Mit der AIDAvita eine Woche durch das westliche Mittelmeer
- Tagebuch vom 29. April bis 6. Mai 2005 -


4. Mai 2005

Der Untergang von Pompeji

Neapel/Italien



Da schreibe ich nun schon jeden Tag über meinen Tagesablauf, habe aber noch gar nichts zu meiner Unterkunft für diese Woche gesagt. Das holen wir aber gleich nach: meine Kabine (Nummer 7159) ist eine Außenkabine mit Balkon auf Deck 7, 17,5 m² groß und ist mit einem sehr geräumigen Schrank, einem Bett, einem Nachtisch sowie einem Schreibtisch mit Stuhl und einem kleinen Tisch mit zwei Sesseln ausgestattet. Komplettiert wird die Einrichtung mit einem Fernseher, einem Telefon, einer Klimaanlage, einem Fön sowie einem Safe. Natürlich ist auch ein kleines Bad, bestehend aus einer Dusche, einem Waschbecken sowie einem Vakuum-WC (wie im Flugzeug oder im ICE) vorhanden. Alles in allem also eine Umgebung, in der man sich problemlos ein, zwei Wochen aufhalten kann.

Ansonsten beginnt der Tag wie alle anderen Tage auch: Sonnenaufgang, Duschen, Frühstück, Sammeln zum Ausflug (und auf zwei Nachzügler warten) und Abfahrt nach Pompeji, etwa eine knappe Stunde vom Hafen in Neapel entfernt. Hier erwartet uns eine sehr informative Führung (etwa zwei Stunden) durch das im Jahre 79 n.Chr. vom Vesuv begrabenen Pompeji. Ich zitiere hierzu am besten wieder aus dem AIDA-Reiseführer: "Das Konzept scheint aus dem Lehrbuch für Verkaufspsychologie zu stammen: Die überdachte Markthalle hat geneigte Ausstellungsflächen aus Marmor, um die Waren besser präsentieren zu können; Säulengänge lassen das Sonnenlicht ungehindert einstrahlen; Mosaiken und Wandmalereien unterstützen das positive Einkaufserlebnis. Und erst der klangvolle Name: "Marcellum" - das Shopping-Paradies war allerdings 'vorübergehend geschlossen'. Genauer gesagt für fast zwei Jahrtausende. Denn 79 n.Chr. strömte kochende Lava vom nahen Vulkan Vesuv in Neapels heutige Nachbarstadt Pompeji. Innerhalb von Minuten wurde die altrömische Handelsstadt versiegelt. Weshalb man sich heute, nach der Ausgrabung der glanzvollen Metropole, ein vollständiges Bild vom Leben vor zwei Jahrtausenden machen kann - inklusive Bautechnik, Einrichtung, Kunst, Sitten und Gebräuche. Wenn man durch die Porta Marina Pompeji betritt, hat man sofort einen Eindruck dessen, was diese Stadt vor dem Ausbruch des Vesuvs einmal gewesen ist. Öffentliche Bauten, Tempel, Basililken, Foren und Wohnhäuser, die Jahrhunderte lang von einem Mantel aus Asche und Lavamasse überdeckt waren, entschleiern heute, wieder ans Licht gebracht, das Leben vor 2000 Jahren. Man würde sich kaum wundern, würde die Dame des Hauses in einer der Villen einen plötzlich bitten, die Fußmatte zu benutzen. Pompeji fasziniert den Besucher - ein echtes Gänsehauterlebnis!"

Zurück am Schiff ist wieder einmal Essen angesagt. Inzwischen habe ich auch das (vernünftige) Mittagessen-System verstanden: hierzu werden die "Reste" des Vorabends aufgearbeitet, so dass sich die Themenabende am kommenden Tag praktisch noch einmal wiederholen. Macht aber nix - im Gegenteil: das erhöht die Chancen, doch (fast) alles mal probieren zu können.

Den Rest des Nachmittags verbringe ich dann lesend bei dem einen oder anderen Cocktail (das sollte vielleicht an dieser Stelle mal eingeschoben werden: es gibt an Bord eine Vielzahl von alkoholfreien Cocktails - die meisten davon kenne ich inzwischen übrigens) am Pool (bzw. zwischendurch auch immer wieder mal im Pool, wobei ich leider immer wieder mal vergesse, dass es sich dabei - im Gegensatz zu den Whirlpools - um Salzwasser handelt, das zum einen nicht so gut schmeckt und zum anderen beim Tauchen die Augen reizt, wenn man sie offen lässt ...).

Kaffee und Kuchen fällt heute (für mich) aus, da die AIDAvita heute ihren dritten Geburtstag feiert. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Nun, aus diesem Anlass gibt es um 18.30 Uhr auf dem Pooldeck einen kleinen Empfang mit Austern, Sushi, Crevetten, Lachs und anderen Fischspezialitäten, so dass zu den beiden Abendessen (Themen heute: "Aus Keller und Küche der Toskana" sowie "Reis - von Chinanudeln bis Risotto") noch ein drittes hinzukam. Die Vorspeise war dann heute halt etwas eiweißlastig - die Austern waren aber auch zu gut (gut, dass die nicht jeder die "ekligen Muscheln" - Originalzitat einer Mitreisenden - mag).

Die Unterhaltung am Abend besteht dann u.a. aus dem "AIDA Grand Prix 2005" im Theater, an dem Holland, Irland und Griechenland gegeneinander antreten, aber z.B. auch ein Vertreter aus Eggenfelden ins Rennen geht ...

Vorher ist fü mich aber mal wieder was Neues angesagt: Bingo! Allerdings wird hier die AIDA-Variante mit ein bisschen Action (und nicht das "Herumsitz-Bingo von der MS Deutschland") gespielt, so dass zwischendurch auch mal eine Schätzfrage zu beantworten ist, die La-Ola-Welle durch die Nightfly-Bar geht oder alle im Chor "Uuuuiiiii" sagen ... Tja, und wenn jetzt noch rechtzeitig die 7, die 23 und die 64 gezogen worden wären, dann wäre ich jetzt um 118 Euro reicher - aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Und genau auf den warte ich jetzt - bei einem Caipi in der Ocean-Bar ...


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