Mit der AIDAblu eine Woche rund um die Kanarischen Inseln
- Tagebuch vom 17. - 24. Dezember 2005 -


18. Dezember 2005

Insel der tausend Lichter

Funchal (Madeira)



Der Weg nach Madeira heute Nacht war verhältnismäßig ruhig (wenn man den Reiseberichten im Internet glauben darf, ist das wohl nicht immer so); man hat zwar gemerkt, dass man auf einem Schiff ist - das war es dann aber auch. Gegen 9.00 Uhr stehe ich also ausgeruht auf und gehe, nach einer Stippvisite im Bad, in die "Private Lounge" zum Frühstück. Die "Private Lounge" steht in keinem Katalog, ist nicht auf aida.de erwähnt und ist auch auf dem Schiff nur den Bewohnern der Suiten vorgestellt worden: es handelt sich hierbei um einen geschlossenen Bereich, in dem es von 7.00 - 21.00 Uhr ein kleines Frühstück (aber immer noch in ordentlichem Umfang), Kaffee, Snacks und Kuchen sowie Softdrinks und Sekt gibt. Da sich die Lounge in einem abgetrennten Bereich des Schiffs (in unmittelbarer Nähe der Kapitäns- und Offizierskabinen) befindet, herrscht hier gegenüber dem üblichen Trubel eine himmlische Ruhe und - es stehen zwei kostenfreie Internet-PCs zur Verfügung ;-)

Ich sitze also gerade so beim Frühstück und checke mal schnell ein paar Mails als eine ohrenbetäubende Glocke ertönt: Generalalarm! Die obligatorische Seenotrettungsübung, an der ausnahmslos alle Passagiere teilnehmen müssen, beginnt (das ist übrigens die einzige Pflichtveranstaltung auf der AIDA). Die Passagierkabinen sind hierbei auf drei Sammelbereiche ("Musterstationen") eingeteilt, an denen sich alle nach Auslösung des Alarms mit angelegter Rettungsweste einzufinden haben. Das sieht schon lustig aus, wenn hunderte von Menschen mit ihren orangefarbenen Westen bekleidet wie aufgescheuchte Hühner durchs Schiff irren. Trotz hervorragender Organisation (an jeder Kreuzung und an jeder Treppe steht ein Crewmitglied als "Einweiser") laufen doch immer wieder einige in die entgegen gesetzte Richtung … Und: Ihr glaubt gar nicht, wie viele Varianten es gibt, sich eine Rettungsweste anzulegen. Klar, nur eine ist richtig und entfaltet ihre geplante Wirkung - bei einigen tritt hier aber eine erstaunliche Kreativität zu Tage ;-) Ich bin inzwischen im Theater (Musterstation A) eingetroffen und genieße den Ausblick auf schätzungsweise 700 weitere Leidensgenossen, die mit dickem Pulli und Rettungsweste im Zuschauerraum sitzen. Auf der AIDAvita war das ganze draußen auf Deck, da wäre der Pulli goldrichtig gewesen - hier ist es damit entschieden zu warm. Glücklicherweise dauert das Ganze nur 15 Minuten, in denen nochmals die Sicherheitshinweise wiederholt werden sowie eine Vollständigkeitskontrolle (allerdings nur stichprobenartig mit 10 Passagieren) vorgenommen wird - dann ist die Übung beendet und das normale Leben an Bord kann wieder beginnen.

Zunächst bedeutet das erstmal Anlegen in Madeira - pünktlich wie vorgesehen um 13.00 Uhr haben wir wieder festen Boden unter den Füßen, pardon: eine Kaimauer neben der AIDA. Da ich für heute keinen Ausflug gebucht habe ist es an der Zeit, mich auf dem Pooldeck mit Harry Potter zu beschäftigen. Unterbrochen vom Brunch (wird heute alternativ zu Frühstück und Mittagessen angeboten), der einen oder anderen Latte (Macchiato) und einem Eisbecher im Dolce Vita vergeht der Nachmittag viel zu schnell, so dass ich noch den einen oder anderen Sonnentag brauchen werde, bis ich mit HP fertig bin.

Um 18.30 Uhr geht es dann wieder ins Theater: die Ausflugspräsentation für La Palma ist an der Reihe. Leider bin ich immer noch nicht viel schlauer als vorher: die Ausflüge hören sich irgendwie alle interessant an, so richtig entscheiden zwischen den einzelnen Ausflügen kann ich mich allerdings nicht. Also entscheide ich mich, erstmal nichts zu buchen, das Wetter auf La Palma abzuwarten und dann ggf. kurzfristig einen Restplatz zu nehmen oder evtl. auch auf eigene Faust in La Palma loszugehen (den einen oder anderen Tipp hierzu habe ich im Forum von www.aida-fans.de schon gefunden).

Anschließend fällt die Entscheidung gegen die Teilnahme am gemeinsamen Absingen von weihnachtlichen Liedern (das kann ich nun wirklich niemandem antun); statt dessen sitze ich im Marktrestaurant und lasse es mir schmecken (ich erinnere mich gerade wieder an die Übersetzung von AIDA: "Abnehmen Ist Danach Angesagt"): vorweg ein Meeresfrüchtesalat und ein bisschen Roastbeef, danach ein kleiner gemischter Salat, als Zwischengang etwas Muschelragout, danach Schwertfisch und zum Abschluss etwas Obst und Käse. Auf ein Dessert muss ich jetzt verzichten - das passt einfach nicht mehr …

Jetzt wird es Zeit für etwas Bewegung: ich bewege mich also in die AIDA-Bar - hier beginnt jetzt das allabendliche "Aktiv-Bingo". Jeder kennt sicherlich Bingo: alle Mitspieler haben einen Bingoschein mit 24 Zahlen vor sich. Basti (oder ersatzweise auch ein anderer) zieht nun aus einer Lostrommel nacheinander Kugeln mit Zahlen von eins bis 75, bis ein Mitspieler alle Felder seines Spielscheins (mit den gezogenen Zahlen) durchstreichen konnte. Der Sieger freut sich dann über die Einsätze seiner Mitspieler (heute sind das immerhin 181 EUR) - und mir fehlt nur die 56 :-( Ach so, den Unterschied zwischen Bingo und Aktiv-Bingo wollte ich ja erklären: also - beim "Herumsitz-Bingo" (wird auf den meisten anderen Kreuzfahrtschiffen gespielt) funktioniert alles wie oben beschrieben. Beim "Aktiv-Bingo" wird zwischendrin auch mal eine Schätzfrage eingeworfen (bei Schnapszahlen), das Auditorium darf hier und da ungewöhnliche Laute von sich geben ("Uuuuiiii") und manches mehr - das ändert zwar nichts am Spiel an sich, macht aber doch ein bisschen mehr Stimmung …

"Swing Welcome Show" - so heißt das heutige Showprogramm des AIDA-Showensembles: 60 Minuten Musik und Tanz erwarten uns im Theater. Auch wenn das normalerweise nicht zu meiner Lieblingsmusikrichtung zählt, ist das, was da auf der Bühne passiert schon ziemlich mitreißend.

Tja, und das war's dann wieder mal für heute … im AIDA-Club läuft die 80er-Party bis zum nächsten Morgen - ich ziehe es jedoch vor, den Rest des heutigen Abends noch etwas lesend auf dem Balkon zu verbringen und die Weihnachtsbeleuchtung von Funchal (bestehend aus mehreren Millionen Lichtern) zu bewundern …


[Nach oben]     [Startseite]     [19. Dezember 2005: Ewiger Frühling]