Mit der MS Trollfjord von Bergen über Kirkenes nach Trondheim
- Reisebericht vom 23. Februar - 4. März 2008 -


2. März 2008: Polarkreis, Hurtigrutenmuseum und Raftsund


Die nun folgende Nacht bringt lediglich einen kurzen Stopp in Finnsnes mit sich (den ich aber wie üblich verschlafe), so dass ich pünktlich zum Frühstück aufwache.

Die schönste Seereise der Welt ...Ansonsten steht der heutige Tag ganz im Zeichen der Erholung und Entspannung. Nach dem Frühstück beginne ich den Tag, der im Wesentlichen mit blauem Himmel aufwartet, im Whirlpool an Deck und lasse die Landschaft an mir vorüberziehen.

Wir nähern uns dabei unausweichlich dem Polarkreis (jetzt leider von der anderen Seite) - vereinzelte schneefreie Flächen an den Bergrändern weisen auf das langsam aber sich näher kommende Ende unserer Fahrt entlang der norwegischen Küste hin.

Bis dahin ist aber weiterhin Urlaub angesagt. Da Julia Durant heute Nacht um kurz vor Drei ihre Verbrecherjagd erfolgreich abgeschlossen hat (Ihr erinnert Euch an den Krimi von Andreas Franz?), nutze ich den Vormittag, um die inzwischen über 800 Bilder zu sichten, zu sortieren und zu bearbeiten - natürlich in der Panorama-Galerie (wo auch sonst?), um auch nichts zu verpassen.

Stokmarnes - HurtigrutenmuseumInzwischen ist es kurz nach zwei und wir legen gerade in Stokmarknes an, dem Geburtsort der Hurtigruten. Natürlich befindet sich hier auch das Hurtigrutenmuseum, in dem die seit 1893 dauernde Geschichte der Schifffahrtslinie zwischen Bergen und Kirkenes - die übrigens auch Nationalstraße Nr. 1 genannt wird - noch einmal lebendig wird.

Und je tiefer man in die Vergangenheit einsteigt, um so deutlicher werden die Unterschiede zwischen der ersten Fahrt mit Kapitän und Gründer Richard With und der heutigen "schönsten Seereise der Welt". Waren es seinerzeit noch echte Postschiffe, bei denen der Kapitän bei Wind und Wetter auf der Brücke im Freien stand, die neben viel Fracht auch Passagiere mitnahmen, so sind die Schiffe der neuen Generation (zu denen auch die MS Trollford gehört) dann doch eher Passagierschiffe, die auch Fracht mitnehmen.

MS Trollfjord - LadeaktivitätÜbrigens sollte man das nicht unterschätzen. In jedem der 34 Häfen stehen bei Ankunft Hafenarbeiter mit Gabelstaplern bereit, um die Paletten ein- und auszuladen; es werden Fahrzeuge an und von Bord gefahren und auch Passagiere, die nur wenige Häfen weiter wieder aussteigen, gehen regelmäßig an Bord. Ohne Hurtigruten wäre das Leben in vielen Küstenorten in der Tat undenkbar.

Doch zurück zum Museum: Neben Dokumenten, Fotos und Gegenständen aus über 100 Jahren Hurtigruten-Geschichte gibt es eine Multimediashow, die den früheren Alltag auf den Schiffen beschreibt sowie die Möglichkeit, ein Schiff aus den 50er-Jahren, die MS Finnmarken, zu besichtigen.

Zurück an Bord ist das auch die letzte größere Station vor meinem Zielhafen, Trondheim, gewesen.

Wir legen zwar noch an acht verschiedenen Häfen an, haben überall jedoch nur kürzere Aufenthalte (mit Ausnahme von Bodø, das wir heute Nacht um 1.30 Uhr anlaufen und um 4.00 Uhr wieder verlassen, bzw. Svolvær, Sandnessjøen und Rørvik, wo die Liegezeit allerdings nur einen kurzen Spaziergang am Hafen erlaubt).

Somit bietet der Rest der Reise noch ausreichend Gelegenheit zur Entspannung und Landschaftsbeobachtung - immerhin liegen jetzt noch die Lofoten und morgen die Polarkreisüberquerung und die Sieben Schwestern vor uns ...

Die schönste Seereise der Welt ...Und das hat es in sich: spätestens mit Einfahrt in den etwa 20 km langen Raftsund beginnt wohl auch einer der schönsten landschaftlichen Strecken. Es ist jetzt mehr ein Gleiten als ein Fahren, kleine und kleinste Inselchen werden umrundet, rechts und links türmen sich die bis zu 1.000 m hohen Berge der Vesterålen und Lofoten auf - und wir bewegen uns unaufhörlich auf den Sonnenuntergang zu. Mancher mag das kitschig finden - ich würde diesen Augenblick liebend gern für immer einfrieren (hab ich natürlich fotografisch auch versucht).

Die Durchsage mit dem Hinweis auf das Abendessen reißt mich allerdings aus den Träumen. Im Speisesaal erwartet uns heute Westfjordschinken mit Selleriesalat an mariniertem Spargel, anschließend gebackener Seelachs mit Dillkartoffeln sowie zum Dessert ein Zitronensorbet mit Heidelbeeren - ich befürchte leider das Schlimmste, wenn ich an die Waage zu Hause denke. Wahrscheinlich gilt das AIDA-Motto "Abnehmen ist danach angesagt" auch für Fahrten mit der Hurtigruten...

Zum Abschluss geht es nach dem Essen noch mal für eine halbe Stunde in den Whirlpool - das ist einfach nur genial: Man liegt im warmen Wasser, rund herum blubbert es und über einem nur der klare Sternenhimmel ... Wie kann ein Tag schöner enden?


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