Mit der AIDAvita eine Woche durch das westliche Mittelmeer
- Tagebuch vom 29. April bis 6. Mai 2005 -


29. April 2005

Es geht los ... 

Palma de Mallorca



4.00 Uhr morgens - es geht los! Der Wecker macht sich bemerkbar und weist deutlich darauf hin, dass es Zeit wird aufzustehen und noch ein letztes Mal auf festem Boden zu duschen. Nach dem morgendlichen Ritual im Bad bleibt gerade noch Zeit, die neuesten eMails zu checken, dann klingelt auch schon der Taxifahrer. Zwanzig Minuten später sind wir schon am Flughafen, Dank Vorabend-Check-In dreht der Koffer nun schon seit einigen Stunden seine Runden auf dem Gepäckband und belastet heute nicht weiter. Jetzt noch schnell ein belegtes Brötchen zum Frühstück kaufen und dann ab zum Gate. Soweit zur Theorie... man soll es nicht glauben, aber es ist nicht möglich, um Viertel nach Fünf auf dem größten Flughafens Deutschlands ein belegtes Brötchen zu bekommen. Das Problem ist dabei nicht das Brötchen und auch nicht die Verkäuferin - beide sind da. Das Problem ist irgendein Gesetz oder eine Vorschrift, die den Verkauf vor 5.30 Uhr unter Strafe stellt ... also: mit leerem Magen zum Flieger. :-(

Nach dem üblichen Leeren der Taschen, Ausziehen des Gürtels (das war neu und hat den Baggy-Träger hinter mir vor kleinere Probleme gestellt) und Begrapschen-Lassen geht es dann zum Gate (das innerhalb weniger Minuten zwei Mal von A19 zu A15 und wieder zurück geändert wird) und dann auch recht schnell in die Maschine. Nach einem kurzen Plausch mit den beiden netten Mädels auf den Sitzen neben mir und ein paar Kuschelrock-Songs vom MP3-Player später, kommt auch schon eine Stewardesse, bringt ein Schinken- und ein Käsebaguette (allerdings nur auf mein Betteln hin), einen Waldfruchtjoghurt aus Südtirol und einen Kaffee und legt anschließend die Videokassette mit Bugs Bunny ein - damit sind die Highlights des knapp zweistündigen Fluges auch schon erzählt.

8.10 Uhr - Sonnenschein in Mallorca (und Regen in Rembrücken wie ein kurzer Check per Handy ergibt). Hunderte von Menschen strömen zu den Gepäckbänden und jeder will möglichst am Bandanfang stehen (später wusste ich auch, warum das gar keine so schlechte Idee ist). Die ersten Koffer sind inzwischen vorbeigerauscht, meiner dreht wahrscheinlich noch seine Runden in Frankfurt ... Doch was ist das? Da steht mein Koffer auf einem fremden Gepäckwagen - irgendein Mittsechziger hat ihn sich geschnappt. Doch seiner aufmerksamen Frau entgeht nichts - noch bevor ich mich auf den Kofferdieb stürzen konnte, hat sie ihn darüber aufgeklärt, dass er sich besser mit Dingen beschäftigen solle, von denen er etwas versteht - das Erkennen von Gepäckstücken gehört offensichtlich nicht dazu ... Also: Koffer geschnappt, umgeladen und ab zum Ausgang.

An dieser Stelle muss es schon einmal gesagt werden: die Organisation ist hervorragend: eine AIDA-Schild-Trägerin verteilt die Ankömmlinge auf verschiedene Transfer-Busse, die vor dem Terminal warten. Die Koffer sind ja bereits mit Gepäckanhängern gekennzeichnet, die auf die richtige Kabine hinweisen - bei Ankunft auf dem Schiff steht der Koffer dann schon in der Kabine (so zumindest die Theorie).

Da das Einschiffen erst ab 16.00 Uhr erfolgen kann (vorher wird noch "Klar-Schiff" gemacht, da die AIDA heute morgen erst aus der Karibik angekommen ist), werden wir alle zur "Finca" gebracht. Die Finca "Son Termens" liegt etwa 20 Minuten von Palma entfernt und bietet alles, was man für einen Tag Erholung so braucht (Swimming Pool, DVD-Player mit Beamer, Liegestühle, Café, ...). Wenn man jetzt noch eine Badehose im Handgepäck gehabt hätte, dann hätte man sogar schwimmen können (das unterscheidet die Fortgeschrittenen dann von den AIDA-Anfängern) ...

Alternativ zum Abwarten in der Finca kann man den Tag aber auch in Palma (im 30-Minuten-Takt verkehren Shuttle-Busse) oder in Valldemossa verbringen. Ich habe dabei die Palma-Alternative gewählt und bin um 10.30 Uhr nach Palma gefahren, habe einen kleinen Hafen- und Stadtbummel gemacht und die Zeit bis zur Rückfahrt noch für eine Latte und gemischte Tapas genutzt. Zurück in der Finca geht es dann erst einmal zum Mittagsbuffet (Paella, Tintenfisch in Tomatensauce und anschließend ein bisschen Obst) - aber keine Angst, es hätte auch Alternativen dazu gegeben ...

Bei der Ankunft in der Finca gab es übrigens die nächsten Kärtchen - hier wurde die Aufteilung auf die Busse vorgenommen - meiner fährt um 15.45 Uhr, so dass ich die verbleibende Zeit ein bisschen mit Musikhören, Schreiben und Sonnenbaden (hoffentlich wirkt das Ladival vom letzten Jahr noch) verbringen kann.

Jetzt ist es soweit: die letzte Busfahrt auf Mallorca - es geht an Bord! Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir das Ziel: die AIDAvita steht vor uns. Das ist schon eine imposante Erscheinung, wenn ein zwölf Stockwerke, pardon: Decks hohes Schiff vor einem steht. Aber vor dem Vergnügen kommt auch hier erst einmal die Sicherheit: zunächst erfolgt das Einchecken, bei dem man seinen Reisepass gegen die Bordkarte tauscht (diese ist gleichzeitig Kabinenschlüssel, Bordausweis und Zahlungsmittel an Bord), dann wird noch ein "Sicherheitsfoto" gemacht, damit bei Rückkehr von den Landgängen die Identität des Bordkarteninhabers geprüft werden kann und das Handgepäck erneut durchleuchtet.

Nachdem das alles zur Zufriedenheit der spanischen "Guardia civil" ausgefallen ist, steht dem "Boarding" nichts mehr im Wege. Am Eingang wird zunächst das bei solchen Gelegenheiten obligatorische Erinnerungsfoto geschossen, dann wird man sich selbst (und seinem Pfadfindergespür) überlassen und darf seine Kabine suchen. Das hatte natürlich auch so seinen Vorteil: man kennt danach schon die Bereiche des Schiffes, die man auf der Suche passiert hat - wobei ich mir sicher bin, dass ich die niemals wieder finden werde...

Dann der große Moment: wo werde ich die nächste Woche verbringen, wie sieht die Kabine aus? Die Karte ins Schloss gesteckt, die Infoschrift "AIDA heute" aus der Halterung an der Tür genommen und einen ersten Blick hineingeworfen. Wow, richtig entschieden: die Kabine ist recht geräumig, hat neben einem Duschklo (hört sich viel schlechter an als es ist) ein großes Bett, einen Schreibtisch mit Stuhl, eine kleine Sitzgruppe sowie einen Fernseher (Satelliten-TV), ein Telefon (das ich aufgrund der Kosten von 4,90 EUR nicht anfassen werde) und - meinen kleinen privaten Balkon (allein dafür haben sich die paar Euro mehr gegenüber einer Kabine mit nicht zu öffnendem bzw. nicht vorhandenem Fenster in jedem Fall rentiert).

Und man sollte es nicht glauben: mein Koffer hat seine Reise ebenfalls überstanden und wartet sehnsüchtig in meiner Kabine aufs Auspacken. Da der Koffer ja seit rund 24 Stunden unterwegs ist, wird's auch langsam Zeit - ansonsten wäre die Bügelstation auf Deck 4 die nächste Anlaufstation.

Inzwischen ist es 19.00 Uhr und damit Zeit für den ersten kulinarischen Ausflug auf dem Schiff. Und auf das Thema "Nahrung" muss man dann doch etwas näher eingehen... Essen und Trinken hält ja bekanntlich Leib und Seele zusammen - hier bringt es eher gut passende Kleidung an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit :-) Man darf sich das so vorstellen, dass auf der AIDA praktisch rund um die Uhr gegessen wird. Das beginnt mit dem "Early Bird", dem Frühstück für Frühaufsteher ab 6.00 Uhr. Die ausführliche Variante, das Frühstücksbuffet, beginnt ab 7.00 Uhr und geht um 10.00 Uhr in eine etwas reduzierte Form über. Es schließt sich gegen 12.00 Uhr das Mittagessen an (geht bis 14.30 Uhr). Zwischen 15.30 Uhr und 16.30 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen und um 18.30 Uhr wird zum Abendessen gerufen (das kann man dann, auch mehrfach, bis um 21.00 Uhr genießen). Da zwischen den einzelnen Mahlzeiten ja nun doch teilweise erhebliche Zeiträume zu überbrücken sind, gibt es zwischendurch und bis um Mitternacht Pizza und Snacks.

Zum Essen gehört natürlich auch das Trinken - und auch das kommt auf der AIDA nicht zu kurz: zu allen Mahlzeiten gibt es die passenden Getränke, d.h. Kaffee, Tee, Milch und Säfte zum Frühstück sowie Wein, Bier, Wasser und Softdrinks zu den anderen Mahlzeiten. Auf den Kabinen stehen Wasserkaraffen, die jederzeit an Zapfstationen mit Wasser gefüllt werden können. Wer darüber hinaus noch mehr Durst verspürt, kann an sechs verschiedenen Bars mehr oder weniger rund um die Uhr alles trinken, was man sich vorstellen kann (ich sitze z.B. gerade bei einem "Tropical" in der AIDA-Bar und zähle auf der Getränkekarte allein 54 verschiedene Cocktails).

Doch zurück zum ersten Dinner: Das Essen in den beiden Buffet-Restaurants steht jeden Tag unter einem anderen Motto - heute ist es die spanische Nacht ("Noche española") und der karibische Traum ("Caribbean Dream"). Die Auswahl ist gigantisch - obwohl ich mir alle Mühe gegeben habe, habe ich es trotzdem nicht geschafft, mehr als 5% der Speisen zu probieren (ich habe z.B. allein 24 Sorten Käse gezählt...) - wer hier nichts Schmackhaftes findet, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

Während ich von einem zum anderen Restaurant wechsele, kann ich noch eine Schiffsführung durch das Animationsteam einschieben - das kann ich übrigens jedem AIDA-Neuling nur empfehlen: schneller und informativer kann man die einzelnen Bereiche des Schiffes nicht erkunden.

Nach der zweiten Abendessen-Runde (oder ist es schon die dritte?) kommt der große Moment: es heißt "Leinen Los" - das Schiff wird dem Meer überlassen. Begleitet von einer Ablegeparty auf dem Pooldeck und einer Lasershow geht es los in Richtung Afrika ...

Obwohl es schon 22.00 Uhr ist, haben wir immer noch knapp 20° - ich sitze im T-Shirt bei einem Caipi in der Ocean-Bar (liegt idealerweise nur 20 m von meiner Kabine entfernt) und schaue in den spanischen Sternenhimmel. Die erste Nacht auf See beginnt ...


[Nach oben]     [Startseite]     [30. April 2005: Der erste Tag auf See]