sonnenuntergang mache ich das eine oder andere Foto, wechselweise von allen drei Aussichtsplattformen auf den obersten drei Etagen. Auch wenn es inzwischen bewölkt ist, ist die Sicht hervorragend - das hat sich gelohnt. Mal schauen, ob das Wetter morgen Abend mitspielt - dann wiederhole ich das noch mal auf dem Empire State Building.

Es ist jetzt etwa 19.00 Uhr, so dass es Zeit wird, zurück zum Broadway zu gehen - in einer Stunde muss ich im Theater sein - und gegessen habe ich auch noch nicht. Schön, dass sich das in NYC unterwegs lösen lässt. Ich entscheide mich also für den Fußweg (sind ja nur ein paar Straßen) zum Times Square, finde unterwegs einen Starbucks, nehme noch einen "Caramel Macchiato" (hier allerdings in "grande", "venti" ist ja für Elefanten), einen Turkey Bagel und ein Blueberry Muffin und setze meinen Weg ins Theater fort - die Stadt ist ja sowieso auf "to go" ausgelegt ;-) Das bringt mich übrigens auf das Thema "Sauberkeit". Hier wird ja Müll ohne Ende erzeugt - alles ist aus Pappe oder Plastik. Und trotzdem könnte man in den meisten Straßen vom Boden essen - das ist so ein bisschen wie in Disneyland: ständig kommt jemand mit einer Kehrschaufel vorbei und fegt selbst kleinste Papierschnipsel auf - und das, obwohl sowieso praktisch keiner etwas auf den Boden wirft. Das hätte ich jetzt so nicht erwartet ...

Times SquareRechtzeitig zum Beginn der Vorstellung erreiche ich das Theater und kann auch gleich in meine Box. Und das ist auch gut so - so kann ich mir von den vier Stühlen noch den besten aussuchen. Kurz nach mir kommen dann drei Damen, die die anderen Stühle okkupieren: Chistie, Annie und Jane, wie sie sich mir gleich vorstellen. Und damit kann ich auch gleich noch etwas für meine Englisch-Kenntnisse tun und noch ein bisschen Smalltalk bis zum Beginn der Vorstellung machen...

Wie es sich für ein Musical auf dem Broadway gehört, ist auch Billy Elliot fantastisch. Sowohl die gesangliche als auch die Tanzleistung ist einfach phänomenal - wenn das Musical mal den Weg über den Teich schafft, gibt's das für die Feinheiten auch noch mal in Deutsch ... Der Abend hat sich in jedem Fall gelohnt. Für den Weg zurück gönne ich mir jetzt übrigens mal ein Taxi - ich habe jetzt einfach keinen Bock mehr zu Laufen (die Schuhe sind eh bald durch). Und trotz Theaterschluss am Broadway dauert es höchstens zwei Minuten bis ich ein freies Taxi gefunden habe, dass mich für fünf Dollar ins Hotel bringt.

Und wieder ist ein Tag zu Ende ... jetzt noch die Fotos auf das Notebook kopieren, ein bisschen was über den Tag schreiben und dann ins Bett. Immerhin ist es jetzt ja auch schon weit nach Mitternacht - da aber für morgen sowieso Regen angesagt ist, lasse ich es morgen mal etwas langsamer angehen.

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9.00 Uhr - mein Nachbar weckt mich, indem er sein wohl auf dem Zimmer serviertes Frühstück auf die Erde wirft ... zumindest scheppert es so aus dem Nebenzimmer. Aber gut, sechs Stunden Schlaf sollten reichen. Also raus aus den Federn, ab ins Bad und dann runter in die Lobby ins "Etrusca" zum VIP Breakfast. Gute Idee - aber leider nicht nur meine. Auch andere bevölkern das Restaurant, so dass ich mich in die Schlange vor dem "Please wait to be seated"-Schild einreihe. Und ich wundere mich schon, dass die alle mit einem Starbucks-Kaffee in der Hand vor dem Frühstücksraum stehen ... Aber zum einen hat Starbucks eine Filiale im Hilton (sehr angenehm!) und zum anderen wartet es sich mit einem Kaffee einfach besser auf einen Kaffee ;-)

Die Viertelstunde Warten wird aber immerhin mit 500 Hilton Hhonors Punkten belohnt ... und dann geht's ja auch schon los. Aufgrund der letzten zehn Tage auf AIDA halte ich mich etwas zurück ... ein Bagel mit Wurst und Käse, ein Croissant mit Marmelade und ein bisschen Obst müssen langen - und dazu noch drei Kaffee. Das habe ich hier übrigens schon öfter festgestellt: hier wird i.w. "Bodensee-Kaffee" getrunken - mit einem starken Kaffee hat das hier nichts zu tun. Hier muss man fehlende Stärke also durch Menge kompensieren - und das tun die New Yorker. Jeder Zweite, der hier morgens durch die Straßen hetzt, hat einen "Coffee to go" in der Hand - egal ob in der U-Bahn, auf der Straße oder wo auch immer. Eigentlich dachte ich ja, es würde sich um ein Vorurteil handeln - aber es stimmt tatsächlich. Hier hat jeder einen Kaffeebecher in der Hand, weiße Kopfhörer zumindest in einem Ohr, die mit einem Handy verbunden sind (oftmals ein iPhone, die Tarife scheinen hier in der Tat attraktiver zu sein) und/oder ein Bluetooth-Headset im anderen Ohr (den Leuten hier fehlt in der Tat ein drittes Ohr). Ach ja, über einen Aspekt muss ich noch berichten: die Höflichkeit. Es geht in NYC erstaunlich höflich zu. Wenn man auf dem Bürgersteig jemanden zufällig anrempelt, kommt sofort und von jedem New Yorker ein "Sorry", wenn in der U-Bahn jemand aussteigen oder einfach nur vorbeigehen möchte ein "Excuse me", aber auch beim Ein- und Aussteigen in den Fahrstuhl ist ein kurzes "Hello" oder "Bye" absolut üblich. Ich gebe zu, dass ich genau das eigentlich nicht erwartet hätte ...

Hinweisschild in der SubwayChinatownDoch zurück ins Hotel ... Den Tag heute lasse ich ein bisschen ruhiger angehen. Ich plane noch einmal eine Fahrt an den South Street Seaport mit Hilfe des Subway-Plans - stelle dann aber schnell fest, dass die Linie, die ich nehmen will, heute wegen Bauarbeiten nicht fährt. Also nehme ich eine andere, bei der ich unterwegs umsteigen muss. Diese fährt allerdings (wegen anderer Bauarbeiten) eine andere Strecke - das stand allerdings nirgendwo (bzw. habe ich es nicht gesehen). Dass die Linie, mit der ich dann wieder zurück auf den rechten Weg will, samstags mittendrin umdreht und wieder uptown fährt, habe ich natürlich auch übersehen (kann man auch nur am Bahnsteig lesen und nicht im Plan), so dass ich unvermittelt mitten in China Town aus der Unterwelt auftauche. Das ist zwar nicht schlimm, ist aber irgendwie nicht der Plan gewesen. Durch einige Minuten Fussweg und Umstieg in eine der Downtown-Touren mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus wäre das zwar zu lösen, da es inzwischen aber leicht zu regnen beginnt, wechsele ich das Verkehrsmittel, in dem ich mich an den Straßenrand stelle und den recht Arm hebe. Fünfzen Sekunden später sitze ich im Taxi und komme für $4,80 auch ans Ziel ...

Hotdog-StandAm South Street Seaport angekommen, schaue ich mal bei tkts vorbei, ob es noch interessante günstige Tickets für eine Vorstellung heute Abend gibt (gibt es hier mit Ermäßigungen bis 50% und - entgegen dem tkts-Schalter am Times Square - praktisch ohne Warteschlangen); so richtig fündig werde ich allerdings nicht. Von daher setzte ich meinen Weg wie geplant zur Ausstellung "Bodies" (bei uns bekannt unter "Körperwelten") fort. Der Eintritt ist Dank New York Pass kostenfrei. Die Ausstellung ist ähnlich der seinerzeit in Deutschland gastierenden Wanderausstellung gestaltet, allerdings gibt es hier ergänzend dazu einige zusätzliche Körper während verschiedener Tätigkeiten, die es in Frankfurt so nicht zu sehen gab. Eine für mich nach wie vor hochinteressante Ausstellung mit vielen Informationen über den menschlichen Körper, die mich immer wieder begeistert und fasziniert. Kein Wunder, dass ein solches Wunderwerk wie der Mensch bislang noch durch keine Maschine auch nur ansatzweise ersetzt werden kann (wenn man mal von Kleinteilreparaturen absieht) ...

Zur Subway ...Der Weg zurück per Subway verläuft dieses Mal störungsfreier - natürlich ist gerade jetzt die Metrocard leer - also muss ich mich doch mal mit dem Automat auseinander setzen. Zunächst kann man die Sprache wählen, wobei "Deutsch" wohl durchs Raster gefallen ist - hier geht neben Englisch nur Spanisch (nicht ungewöhnlich in NYC), Japanisch (vermutlich Touristen-bedingt) und Französisch (wer aber bittet braucht denn das?). Anschließend kann man dann u.a. ein Einzelticket (kostet übrigens $2) erwerben oder eine vorhandene MetroCard aufladen - und genau das mache ich jetzt mal. Bei einer Aufladung von $7 werden der Karte $8,05 gutgeschrieben - das reicht für vier weitere Fahrten. Wie (fast) überall ist die Bezahlung mittels Kreditkarte der Normalfall - dass der eine oder andere da dann den Überblick verliert, ist allerdings nicht verwunderlich: durch den ständigen Gebrauch an Automaten, im Taxi, beim Starbucks und wo auch immer ist es in der Tat nicht so einfach, einen Überblick zu behalten, was da im kommenden Monat auf das Konto zukommt (bzw. besser gesagt, dort verschwindet).

Grand Central StationNachdem ich mit frisch aufgeladener MetroCard den Eingang jetzt passieren darf, nehme ich die Linie 4 ab Fulton Street bis zur Grand Central Station. Am besten verwirft man mal alle Vorstellungen, die man von einem Hauptbahnhof hat und lässt die Größe und Dimension dieser Halle auf sich wirken - einfach gigantisch. Und entgegen dem, was man an einem Bahnhof so vermuten könnte, befindet sich im Untergeschoss eine Reihe hervorragender Möglichkeiten, seinen Hunger zu stillen. Ich hätte hier gern die "Oyster Bar" ausprobiert (ein Geheimtipp für alles, was morgens noch im Meer geschwommen ist), leider ist mir die "Please-wait-to-be-seated-Schlange" zu lange - dafür ist mein Hunger einfach zu groß. Von daher nehme ich zwei Stück Pizza beim Italiener, wobei "zwei Stück" wie immer in New York relativ ist (hatte ich das mit dem "relativ" schon erwähnt?) ... das entspricht einer normalgroßen Pizza bei uns.

Nachdem der Regen zwischendurch aufgehört hat, lege ich das letzte Stück zum Hotel wieder mal zu Fuß zurück (von der 2nd bis zur 6th Avenue und etwa zehn Straßen uptown) - hier gönne ich mir einen kleinen Kaffee beim Starbucks und verbringe mal ein paar Stunden mit Ruhe und Entspannung. Leider regnet es inzwischen wieder recht stark, so dass das Empire State Building bis morgen warten muss...

Stattdessen nutze ich den Abend, um René's Geheimtipp auszuprobieren (liegt ja nur drei Straßen weiter). Und in der Tat - die Burger sind einfach genial; da hat sich das Warten wirklich gelohnt. Das gibt morgen eine Wiederholung! Ach ja, da das ein Geheimtipp ist, wird der hier natürlich nicht veröffentlicht. Bei Interesse gebe ich ihn allerdings gern weiter - kurzes Mail genügt.

Gesättigt und zufrieden geht's dann heute Abend mal an ein bisschen Mailbearbeitung - jeder Urlaub neigt sich mal dem Ende ... und was weg ist, ist weg.

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Empire State BuildingDer Wetterbericht hat Recht behalten: blauer Himmel und Sonnenschein erwartet mich. Frei nach dem Motto "Früher Vogel fängt den Wurm" gehe ich daher nach dem Frühstück auch gleich zum Empire State Building, so dass ich zur Öffnung um 8.00 Uhr bereits in der Warteschlange stehe (und zwar ganz vorn). Mit einem der ersten Aufzüge erreiche ich nach einer guten Minute den 86. Stock und genieße New York City damit ein drittes Mal von oben (nach dem Heliflug und Top of the Rocks).

Die Sonnenstrahlen zeigen ihre Wirkung, die Temperaturen steigen langsam aber sicher in Richtung der 17°C-Marke, so dass ich mich den New Yorkern anschließe und mich in Richtung Central Park aufmache. Den Weg dorthin lege ich über die Fifth Avenue zurück, der Zeil New Yorks (wenn auch etwas größer und länger). Meine Aufmerksamkeit widme ich hier natürlich auch dem Apple Store (der übrigens an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr geöffnet hat; wenn man also sonntags morgens um 4.30 Uhr auf die Idee kommt, einen iPod erwerben zu wollen - kein Problem).

Central ParkDa ich sowieso schon annähernd in der Gegend bin, steht ein weiterer Tipp zur Umsetzung an: beim "USA Brooklyn Diner" in der 57. Straße gäbe es göttliche Milchshakes und einen genialen Schokokuchen ("Chocolate Blackout Cake"). Ich verbinde den Aufenthalt gleich mit einem Mittagessen ("Brooklyn Diner Cheeseburger Deluxe") und nehme Kuchen und Milchshake "to go" mit in den Central Park. Beim Essen fallen mir zwei Besonderheiten auf: zum einen wird das Messer offensichtlich nur zum Schneiden genutzt und anschließend neben den Teller gelegt, wobei die Gabel wieder in die rechte Hand wandert und zum Aufspießen und Essen genutzt wird. Das wiederholt sich dann bei jedem Bissen; die Gabel wandert also unaufhörlich zwischen den Händen hin und her (außer bei Linkshändern - da bleibt sie wohl links). Ich muss das mal weiter beobachten, ob das Amerikaner immer so machen ... Zum anderen werden Softdrinks kostenlos nachgefüllt (zumindest habe ich bis jetzt immer so erlebt). Kaum ist das Glas einigermaßen leer, wird es gegen ein volles getauscht bzw. wieder aufgefüllt - auf der Rechnung ist aber immer nur von "1 Coke" die Rede ... das scheint also nicht nur bei Kaffee so zu sein (und da ist es auch dringend nötig - siehe meine Anmerkungen zum "Bodenseekaffee") sondern zumindest auch bei Cola u.ä. Vielleicht hängt das aber auch damit zusammen, dass der Aufenthalt in Restaurants ja in der Tat nur zur Nahrungsaufnahme erfolgt. Setzen, bestellen, essen, bezahlen, raus - das ist die Reihenfolge, wobei man hier am Eingang darauf wartet, einen Sitzplatz zugewiesen zu bekommen (und manchmal auch länger warten muss, dann aber i.d.R. an der Bar schon mal etwas trinken kann), dafür aber auch niemals jemand Fremden an seinem Tisch vorfinden wird - sich irgendwo dazu setzen, was bei uns ja durchaus vorkommt, ist hier gänzlich unbekannt.

Im Central ParkDoch zurück zum Thema - ich bin jetzt mit meiner Tüte auf dem Weg zum Central Park und werde auch hier von dessen Größe überrascht. Überschaubar ist er schon mal gar nicht und selbst nach einer halben Stunde zu Fuß habe ich gerade mal "sheep meadow", eine große Wiese im südlichen Teil des Parks, erreicht. Das wird natürlich verständlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass der Central Park etwa doppelt so groß ist wie der Stadtstaat Monaco. Ich schließe mich den New Yorkern an, setze mich in die Sonne und befasse mich mit dem Nachtisch. Klar, ich hätte darauf kommen können, dass ein Stück Kuchen hier etwa drei Stücken bei uns entspricht und für den Milchshake ein knapper Liter Milch verarbeitet wurde ... von daher bin ich danach mehr als satt - aber der Kuchen war in der Tat der beste Schokoladenkuchen, die ich bislang gegessen habe (vermutlich aber auch der kalorienreichste!). Mit etwas Musik auf den Ohren entfliehe ich daher auch die nächste Stunde der Hektik auf den New Yorker Straßen ...

Wenn's mal eilig istDie ist übrigens ungebrochen - obwohl heute Sonntag ist. OK, es sind einige Autos weniger zu sehen - die alltägliche Hektik ist allerdings genauso vorhanden. Überall blinkt es, hupt jemand, pfeift jemand auf seiner Trillerpfeife (etwa weil vor einem Hotel ein Taxi gebraucht wird oder weil ein New Yorker Polizist jemanden zur Weiterfahrt animieren oder aber auch anhalten will), dringt Musik aus einer Kneipe oder einem Ladengeschäft auf die Straße, spielt jemand ein Instrument am Straßenrand (natürlich nur mit Verstärker) oder gibt ein Flachbildschirm oder eine Anzeigetafel bekannt, was man heute unbedingt noch kaufen sollte. Zwischendurch fährt dann immer mal wieder ein Polizeiauto oder ein Krankenwagen vorbei - nicht unbedingt viel schneller als der Rest der Autos, dafür aber deutlich bunter und lauter (und hier wechseln sich nicht nur zwei verschiedene Signale ab wie bei uns) ;-) Auf den Baustellen wird hier heute übrigens genauso weitergearbeitet wie auch unter der Woche - und das unabhängig von der Uhrzeit ... Ich weiß nicht, ob der 24-Stunden-Tag hier immer und überall die Regel ist - es gibt aber für mich erkennbar keine wirkliche "Ruhezeit", die für alle gilt.

McD am Times SquareIch gehe nun noch weiter in den Central Park hinein bis zum "Strawberry Field" (der Gedenkstätte für John Lennon), um anschließend mittels Taxi den Weg zurück zum Hotel zu nehmen. Hier habe ich übrigens zum ersten Mal Pech (bzw. ein Erlebnis, vor dem manche Reiseführer warnen) mit dem Taxifahrer. In vielen Reiseführern ist zu lesen, dass man bei der Wahl eines Taxis am Flughafen nach Ankunft nicht nur den Namen des Hotels wissen muss sondern auch die genau Lage zwischen Avenues und Streets, da der Taxifahrer - wenn man Pech hat - kürzer in New York ist als man selbst. So einen erwische ich hier wohl ... hier hat allerdings auch die Adresse des Hotels nicht ausgereicht - zunächst muss ich ihm "Avenue of the Americas" mit "6th avenue" übersetzen und ihm dann sagen, dass die Hausnummer 1335 in Höhe der 53. Straße liegt. Im weiteren Verlauf (wir sind auf der 7. Avenue) fragt er nach, ob die 6. Avenue rechts oder links liegen würde. Da wir downtown fahren, empfehle ich ihm, sich links zu halten. Nachdem er auf Höhe der 40. Straße allerdings immer noch auf der 7. Avenue unterwegs ist, scheint mir der Hinweis, dass er die 53. Straße in dieser Fahrtrichtung nicht mehr erreichen wird, angebracht. Lange Rede, kurzer Sinn - erst 31 Minuten nach Abfahrt an der 72. Straße erreichen wir das 20 Straßen weiter gelegene Hotel... das ist auch das erste und einzige Mal gewesen, dass das Trinkgeld ausgefallen ist.

Abends zieht es mich dann noch einmal an den Times Square mit seinen vielen bunten Lichtern - diese Stimmung ist einfach unbeschreiblich. Den restlichen Abend verbringe ich dann aber relaxend im Hotel (ich muss meine Füße einfach mal etwas schonen), nicht jedoch ohne vorher noch zwei dieser exzellenten Cheeseburger von René's Geheimtipp mitgenommen zu haben.


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