Mit der MS Trollfjord von Bergen über Kirkenes nach Trondheim
- Reisebericht vom 23. Februar - 4. März 2008 -


23. Februar 2008: Bergen und Aufbruch zur großen Reise


MS TrollfjordEs ist wieder mal soweit ... eine Seereise steht an. Dieses Mal allerdings nicht mit einem Schiff der AIDA-Flotte sondern auf Empfehlung einer Kollegin "die schönste Seereise der Welt" - mit einem Schiff der "Hurtigrute" die norwegische Westküste entlang.

Nach ausführlichem Studium der Website ("http://www.hurtigruten.de"), einschlägigen Internetforen zum Thema "Norwegen" und "Hurtigruten", des aktuellen Katalogs, zweier Reiseführer und besagtem Gespräch mit der Kollegin steht fest - es wird eine 11-tägige Reise mit der "MS Trollfjord", beginnend in Bergen, über das Nordkap bis nach Kirkenes (wenige Kilometer vor der russischen Grenze) und dann zurück bis nach Trondheim.

Die Anreise erfolgt ganz ordinär mit dem Flieger. Morgens von Frankfurt nach Kopenhagen und anschließend weiter nach Bergen. Das klappt auch absolut problemlos, die beiden Linienflüge der SAS sind pünktlich, so dass um 13.40 Uhr die Landung in Bergen den Beginn des Urlaubs einläutet.

Alternativ wäre auch die Anreise über Kiel, dann mit der Fähre nach Oslo und von dort mit der Bergenbahn bis Bergen möglich gewesen - trotz der Attraktivität der Fahrt mit der Bergenbahn (die ich ja auf einer Teilstrecke bei einer meiner AIDA-Fahrten schon einmal erleben durfte) hat hier aber die Bequemlichkeit gesiegt ... ich hatte einfach keine Lust, mein Gepäck quer durch Deutschland und Norwegen hinter mir herzuziehen ...

Deshalb geht es bequem und organisiert weiter: Am Flughafen steht bereits der Transferbus zum "Hurtigrutenterminalen", dem Anlegeplatz der MS Trollfjord, bereit, so dass es gegen 15.00 Uhr zum Einchecken gehen würde - wenn denn das Schiff da wäre ... So können wir zwar unser Gepäck abgeben, müssen dann aber noch bis gegen halb fünf warten, bis wir einchecken und aufs Schiff können. In der Zwischenzeit hat sich zwar die Möglichkeit für einen kurzen Bummel in die Innenstadt geboten (Brygge in Bergen ist da ja sehr zu empfehlen), allerdings haben wir leider keinen der 15 Nicht-Regentage im Jahr erwischt, so dass die Mehrheit sich einfach im Terminal in die Warteschleife gelegt hat - und da Warten bei einem Kaffee angenehmer ist, sind die Plätze in der Cafeteria auch schnell belegt. Einziges Problem: diese hat geschlossen ... Zum Glück gibt es Kaffeeautomaten - und wenn diese Euromünzen bzw. Kreditkarten nehmen würden, würden diese auch Umsatz machen. So kommen wir aber leider nicht zusammen - woher hätte man bis jetzt auch NOK-Münzen bekommen sollen ...

Doch zurück zum eigentlichen Thema ... Gegen 16.30 Uhr geht es zum Einchecken: Voucher abgeben, Bordkarte entgegen nehmen und fertig. Kein Sicherheitsfoto wie auf der AIDA, keine Gepäckkontrollen beim Boarding - scheint aber auch so zu gehen. Hier zeigt sich dann doch, dass es sich bei den Schiffen der Hurtigruten um öffentlichen Personennahverkehr handelt (auch wenn man "Nähe" hier anders definiert). Und anders als auf den Schiffen der AIDA-Flotte kann man hier auf Wunsch auch sein Auto mitnehmen und im Schiffsrumpf kostenlos unterstellen.

Kabine 679Auf dem Schiff fühle ich mich gleich zu Hause - auch wenn die Geburtsstadt der MS Trollfjord nicht Papenburg ist, sieht doch alles irgendwie vertraut aus. Zwar ist hier alles ein (oder zwei) Nummern kleiner als auf der AIDAdiva, aber dennoch ähnlich gestaltet. Ein kurzer Blick auf den Deckplan genügt, um die mir zugewiesene Kabine 679 zu finden. Diese befindet sich auf Deck 6 (Backbord) ziemlich weit hinten am Heck - ob das beim zu erwartenden Seegang gut ist, wird sich noch zeigen ...

Glücklicherweise wartet bereits mein Koffer vor der Kabinentür, so dass ich gleich mit dem Einräumen der Schränke beginnen kann. Meine Überraschung war allerdings schon groß, als ich diese zum ersten Mal geöffnet habe: der Kleiderschrank ist zwar einen Meter breit, allerdings nur 11 cm tief - außer ein paar Jacken und Hosen (quer!) lässt sich da nichts hineinhängen. Bleibt das Schränkchen neben dem Waschraum - hier sind zumindest drei Fächer vorhanden, so dass (mit geschicktem Stapeln) die Wäsche und die Technik (was man unterwegs halt so braucht) unterkommt - der Rest bleibt erstmal im Koffer (der seinen Platz unter dem Bett findet).

BadDa die Kabine grundsätzlich für eine Belegung mit zwei Personen gedacht ist (und vermutlich jeder Wäsche und Kleidung dabei hat), könnte ich mir hier aber schon ein bisschen Gedrängel im Schrank vorstellen ... Außerdem würde dann die Sitzbank (auf der ich gerade am Notebook sitze) ein Bett sein - da zeigt sich dann doch, dass auch 11 m² ihre Grenzen haben (in diesem Fall also ein klares Plus für die Außenkabinen auf der AIDA) - als "Alleinbeleger" ist das allerdings kein echtes Problem. Positiv hervorzuheben ist im übrigen die Fußbodenheizung im Waschraum - seit ich herausgefunden habe, dass der Schalter "Heater Cable" genau diese mit Strom versorgt, ist es hier angenehm warm ...

Was gibt es sonst noch zur Kabine zu berichten? Selbstverständlich gibt es Handtücher (ein Badetuch und ein Handtuch pro Person), aber auch einen fest montierten Föhn im Waschraum. Neben der Dusche und der Toilette befinden sich hier ein Waschbecken, ein (ausreichend großer) Spiegelschrank sowie eine Wäscheleine. Außerdem lagern im Schrank ein zweites Kopfkissen sowie zwei Wolldecken. Rettungswesten sind nicht vorhanden (zumindest nicht auf der Kabine); stattdessen sind überall an Bord Schränke mit Rettungsjacken verteilt.

In der eigentlichen Kabine befinden sich vier Steckdosen (normale Schukosteckdosen mit 230 V Spannung) - eine am Schreibtisch, zwei neben dem Bett und eine weitere unter der Kabinendecke. Da sich direkt daneben eine Antennendose befindet ist zu vermuten, dass hier grds. der Anschluss eines TV-Gerätes (wie es in den Innenkabinen üblich ist) angedacht ist - von daher kann es nicht schaden, ein handelsübliches Antennenkabel mitzunehmen, wenn man ggf. sowieso ein Notebook oder tragbaren DVD-Player mit analogem TV-Anschluss dabei hat - vielleicht ist die Dose ja belegt. In der Kabine befindet sich ein Telefon, das für externe Gespräche mit einem Kreditkartenleser ausgestattet ist - die ersten beiden Minuten kosten pauschal 20 NOK, jede weitere Minute 3 NOK (wobei nicht klar ersichtlich ist, ob dies auch für Auslandsverbindungen gilt). Für diejenigen, die ein paar Tage Urlaub nicht ohne Internetanschluss überstehen würden, gibt es an Bord vier Internet-PCs (gegen Gebühr); außerdem ist fast überall die Einwahl mittels Mobilfunk über GPRS, teilweise auch EDGE oder gar UMTS möglich.

BarAls nächstes steht der obligatorische erste Rundgang auf dem Schiff an. Aufregendes gibt es hier nicht zu entdecken: Rezeption, Ausflugsschalter, Shop, Bar, Restaurant, Bibliothek, Sauna, (Mini)-Fitnessraum, Sonnendeck (immerhin mit zwei beheizten Whirlpools) und Cafeteria - also alles was man braucht ... und hier zeigt sich dann auch, dass Vergleiche mit anderen Kreuzfahrtschiffen nicht wirklich angebracht sind (und deshalb von mir jetzt auch nicht mehr gemacht werden). Die Schiffe der Hurtigruten sind in erster Linie Postschiffe, die auch Passagiere mitnehmen (wenn auch auf einem sehr hohen Niveau) - der Reiz liegt hier also in Ruhe, Entspannung und faszinierenden Landschaften ... und genau deshalb bin ich hier ;-)

Für 18.30 Uhr hat der Küchenchef dann ans Buffet geladen - im Restaurant "Saga Hall" ist das Abendessen angerichtet. Heute wird am Buffet (an den restlichen Tagen der Reise wird hier abends dann ein 3-Gänge-Menü serviert) aufgefahren, was Küche und Speisekammer bzw. das Meer zu bieten haben: Fisch in allen Variationen (roh, gekocht, mariniert, ...), Meeresfrüchte (Taschenkrebse, Langustinen), Fleisch (Rind, Lamm, Schwein), Beilagen satt und zum Abschluss Käse, Obst und Süßes bis zum Abwinken.

Meeresfrüchte am BuffetDie Getränke beim Essen sind - im Gegensatz zu AIDA-Reisen - im Reisepreis nicht enthalten. Allerdings gibt es die Möglichkeit, sog. "Weinpakete" oder "Wasserpakete" zu buchen. Diese Pakete zu knapp 3.200 NOK (Wein) bzw. 300 NOK (Wasser) beinhalten zu jedem Abendessen eine Flasche Wein (nach Empfehlung des Küchenchefs) bzw. unbegrenzt Wasser (mit oder ohne "Kohlensauer"). Da ich allerdings auch nach dem Abendessen noch etwas von der Reise mitbekommen will, habe ich mich nur für die "Wasser-Flatrate" entschieden und trinke den Wein dann nach Bedarf gläserweise...

Und wo wir schon bei Flatrates sind ... es gibt eine weitere hiervon auf dem Schiff. In der Cafeteria (die übrigens rund um die Uhr geöffnet hat und - neben Getränken - kleine und große Speisen bereit hält) kann man einen "Kaffee-Deal" abschließen. Man kauft für 195 NOK einen Alu-Kaffeebecher (auf dem auch das "Hurtigruten/MS Trollfjord"-Logo aufgedruckt ist) und kann diesen dann bis Jahresende beliebig oft mit Kaffee oder Tee füllen. Bei einem Preis von 26 NOK für eine Tasse Kaffee schien mir das in der Tat ein Deal zu sein, auch wenn ich ihn voraussichtlich nur 11 Tage (und nicht bis Jahresende) nutzen werde. Anschließend wird der Becher dann jedoch weiterhin seinen Dienst tun - und zwar an meinem Frankfurter Arbeitsplatz, an dem ich regelmäßig zu kleine Becher für die Latte Macchiato aus dem Schrank nehme ... die Sauerei an der Kaffeemaschine sollte mit diesem Teil dann also der Vergangenheit angehören. ;-)

Nachdem die ersten beiden Kaffee also im Harald sind und bei der Verdauung des (viel zu) üppigen Abendessens unterstützen, gibt der Kapitän das Signal zum Ablegen - mit leichter Verspätung um 23.15 Uhr beginnt die "schönste Seereise der Welt" ...


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