Mit der AIDAblu eine Woche rund um die Kanarischen Inseln
- Tagebuch vom 17. - 24. Dezember 2005 -


21. Dezember 2005

"Insel der Ruhe"

Puerto del Rosario (Fuerteventura)



Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt - so muss es telefonischen Berichten zufolge zu Hause aussehen. Hier ist das glücklicherweise anders: selbst vor Sonnenaufgang um 7.44 Uhr haben wir bereits die 20°C-Marke erreicht - allerdings lässt die eine oder andere vorwitzige Wolke eine gewisse Vorahnung aufkommen, dass es zwar nicht unbedingt kälter, dafür aber feuchter werden könnte … warten wir's mal ab.

Den heutigen Tag beginne ich wie die anderen auch - mit dem Frühstück. Da Abwechslung das Leben ja bekanntlich erst interessant macht, gibt's heute - neben dem obligatorischen Rührei mit Speck - die amerikanische Variante im California Grill: Muffins und Schinken-/Käse-Toast.

Auch heute habe ich noch einmal eine Ausflugspause vorgesehen und plane stattdessen, den Tag mehr oder weniger lesend in der Sonne zu verbringen. OK, das mit dem Lesen klappt, das mit der Sonne nicht durchgängig. Wir haben heute so eine Art Aprilwetter, allerdings auf hohem Niveau; will heißen, Sonne und Regen wechseln sich ab, wobei sich die Temperaturen durchweg über der 20°C-Marke bewegen, so dass ich eigentlich nur zwischen überdachten und im Freien befindlichen Liegen auf dem Pooldeck wechseln muss.

Das Mittagessen lasse ich heute mal ausfallen (ich wüsste auch nicht wirklich, wohin ich das noch essen sollte) und ersetze es mit zwei Cocktails von der Poolbar. Dafür halte ich mich am Nachmittag an das Kuchenbuffet, das ich bislang eigentlich immer erfolgreich mit Missachtung gestraft habe, und plündere den Obstteller auf meiner Kabine.

Ach ja, das ist vielleicht der richtige Zeitpunkt, um das eine oder andere Wort zu meiner Kabine zu sagen. Bereits nach meiner ersten Tour mit der AIDAvita habe ich die Vorzüge einer Balkonkabine zu schätzen gewusst: es ist schon ein angenehmes Gefühl, nicht nur in klimatisierten Räumen zu leben sondern auch einmal frische Luft hereinzulassen oder am späten Abend in der warmen Abendluft in Ruhe auf seinem Balkon zu sitzen und dem Meeresrauschen zu lauschen. Von daher hatte ich auch für diese Fahrt eine Balkonkabine geplant, alternativ aber auch eine Junior-Suite in Betracht gezogen (und diese dann auch bekommen). Und einem bekannten Berliner Politiker folgend kann ich sagen: "Und das war gut so!" Der im Verhältnis moderate Aufpreis von rund 15% hat sich aus meiner Sicht absolut gelohnt. Zum einen ist die Kabine mit 35 m² doppelt so groß, zum anderen ist sie die "Eintrittskarte" in die Private Lounge, die nicht nur eine Oase der Ruhe darstellt sondern auch den Zugang in die weite Welt des Internet ohne weitere Kosten ermöglicht. Weitere Annehmlichkeiten sind die Minibar, kostenfreie Wasserflaschen sowie ein ständig wieder aufgefüllter Obstteller (soviel Obst esse ich sonst in einem halben Jahr nicht wie hier in einer Woche) in der Kabine. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dafür das ständige Kommen und Gehen des Kabinenstewards, der sich mindestens drei Mal am Tag davon überzeugt, dass alles in Ordnung ist, ständig Handtücher wechselt, den Obstteller auffüllt und die Wasserflaschen austauscht und morgens und abends das Bett richtet - hier gewöhnt man sich dann doch recht schnell an, das "Please do not disturb"-Schild an die Tür zu hängen.

Der restliche Nachmittag steht dann heute mal meinem Arbeitgeber zur Verfügung. Wichtige Dinge müssen erledigt werden … Das wäre ja auch nicht weiter schwierig, wenn die dazu notwendigen Faxnachrichten das Schiff erreichen würden. Leider hat man sich jedoch dazu entschieden, mit 0190-, 0900- und 00870- beginnende Faxnummern in unserer Telefonanlage zu sperren, so dass allein die Übermittlung eines simplen Telefax ein Abenteuer für sich dargestellt …

Zeit fürs Abendessen: Vorgestern habe ich ja meine ersten Versuche an der Sushi-Bar gemacht, indem ich den Sushi-Einführungskurs belegt habe. Auf den Geschmack gekommen, habe ich mich dazu entschieden, das Thema heute noch einmal zu vertiefen und habe "Sushi-Spezial", eine Platte mit vier verschiedenen Nigiri, vier Sorten Sashimi sowie einer Makirolle probiert. Auch wenn es erst einmal gewöhnungsbedürftig ist, Tintenfisch roh zu essen - es schmeckt wirklich toll (und ist gesund!). Zusammen mit einem warmen Reiswein ("Sake choya") war das schon ein tolles Geschmackserlebnis - das muss ich zu Hause weiter verfolgen…

Gerade noch geschafft - Basti zählt schon den Einsatz beim Bingo, so dass ich noch den letzten Schein ergattere … und heute lohnt es sich sogar. Für das große Bingo reicht es zwar noch nicht (es haben wieder drei Zahlen gefehlt), dafür habe ich immerhin zwei der drei kleinen Bingos (und die damit verbundenen zwei Flaschen AIDA-Sekt) abräumen können. Annass an der Bar hat sich auch gleich überreden lassen, diese jeweils gegen zwei Cocktails einzutauschen, so dass der Abend geschichert ischt …


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