Mit der AIDAblu eine Woche durch die Fjorde Norwegens
- Tagebuch vom 10. - 18. Mai 2006 -


15. Mai 2006

Der Rückweg beginnt

Seetag



So richtig viel gibt es über den heutigen Tag, den wir komplett auf See verbringen, gar nicht zu schreiben. Seetage sind für mich eigentlich die "echten" Urlaubstage, da ich hier den lieben langen Tag eigentlich gar nichts mache (obwohl das Angebot an Bord zahlreiche Möglichkeiten bietet, was man denn machen könnte) - und genau dieses "Nichtstun" (außer vielleicht ein bisschen Lesen, auf dem Balkon vor mich hindösen oder mal zu einem leckeren Cocktail greifen) genieße ich als Kontrast zu den hektischen Tagen zu Hause doch sehr.

So hat der Tag heute deutlich später als die letzten begonnen - Ausschlafen war angesagt, so dass ich das Frühstück im Marktrestaurant durch den Brunch im Buena Vista ersetzen musste - macht aber nichts, die fehlenden Kalorien lassen sich im Laufe des Tages sicherlich mit Cocktails (die es im übrigen auch alkohol- aber leider nicht kalorienfrei gibt) ersetzen.

Den Nachmittag konnte ich dann tatsächlich auf dem Pooldeck verbringen - zwar nur mit Unterstützung einer Decke, aber immerhin... Wie man hört, soll es zu Hause aber auch nicht wirklich viel wärmer sein. Somit hat sich das mit den Cocktails bewahrheitet; es ist aber auch verlockend, sich die Seeluft um die Nase wehen zu lassen, einen Cocktail neben sich und ein Buch in der Hand zu haben.

Pünktlich zu Beginn der Essenszeit hat unser Kapitän zu einer "Nautischen Fragestunde" in die AIDA-Bar eingeladen. Hier verfolgen mehr als zweihundert Mitreisende einen etwa halbstündigen Vortrag über die Teile des Schiffs, die man als Reisender seit 9/11 nicht mehr zu sehen bekommt - die Brücke, den Maschinenraum sowie zahlreiche technische Einrichtungen im Hinter- und Untergrund. Im Anschluss daran wurden noch zahlreiche Fragen aus dem Publikum beantwortet - wer nicht dabei war, hat hier tatsächlich etwas versäumt ... Allein die gigantischen Eckdaten des Schiffes (Masse > 36.000 Tonnen, Tiefgang > 8,20 m, Höhe (über Wasser bis Schornstein) > 50 m, ...) und die täglichen Verbrauchswerte (> 600.000 Liter Frischwasser, rund 150 t Schweröl, etwa 7 Tonnen Lebensmittel, ...) beeindrucken doch immer wieder aufs Neue ...

Anschließend gehe ich schweren Herzens ins Restaurant und mache mich mit dem Gedanken vertraut, dass AIDA "Abnehmen Ist Danach Angesagt" bedeutet und widme mich anschließend dem französischen Themenabend mit Weinbergschnecken, Meeresfrüchtesalat, eingelegten Lammkoteletts, gebackenen Kartoffeln und einem grandiosen Käsebuffet.

Der heutige Tag bietet sich im übrigen an, einmal über Männer und Essen zu sprechen. Durch mehrtägige Beobachtungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass man Männer hier wohl in drei Typen einteilen kann. Da gibt es zunächst einmal diejenigen, die eigenständig ans Buffet gehen, sich dort die Gerichte nehmen, die sie essen wollen und glücklich damit sind - das sind allerdings die wenigsten. Weithaus häufiger vertreten sind die beiden anderen Typen. Die einen gehen zwar auch eigenständig ans Buffet, werden bei ihrer Rückkehr an den Tisch jedoch mit der Frage empfangen, warum sie sich denn vom Tintenfisch oder der Rinderzunge genommen hätten - das würde ihnen doch gar nicht schmecken. Da hilft dann übrigens auch keine Gegenwehr im Sinne von "Doch" oder "Lass' mich doch mal probieren" - die Gattin weiß es besser (und lässt meistens auch die Tischnachbarn daran teilhaben: "Das hat er noch nie gegessen ..."). Die letzte Gruppe umgeht dieses Problem, in dem sie gar nicht erst ans Buffet geht sondern gleich die Dame des Hauses beauftragt, "etwas Gutes mitzubringen" - oftmals noch begleitet von den Worten "Ich weiß ja sonst gar nicht, was ich nehmen soll." Da fragt man sich dann schon, wieso Männer noch nicht ausgestorben sind ...

So, aber genug gelästert ... Heute ist mal wieder Bingo-Zeit: und fast (bis auf zwei Zahlen) hätte es auch geklappt - also gut, dann halt am Mittwoch beim "Jackpot-Bingo", da lohnt es sich auch eher ;-) Ansonsten nutze ich den Abend mal für einen kleinen Ausflug ins Internet und verbringe die letzten Stunden des Seetages mal gesittet bei einer Kaffeespezialität und einem spannenden Buch im Atrium.


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