Mit AIDAaura von Montréal nach New York
- Reisebericht vom 14. - 27. Oktober 2008 -


23. Oktober 2008: New York - Ziel erreicht


Skyline von Manhattan6.00 Uhr - Zeit zum Aufstehen, New York liegt vor der Tür ... ein langer Tag beginnt. Kurz vor Sonnenaufgang beginnen wir mit der Umrundung der Südspitze Manhattans, so dass wir auf Backbord sowohl die Freiheitsstatue sehen können als auf Steuerbord anschließend die Skyline von Manhattan im Sonnenaufgang. Statue of LibertyUnd abgesehen von denjenigen, die New York schon kennen ist jeder von der schieren Größe überwältigt. Hierbei zahlt sich übrigens der Balkon auf Steuerbord aus - während sich an Deck um jeden Zentimeter an der Reling gestritten wird, können wir vom Balkon aus alles in Ruhe betrachten und fotografieren.

Den Weg zu unserem Liegeplatz im Hudson River (Pier 90), etwa auf Höhe der 50. Straße, nutze ich (also eigentlich alle Passagiere) zum Frühstück, bevor es nun kurz vor zehn zum ersten Ausflug NYC07 (Bootsfahrt: Skyline von Manhattan & Freiheitsstatue) losgeht. Geplant sind etwa 30 Minuten bis zum South Street Seaport, die Fahrt dauert aber tatsächlich rund eine Stunde - die erste Berührung mit dem New Yorker Straßenverkehr, der eigentlich mehr aus Stillstand als aus Bewegung besteht. Und dennoch klappt es irgendwie (wobei ich hier niemals mit dem Auto fahren würde - zum einen ist der Straßenverkehr wohl noch etwas chaotischer als in Paris, zum anderen gibt es so gut wie keine Möglichkeit, sein Auto irgendwie loszuwerden. Parkplätze am Straßenrand sind praktisch nicht vorhanden und Parkverbote sollte man eher beachten (Strafen bis zu $2.000 sowie rasches Abschleppen sind nicht selten). Bleiben vereinzelte Parkhäuser, bei denen man sein Auto am Eingang mitsamt Schlüssel abgibt, dann wird das Auto vom Personal irgendwie geparkt (hinter-, neben- und übereinander) und dann später bei Bedarf wieder freigelegt. Es bietet sich daher an, hier eher auf die Subway (U-Bahn) oder auf Taxen zu setzen. Beides funktioniert erstaunlich gut. wobei die Subway das schnellste Verkehrsmittel ist. Ganz New York ist mit einem engen Liniennetz überzogen, so dass man relativ schnell (wobei in New York "relativ" auch genau so gemeint ist) von A nach B kommt - wenn man denn verstanden hat, was "local trains" von "express trains" unterscheidet, dass "downtown" innerhalb der Stadt nach unten und "uptown" nach oben geht und dass durch Bauarbeiten (gerade am Wochenende) die eine oder andere Linie überhaupt nicht fährt und durch eine andere ersetzt wird (obwohl die eigentlich ganz woanders hin fährt). Zumindest tagsüber soll das Fahren mit der U-Bahn übrigens recht sicher sein (wenn man vielleicht nicht bis in die Tiefen der Bronx fährt) - und das kann ich nur bestätigen. Auch wenn die "Unterwelt" doch eine Welt für sich ist und durchaus den Eindruck macht, als ob der letzte Eimer Farbe vor mehr als fünfzig Jahren dort an die Wand gekommen ist, habe ich mich nicht unwohl gefühlt. Im Gegenteil: in New York arbeiten mehr als 40.000 Polizisten - und die habe ich glaube ich auch alle gesehen ;-)

SubwayAlternativ hierzu kann man auch ganz einfach eines der rund 15.000 Taxen benutzen. Anders als in anderen Städten gibt es hier allerdings keine Taxistände und auch keinen telefonischen Taxiruf - die gelben Autos sind hier ständig auf den Straßen unterwegs und man winkt sich einfach eins heran, wenn man eins braucht. Und es ist auch praktisch immer eins da - i.d.R. geht das in wenigen Sekunden, direkt nach Theaterschluss am Times Square muss man vielleicht auch mal drei Minuten warten. Die Fahrten sind relativ günstig; eine durchschnittliche Fahrt kostet irgendwo zwischen $5 und $10 inkl. Steuern und Trinkgeld (ganz wichtig: das Trinkgeld ist im Taxi, im Restaurant bzw. praktisch überall da, wo jemand "Service" erbringt, also auch für Zimmermädchen, Gepäckträger, "Taxiherbeiwinker" im Hotel, Platzanweiser im Theater usw., notwendiger Lohnbestandteil und sollte etwa bei 15-20% der Rechnungssumme liegen bzw. etwa $1-$2 für einfache Dienstleistungen). Während der Fahrt kann man auf einem Touchscreen aktuelle Nachrichten anschauen, den Wetterbericht checken, Werbung sehen oder einfach auf der Straßenkarte den Weg verfolgen - es wird also nicht langweilig. Eine Unterhaltung mit dem Taxifahrer wird man übrigens in der Regel nicht führen - obwohl fast alle Taxifahrer unablässig während der Fahrt sprechen ... allerdings meistens in das Bluetooth-Headset ihres Handys. Ach ja, auch wenn die Fahrt im Taxi bequem ist - sie dauert meistens deutlich länger als die parallele Subway-Fahrt, da sich natürlich auch Taxen nicht dem Verkehr entziehen können (und ihn auch trotz ständigem Hupen nicht beschleunigen können); gerade nachts würde ich das Taxi der Subway aber rein gefühlsmäßig vorziehen wollen.

South Street SeaportAber ich schweife ab ... der Stop-and-Go-Verkehr hat aber auch seine Vorteile - auf dem Weg zu unserem Boot haben wir somit die Gelegenheit von unserer Reiseführerin Christine viel über New York und das Leben dort zu erfahren. Im späteren Gespräch stellt sich übrigens heraus, dass Christine nicht nur "aus der Nähe von Frankfurt" kommt (wie sie in ihrer kurzen Vorstellung erwähnt hat) sondern direkt aus Heusenstamm - so klein ist manchmal die Welt ...

Am South Street Seaport nutze ich die kurze Wartezeit bis zum Ablegen noch für ein paar E-Mails und News über ein offenes WLAN (gibt es in NYC übrigens fast flächendeckend und oftmals auch offiziell zur freien Nutzung eingerichtet) bevor wir nun auf der "Cephyr" zunächst unter der Brooklyn Bridge hindurch bis zu den Vereinten Nationen auf dem East River, dann zurück um die Südspitze Manhattans, der Freiheitsstatue (dieses Mal bei etwas besserem Tageslicht) und Ellis Island bis zum World Financial Center fahren. Nach etwa einer Stunde und etlichen Fotos später legen wir wieder am Seaport an. Hier trenne ich mich dann auch gleich von unserer Ausflugsgruppe, da ich die restliche Zeit in Lower Manhattan verbringen will (wenn ich schon mal da bin) und auf die lange Rückfahrt zum Schiff verzichte (das mache ich nachher mit der Subway).

Zunächst ist aber Mittagessen angesagt - und hierfür bietet sich der South Street Seaport ideal an. Hier reiht sich Imbissstand an Imbissstand, so dass ich mich entscheide, einmal einen amerikanischen "Subway" (damit meine ich jetzt die Sandwich-Company) auszuprobieren. Und siehe da: es gibt keinen Unterschied zu uns. Selbst die Namen der Sandwiches sind gleich - und auch das Kleckern beim Essen ist wie zu Hause ;-)

HelikopterflugNYC von obenEigentlich wollte ich ja direkt danach in den Financial District eintauchen - kurzfristig entscheide ich mich dann aber doch noch um. Etwa 500m entfernt ist nämlich Pier 6 - und der Downtown Heliport. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint - wenn nicht jetzt, wann dann? Und dann geht alles ganz schnell - zehn Minuten später kenne ich die Rundflugangebote (etwa 15 Minuten Flug den East River entlang, auf Höhe des Central Parks den Hudson River zurück bis nach Ellis Island, einmal rund um die Freiheitsstatue und dann zurück zum Heliport für $149) und los geht's. Ein bisschen Security Check und dann mit vier weiteren Personen ab in den Hubschrauber. Ich habe auf dem Weg dorthin gleich mal ein bisschen getrödelt NYC von obenund komme als letzter an - damit habe ich dann unweigerlich auch einen Fensterplatz ;-) und schon geht's auch los. Jetzt kommen also zwei Sachen zusammen: mein erster Hubschrauberflug und eine Stadtbesichtigung von oben. Und noch bevor ich mir Gedanken machen kann, wie das mehrere hundert Meter über der Erde so sein wird, muss ich auch schon die ersten Fotos machen - vom Flug merke ich praktisch überhaupt nichts. Unser Pilot kommentiert die Aussicht über Kopfhörer und meine Begeisterung für diese gigantische Stadt nimmt immer mehr zu. Allein der Central Park ist z.B. doppelt so groß wie das ganze Fürstentum Monaco... Inzwischen sind wir schon auf dem Rückflug über dem Hudson River, sehen die AIDA am Pier 90 und umrunden die Freiheitsstatue (hier merkt man kurzzeitig übrigens, dass wir in einem Hubschrauber sitzen, da er den Kreis mehr oder weniger auf der Seite liegend dreht - ist aber ein geiles Gefühl). Ich glaube, ich muss das mit dem Hubschrauber noch einmal wiederholen - da gibt es doch diesen netten Lehrgang an der Feuerwehrschule ;-) Viel zu schnell ist Flug zu Ende und wir haben wieder festen Boden unter den Füßen - das war einfach nur genial!

Wall StreetWeiter geht es zu Fuß. Der Financial District liegt nur wenige Minuten entfernt, so dass ich als nächstes die Wall Street (hier insbesondere 60 Wall Street), die NYSE (New Yorker Börse), die Trinity Church, St. Pauls und WTC Site (Ground Zero) in Augenschein nehme. Im Interesse meiner Füße und in Aussicht auf die vor mir liegenden drei Tage entscheide ich mich dann, den Weg zum Schiff soweit möglich mittels Subway zurückzulegen und verschwinde nach ausführlichem Studium meines elektronischen Linienplans in der nächsten Subway-Station. NYSEDank noch einiger Rest-Fahrten auf René's MetroCard komme ich auch ohne Studium des Automaten auf den Bahnsteig und steige auch auf Anhieb in die richtige Bahn, so dass ich etwa zehn Minuten später am Times Square wieder in die "Oberwelt" entsteige. Von hier wage ich dann den Weg zu Fuß zum Schiff (sind eigentlich nur fünf Blocks und acht Straßen - zieht sich dann aber doch fast eine halbe Stunde).

Auf dem Schiff bleibt dann gerade noch Zeit für das Abendessen und einen kurzen Austausch über die Erlebnisse des Tages mit einigen Mitreisenden bevor der nächste Ausflug startet: NYC08 ("Die Lichter der Großstadt"). Zunächst ist wieder der Times Square unser Ziel - jetzt allerdings bei Dunkelheit. OK, "Dunkelheit" am Times Square heißt eigentlich eher "taghell". Der Platz besteht praktisch nur aus Leuchtreklamen, überdimensionalen Flatscreens, Anzeigetafeln und viel buntem Licht. Gut, dass Strom hier wohl irgendwie recht billig ist ;-) Big, bigger, New York ...

Manhattan bei NachtWeiter geht es nun über die Manhattan Bridge nach Brooklyn, so dass sich die beleuchtete Skyline von Lower Manhattan unzähligen Fotoapparaten als Motiv anbietet. Dass fast alle davon über den Hudson River blitzen, bin ich seit meiner Norwegen-Tour ja gewohnt (ich erinnere an das Kapitel über das Nordlicht) - dass aber jemand seiner Gattin sagt, sie müsse das Foto noch einmal machen, es habe schließlich nicht geblitzt, krönt sogar das noch einmal ...). Wie auch immer, ich kralle mein Gorilla-Pad an das Geländer am Ufer und versuche auch mein Bestes (allerdings ohne Blitz).

Die Rückfahrt zum Schiff durch das nächtliche New York unterbrechen wir noch einmal für eine halbe Stunde in Greenwich Village, wobei ich persönlich da der Kölner Altstadt den Vorzug gebe (mal ganz abgesehen davon, dass es hier kein Kölsch gibt).

Es ist jetzt kurz nach Mitternacht und ein langer Tag geht zu Ende. Ich verzichte auf jeglichen Absacker, packe nur noch schnell meine Koffer (die müssen bis um 2.00 Uhr vor der Kabine stehen, damit sie über Nacht abgeholt und ins Hafenterminal gebracht werden können) und stelle beim Einschlafen fest, dass zehn Tage AIDA wieder einmal viel zu schnell vorbei sind ...


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