Mit der AIDAblu eine Woche rund um die Kanarischen Inseln
- Tagebuch vom 17. - 24. Dezember 2005 -


19. Dezember 2005

Ewiger Frühling

Funchal (Madeira)



Neuer Tag - neues Wetter … so war's dann auch: morgens bewölkt, mittags Regen. Allerdings habe ich Glück: der gebuchte Ausflug findet noch im Trockenen statt und es beginnt erst nach unserer Rückkehr zu regnen.

7.00 Uhr - das Handy (bzw. die Weckfunktion desselben) macht sich bemerkbar und mahnt zum Aufstehen. Eigentlich ist es noch viel zu früh, aber was hilft's - in 1½ Stunden fährt unser Bus ab. Also aufstehen, duschen, kleines Frühstück in der Private Lounge und ab ins Theater, dem Treffpunkt für "MAD-02" (Funchals Highlights: Markt und Monte). Wer meinen ersten AIDA-Reisebericht kennt, weiß wie das abläuft: jeder meldet sich beim Eintreffen am Sammelpunkt bei den Scouts an. Jeder? Na ja, auch heute schaffen es zwei Mitreisende, sich der Meldung zu entziehen und wohl auch kurzzeitig ihren Namen zu vergessen, als er aufgerufen wird. Gefunden werden die beiden dann beim Durchzählen im Bus - wäre wohl auch langweilig sonst …

Aber was soll's, wir haben ja Urlaub. Mit einer kleinen Verspätung fahren wir also am Hafen zum Markt in Funchal ab. Im "Mercado dos Lavradores" gruppieren sich um einen Innenhof zwei Ebenen mit Verkaufsständen, die exotische Früchte und Gemüse aber auch Korb- und Lederwaren sowie Wein anbieten. Im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich die Fischhalle, in der auf langen Tischen Fische und andere Meerestiere zum Verkauf ausliegen (wie sagte unserer Reiseleiterin: "Das schmeckt deutlich besser als es aussieht.") Der Fisch kommt hier morgens fangfrisch an, wird von den Händlern in der Halle ausgenommen, gewaschen und zum Verkauf angeboten. Merkwürdig finde ich allerdings, dass die meisten Händler beim Ausnehmen des Fisches rauchen - wenn ich mir da vorstelle, welcher Hygiene-Aufwand bei uns zu Hause betrieben wird, wenn man nur ein paar Pommes frites in eine Friteuse werfen will, um diese am Weihnachtsmarkt zu verkaufen - ob da Europa evtl. doch noch nicht ganz vereinheitlicht ist …?

Weiter geht's dann zum Botanischen Garten ("Jardim Botânico"), der eine Mischung aus tropischen und subtropischen Pflanzen bietet. Überhaupt ist Madeira ein botanisches Paradies - das ganze Jahr über blühen hier Pflanzen, da ein Winter mit Frost und Schnee praktisch unbekannt ist. Madeira wird daher auch die Insel des "ewigen Frühlings" genannt, da die Temperaturen ganzjährig rund 20°C betragen - übrigens nicht unangenehm für einen Urlaub kurz vor Weihnachten …

Vom botanischen Garten trennen uns nur wenige Gehminuten von der erst in diesem Jahr eröffneten Kabinenseilbahn, die uns nach Monte zur berühmten Wallfahrtskirche "Nossa Senhora do Monte" bringt, in der der größte Teil des letzten österreichischen Kaisers, Karl von Habsburg, beigesetzt wurde (sein Herz wurde zwischenzeitlich nach Österreich überführt und dort beigesetzt).

Das Highlight des Ausflugs steht uns aber noch bevor: eine Korbschlittenfahrt. Wer jetzt meint, Schlitten könnte man nur fahren, wenn Schnee liegt, wird hier eines besseren belehrt: zwei in traditioneller weißer Tracht und mit Lederstiefeln (mit starken Profilgummisohlen ähnlich einem Autoreifen) gekleidete Männer führen den Schlitten aus Korb mit Holzkufen eine zwei Kilometer lange Straße den Berg hinunter. Mit Seilen wird der Schlitten an steilen Stellen gehalten, während er an flacheren Abschnitten geschoben wird. Interessant wird das Ganze, da die Straße teilweise nur unerheblich breiter als der Schlitten ist und die Schlitten sich diese auch noch mit allen anderen Verkehrsteilnehmern teilen müssen … Faszinierend! Ach ja, fast hätte ich es ja vergessen: im Vorfeld der Schlittenfahrt haben wir einen Poncha, ein inseltypischer hochprozentiger Likör, kosten können - war vielleicht auch gut so ;-)

Pünktlich zur Rückkehr aufs Schiff beginnt es jetzt auch zu regnen - und es wird auch erst in der Nacht aufhören … also bleibt nichts anderes übrig, als die Zeit mit Mittagessen (heute ist mal amerikanisches Essen mit Hamburger und Salat im California Grill angesagt), Lesen und Relaxen an der Bar zu verbringen.

Weiter im Programm geht es dann um 18.00 Uhr. Ich habe einen Platz im "Sushi-Einführungskurs" in der Sushi-Bar gebucht. Unser Chefkoch Thomas führt uns hier in die Geheimnisse des Sushi ein: ich lerne mit Stäbchen zu essen ohne dass auf dem Teller das große Chaos entsteht, ich erfahre, dass japanischer Meerrettich (Wasabi) tatsächlich sehr scharf ist, dass Sojasoße salzig schmeckt, aber zu einem Stück rohem Lachs hervorragend passt und dass sowohl Tinten- als auch Thunfisch roh mit Reis in Seetang gewickelt hervorragend schmecken. Ich glaube, ich muss das demnächst zu Hause mal vertiefen …

Während es draußen gerade stürmt und in Strömen regnet (inzwischen sind die Decktüren auf Backbordseite mit Warnungen vor Starkwind versehen worden), sitze ich im Theater und schaue mir die AIDA-Version des Grand Prix d'Eurovision an: Beiträge aus fünf verschiedenen Ländern sowie aus Eggenfelden wetteifern um den Sieg - am Ende macht Griechenland das Rennen. Es ist schon bewundernswert, wie das AIDA-Showensemble trotz deutlich spürbarer Schiffsbewegungen ihre Tanzeinlagen unbeeindruckt auf der Bühne präsentiert während der normale Reisende kaum in der Lage ist, seinen Platz im Theater unfallfrei einzunehmen.

Den Abschluss des Abends bildet dann ein Caipi (was sonst) an der AIDA-Bar, an der nachher die Karaoke-Show stattfindet - aber das ist eher nichts für den Sohn meines Vaters, so dass ich nach etwas Bettlektüre den fehlenden Schlaf von heute morgen nachhole …


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